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Moralisches Handeln eine Pflicht für Marketer

Ungesunde Lebensmittel sollten nicht mit Werbetricks an Kinder vermarktet werden, fordert der Wissenschaftler Dr. Hieronymus Sturm. © Corbis 2015

Als „beschämend“ für den Berufsstand Marketing bewertet Dr. Hieronymus Sturm eine Studie von Foodwatch. Die Organisation hatte die Nährwerte von Lebensmitteln analysiert, deren Werbeaussagen gezielt Kinder adressieren. Die meisten untersuchten Nahrungsmittel wiesen sehr hohe Fett-, Salz- oder Zuckeranteile auf. Sturm leitet den Fernstudiengang „Master Sales and Marketing“ bei Wings und wird mit den Studierenden künftig stärker ethische Fragen diskutieren

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Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat in einer aktuellen Studie 281 Lebensmittel, die Kinder mit Werbetricks ansprechen, auf ihre Nährwerte untersucht. Das Ergebnis: 90 Prozent fielen bei der Untersuchung durch – zu fettig, zu salzig oder zu süß. Der Vorwurf von Foodwatch: Die Lebensmittelbranche stellt sich als Vorreiter im Kampf gegen falsche Ernährung hin, vermarktet aber ungesunde Lebensmittel gezielt an Kinder.

Fehlernährung durch manipulatives Marketing

„Die Beeinflussung von sehr jungen Konsumenten durch manipulatives Marketing trägt zur Fehlernährung und somit zu Diabetes und Fettleibigkeit bei“, warnt Dr. Hiernonymus Sturm, Leiter des berufsbegleitenden Fernstudiengangs „Master Sales and Marketing“ bei Wings, dem Fernstudienzentrum der Hochschule Wismar. „Für uns Marketer ist die Studie von Foodwatch beschämend“, erklärt Sturm weiter. Sie offenbare, dass ein Teil der Berufsgruppe unmoralisch handelt und gezielt ungesunde Lebensmittel mit Werbetricks an Kinder vermarktet. Das Studienzentrum hat den „Master Sales and Marketing“ zum Wintersemester 2015/16 daher überarbeitet, um alle Aspekte solch aktueller Themen im Fernstudium zu behandeln.

Im Modul „Konsumentenpsychologie“ behandeln die Dozenten verstärkt das Thema „Kinder- und Jugendmarketing“. Die Fernstudenten lernen, wie Kinder und Jugendliche Kaufentscheidungen fällen, wie ihre Emotionen das Kaufverhalten beeinflussen, wie sie Rationalität entwickeln und die Risiken von Fehlkäufen bewerten. Zudem lernen die Studierenden, wie sich das Gehirn von Kindern entwickelt. „Aufgrund mangelnder Lebenserfahrung treffen Kinder qualitativ schlechtere Entscheidungen als Erwachsene“, betont Sturm.

Strategie und Verantwortung im Marketing gleichbedeutend

Wie der Studienleiter die Studierenden sensibilisieren möchte, erklärt er so: „Wir diskutieren im Fernstudium einerseits Vertriebs- und Marketingstrategien, andererseits die ethischen und moralischen Aspekte, um den Studierenden ihre Verantwortung als Marketer bewusst zu machen.“ Weitere Trends im Marketing und Vertrieb, die im überarbeiteten Fernstudiengang behandelt werden, sind unter anderem das Neuromarketing, Brand Management, After Sales Management, Organizational Citizenship Behaviour, Cross-Channel-Management, Verkaufspsychologie und Online-Marketing.

Wings wurde als Tochterunternehmen der Hochschule Wismar im Jahr 2004 gegründet und zählt zu den führenden staatlichen Fernstudienanbietern in Deutschland. Zum Wintersemester 2006/07 startete Wings den „Master Sales and Marketing“ und kombinierte erstmals die beiden komplexen Themengebiete „Marketing“ und „Vertrieb“ in einem berufsbegleitenden Fernstudiengang. Ziel ist es seither, Experten für das strategische Marketing auszubilden. Die Einschreibefrist zum nächsten Wintersemester wurde bis zum 30. September 2015 verlängert. Für alle Interessierten gibt es am 15. September um 18 Uhr eine Online-Infoveranstaltung. www.wings-fernstudium.de/msm

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Kommentare

  1. Ist moralisches Handeln auch eine Pflicht für die Marketer von Wings? Ich frage nur, weil hier ein ethisch so relevantes Thema wie das manipulative Marketing für Kinderlebensmittel und die damit verbundene Förderung von Fehlernährung und Zivilationskrankheiten, hier offensichtlich für den Versuch genutzt wird die eigene Fernhochschule via Content- bzw. Native Advertising redaktionell zu platzieren… Aber da Sie so viel Wert auf Ethik in der Werbung legen, werden Sie das sicher am besten beurteilen können.

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