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Nach G20-Chaos: Wie Hamburg seine Marke flickt und aufräumt

© Timon Feld; Hamburg räumt auf; Facebook

Es gibt Tage mit Sonnenschein, sozialem Engagement, ohne Hass mit ganz viel Liebe, die eine Stadt erst so richtig schön machen. Am Sonntag war solch ein Tag in Hamburg. Nach den Krawallen des G20-Gipels auf der Schanze, die das ganze Viertel ins Chaos gestürzt haben, leidet das Image der Marke Hamburg. Doch eine Aktion am Sonntag polierte es direkt wieder auf: Rund 7000 Teilnehmer räumten ihre Stadt auf – mit Unterstützung von Unternehmen wie Hagebau, Edeka und einigen regionalen Marken.

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Die Elbphilharmonie ist in diesem Jahr das Aushängeschild der Stadt Hamburg. Durch dieses neue Prestige-Objekt hatte die Marke Hamburg in den letzten Monaten Oberwasser. Ein erfolgreicher G20-Gipfel: Hamburg stünde als Metropole gut dar. Leider ging das schief: Eskalation der Gewalt und Zerstörung sind die Eindrücke, die im Kopf bleiben. Das Hamburger Schanzenviertel wurde in der Nacht zum Samstag das Schandenviertel. Mehr als 1.000 Militante haben den linksautonomen Stadtteil verwüstet. Schon vor dieser Nacht organisierten Rebecca Lunderup und ein paar Freunde die Aktion „Hamburg räumt auf“. Die Bewohner des Viertels wollten einfach nur helfen, ihre Straßen wieder sauber zu machen. „In der Nacht zu Freitag habe ich die Ausschreitungen im Fernsehen verfolgt. Als ich am nächsten Tag das Ausmaß der Zerstörung sah, war ich einfach fassungslos und habe mich so hilflos gefühlt“, sagt die 22-Jährige gegenüber der MOPO. Als die Situation in der Schanze am Freitagabend noch weiter eskalierte, wollte die 22-Jährige nicht länger nur zusehen. Ihre Aktion bei Facebook hatte in nur wenigen Stunden rund 7000 Teilnehmer.

Hagebaumarkt stellte Putzsachen

Rebecca Lunderup; Facebook

Ohne daraus eine Kommunikations-Geschichte für das Unternehmen machen zu wollen, stellte Hagebau einen Transporter mit Besen, Eimern, Handschuhen und Co. aus allen vier Hamburger Märkten zur Verfügung, sodass alle Teilnehmer helfen konnten. „Mehr können wir nicht bringen, wir haben nichts mehr“, sagte Geschäftsführer Stefan Diers, gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Mit Slogans wie „Leistung durch Gemeinschaft“ oder „Hier hilft man sich“ passt die Aktion perfekt zum Hagebaumarkt und zu deren Haltung.

Haltung zeigen

Rebecca Lunderup; Facebook

Die Initiatorin hatte innerhalb von ein paar Stunden einige Sponsoren zusammen, so auch Edeka Struve aus dem Viertel. Spenden wie Getränke und Putzutensilien wurden am Bahnhof Sternschanze an die Freiwilligen ausgegeben. An dem Sonntag reinigten also Menschen die Wände, sammelten Müll und Steine auf und versuchten, beschädigte Räder zu reparieren. Sie fegten das Kopfsteinpflaster und sammelten Scherben, die bisher das Radfahren durch das Viertel unmöglich machten.

Diese Aktion zeigt: Hamburg steht am Ende als Gemeinschaft zusammen. Es geht nicht um die Politik, um die Elbphilharmonie, um den G20-Gipfel: Es geht darum, dass diese Menschen Tag für Tag in dieser Stadt friedlich und ruhig leben wollen.

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