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Millionenverlust bei Facebook

Facebook hat das erste Mal seit dem Börsengang Geschäftszahlen präsentiert. Diese zeigen für das vergangene Quartal einen Verlust von 157 Millionen Dollar auf - trotz Umsatzsteigerung und höherer Nutzerzahl. An der Wallstreet fiel die Aktie auf ein Rekordtief.

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Von Anne-Kathrin Keller

Bis Donnerstag haben in Silicon Valley viele noch auf positive Zahlen gehofft. Doch die Nachrichten rund um den Börsengang, die Talfahrt der Aktie und der schwierige Werbemarkt kann auch von CEO Mark Zuckerberg nicht einfach weggewischt werden.

Umsatz von 1,18 Milliarden Dollar

Für das zweite Quartal 2012 meldete Facebook einen Umsatz von 1,18 Milliarden Dollar. Das ist ein Plus von 32 Prozent zum Vorjahreszeitraum und zwölf Prozent mehr als im 1. Quartal 2012. Analysten hatten im Schnitt 1,15 Milliarden Dollar erwartet. Die Umsatzsteigerung konnte Facebookinvestoren allerdings nicht überzeugen. Konkurrent Google konnte im gleichen Zeitraum 21 Prozent zulegen – bei einem Umsatz mit 10,96 Milliarden Dollar fast zehnmal mehr als Facebook.

Gleichzeitiger Nettoverlust von 157 Millionen Dollar

Gleichzeitig wurde für den Zeitraum von April bis Juni ein Nettoverlust von 157 Millionen Dollar verkündet. Das sind acht Cent pro Aktie. Diesen begründete das Unternehmen durch mit dem Börsengang fällige Aktienpakete für Mitarbeiter. Im nachbörslichen elektronischen Handel fiel die Aktie daraufhin um mehr als elf Prozent auf ein neues Allzeittief von knapp 24 Dollar. Seit dem Facebook-Börsengang im Mai hat die Aktie fast 50 Prozent an Wert eingebüßt.

Trotz der schlechten Zahlen: Bei den Nutzerzahlen hat das soziale Netzwerk zugelegt. Derzeit nutzen 955 Millionen Menschen weltweit Facebook und damit ist das Unternehmen nahe an dem Ziel von einer Milliarde Nutzern. 552 Millionen der Nutzer rufen facebook.com täglich auf, 154 Millionen aus Europa. Damit sind Europäer die stärkste Nutzergruppe im Vergleich zu Nordamerika, wo es 130 Millionen Nutzer sind.

Werbeeinnahmen sind gewachsen

Doch Facebook macht mit seinen Nutzern nur minimale Umsätze. Pro nordamerikanischen Nutzer erwirtschaftete es im zweiten Quartal im Schnitt nur 3,20 Dollar, in Europa nur 1,43 Dollar und in Asien sogar nur 55 Dollar-Cent. Immerhin wuchsen die Werbeeinnahmen zwischen April und Juni mit 28 Prozent. Analysten hatten ein Wachstum von 20 Prozent vorausgesagt. Es bleibt aber Luft zum Wachsen. Die große Herausforderung besteht darin, dass Werbung in sozialen Netzwerken auch wirklich umgesetzt wird. Bisher bleiben die meisten Unternehmen verhalten. Doch es scheint immer noch so zu sein, dass viele Agenturen nicht sehr an dieser Werbemöglichkeit interessiert sind.

Facebook-Kampagnen bedeuten viel zusätzliche Arbeit. Die ideale Werbung auf Facebook soll schließlich maßgeschneidert sein für den Nutzer, dies bedeutet eine deutliche Verkomplizierung des Marktes. Zudem hat Facebook noch das Problem, dass immer mehr Nutzer das soziale Netzwerk übers Mobiltelefon nutzen. Hier sind die Werbeumsätze noch geringer als auf dem Laptop oder Desktop-Computer. Zudem sind Werbekampagnen auf dem Handy noch stärkeres Neuland als Kampagnen mit sozialen Medien.

Droht ab dem 16. August Facebooks nächster Kursrutsch?

Facebooks Börsengang und die fallenden Aktienkurse motivieren Marketingchefs gleichzeitig wenig, sich intensiver mit Werbemöglichkeiten im sozialen Netz auseinander zu setzen. Zudem gilt abzuwarten, was ab dem 16. August passiert. Dann könnte der nächste Kursrutsch drohen, denn dann läuft die Haltefrist für eine Reihe an Facebook-Angestellten aus und sie können ihre Aktien erstmals am offenen Markt verkaufen. Sollte sich tatsächlich eine Vielzahl von Mitarbeitern von ihren Pakten trennen, würde das ein Zeichen nach außen senden, dass sie ihren eigenen Arbeitgeber skeptisch sehen.

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