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Microsoft übernimmt Nokias Handy-Geschäft

Der finnische Handy-Produzent Nokia verkauft sein Kerngeschäft für rund 5,4 Milliarden Euro an den US-Konzern Microsoft. Damit reagiert der einstige Handy-Pionier Nokia auf den verpassten Anschluss am Smartphone-Markt und überlässt künftig das Geschäft mit Mobiltelefonen dem Software-Riesen. An der Börse erlebt die Nokia-Aktie daraufhin einen Kurssprung.

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Der frühere Weltmarktführer Nokia befindet sich seit Jahren in der Krise: Durch den Erfolg des iPhones von Apple und mobilen Geräten mit dem Google-System Android wurde Nokia von der Konkurrenz abgehängt. Nun verkauft Nokia seine Handy-Sparte nach längeren Spekulationen an den US-Softwarekonzern Microsoft. Die Summe von 5,44 Milliarden Euro ergibt sich zum einen aus 3,79 Milliarde Euro für das Geschäft mit Geräten und Diensten und zum anderen aus 1,65 Milliarden Euro für Patentlizenzen. Anfang 2014 ist der geplante Abschluss des Kaufvertrags, bei dem etwa 32.000 Mitarbeiter zu Microsoft wechseln sollen. Damit kopiert Microsoft die Strategien der Konkurrenz von Apple und Google, Hard- und Software aus einer Hand auf den Markt zu bringen, anstatt Software an verschiedene Hersteller zu verkaufen. Nokia will sich künftig vor allem auf Netzwerk-Technik und Kartendienste konzentrieren.

Pakt der Verlierer

Microsoft und Nokia arbeiten bereits seit 2011 zusammen. Nokia hat seitdem etwa 80 Prozent der Smartphones hergestellt, auf denen das Microsoft-Betriebssystem Windows Phone 8 läuft. Ein weiterer Kursrückgang von Nokia hätte also verheerende Auswirkungen für das Wachstum der Handysoftware von Microsoft zur Folge gehabt. Doch auch Microsoft kämpft mit dem Trend hin zu mobilen Geräten. Zwar bilden das Betriebssystem Windows und die Bürosoftware Office für PCs und Laptops immer noch das Kerngeschäft, einem Wandel hin zu Smartphone und Tablets kann sich der US-Konzern jedoch nicht verschließen. Der Versuch, mit Windows 8 und eigenen Tablets den Markt zu erobern, wollte Microsoft bislang nicht gelingen. Dabei sollte bereits die Partnerschaft zwischen Microsoft und Nokia die beiden Unternehmen aus der Krise retten. Wie die folgende Statista-Grafik zeigt, gelang es keinem von beiden: Die Smartphone-Anteile von Nokia stürzten weiter ab und auch Windows Phone fristete ein Nischendasein neben den großen Konkurrenten Android und iOS.

Nokia-Aktie steigt um rund 45 Prozent

Als Reaktion auf die schwierige Entwicklung der Marktanteile hatte Microsoft-Vorstandschef Steve Ballmer erst kürzlich seinen Rücktritt angekündigt, um Platz für eine Neuausrichtung zu schaffen. „Es ist ein kühner Schritt in die Zukunft – ein Gewinn für die Mitarbeiter, die Aktionäre und die Kunden beider Unternehmen“, kommentierte Ballmer nun die Übernahme. Der Aktienkurs von Microsoft fiel im ersten halben Jahr nach Ballmers Amtsantritt deutlich und stagnierte seitdem auf niedrigem Niveau. Als Nachfolge von Ballmer wird Nokia-Präsident und früherer Microsoft-Manager Stephen Elop gehandelt. Er wird voraussichtlich im ersten Quartal 2014 wieder zu Microsoft wechseln. Mit der Übernahme wird sich der Umsatz von Nokia zunächst stark reduzieren. Dennoch sorgte die Nachricht an der Börse für gute Stimmung: am späten Dienstagvormittag kletterte der Kurs der Nokia-Aktie um rund 45 Prozent auf 4,30 Euro in die Höhe. Dies ist der höchste Stand seit anderthalb Jahren.

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