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Microsoft shoppt teuer, Body-Shaming in Londoner U-Bahnen und Löws Übersprungshandlung

Microsoft leistet sich ein ganz teures Stück - dafür aber von Qualität. Jogi Löw kaut keine Fingernägel, macht aber andere (komische) Dinge, über die sich (noch komischere) Leute amüsieren und Snapchat mausert sich zum neuen Facebook – im schlechten Sinne. Unser Wochenrückblick

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Die Absurdität der Woche

Menschen, die Fingernägel kauen oder unaufhörlich ihre Haare eindrehen, haben es bereits am eigenen Körper erfahren: so genannte Übersprungsbewegungen. Damit gemeint sind Bewegungen, die keinem unmittelbaren Zweck zu dienen scheinen. Der Zoologe Konrad Lorenz stellte einst die Theorie auf, dass es sich dabei um zwei konkurrierende Instinkte handelt, deren Triebenergie im Konflikt irgendwann auf eine dritte Handlung „überspringt“. Zwei Parteien, ein Konflikt und eine daraus resultierende Dritte, irrelevante Handlung? Klingt wie die perfekte Erklärung für Jogi Löws Griff in die Hose und seinen anschließenden Handschnüffler.

Von den deutschen Medien weitestgehend ausgespart, ging das Video im Netz viral und wurde zum #Schnüffelgate und #Hosengate. Alles nicht der Aufregung wert, kommentierte Fußballspieler Lukas Podolski in einer Pressekonferenz: „80 Prozent von Euch und auch ich, wir kraulen uns auch mal an den Eiern.“ Löw entschuldigte sich trotzdem brav, schließlich hängen an seiner Person auch Markennamen –Nivea Men zum Beispiel. Aber auch hier bleibt kein Grund zur Sorge: „Gleich einen langjährigen, erfolgreichen Werbedeal kündigen? Das wäre sicherlich zuviel des Guten“, sagt Testimonialexperte Hans Christian Biedermann von der Agentur Special Key Berlin. Für ihn steht fest, dass am Ende des Tages alle Vertreter der deutschen Nationalmannschaft eben  Menschen sind, „denen auch mal ein Malheur passiert – so what? Viel wichtiger für die Fans sind doch letztendlich die Erfolge auf dem Platz.“ Der Grat an Absurdität hat im Netz – wie soll es auch anders sein – zumindest für allerlei Belustigung gesorgt.

Das „Schnäppchen“ der Woche

Wer kennt das nicht: Hin- und Wieder gönnt sich doch jeder Mal dieses eine Teil, das eine paar Schuhe, das eine Sofa – sündhaft teuer, aber von Dauer und Qualität! So was kauft man doch nur ein Mal im Leben und das hält dann! So ähnlich muss Microsoft gedacht haben, als es Anfang der Woche das Karrierenetzwerk LinkedIn eintütete – für satte 26 Milliarden US-Dollar. Noch nie hat das Unternehmen einen derart hohen Preis für die Zukunft eines Unternehmens ausgegeben – und das, obwohl LinkedIn noch nie Gewinn abgeworfen hat und mit 105 Millionen aktiven monatlichen Nutzern noch weniger Nutzer hat als Twitter.  Die einen sehen darin einen Notausstieg für LinkedIn-Aktionäre, die anderen eine Chance für Microsoft, mit Hilfe von künstlicher Intelligenz zum Marktführer in der Personalentwicklung zu werden – vor allem durch den reichen Datenschatz des Job-Portals. Dessen Chairman, Reid Hoffmann, jedenfalls zeigte sich sichtlich beglückt: „LinkedIn wird heute noch einmal neu gegründet.“ Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

Das Verbot der Woche

Jedes Jahr im Frühjahr machen mit Vorliebe Frauenmagazine ihre Ausgaben mit verheißungsvollen Versprechen á la „In XY Wochen zur perfekten Bikini-Figur“ oder „Runter mit dem Winterspeck“auf. Einige Bewohner der britischen Hauptstadt London haben da ihre ganz eigenen Methoden entwickelt. Anlass war die Plakatkampagne eines Herstellers von Protein-Präparaten. Neben einer superschlanken Frau im Bikini prangte die Frage: „Are you beach body ready?“ – Ist dein Körper bereit für den Strand?

Die Folge war ein Entrüstungssturm und eine heftige Debatte über „Body Shaming“. Solche Werbung würde das Selbstwertgefühl vor allem junger Menschen beeinträchtigen und solle ab sofort im öffentlichen Nahverkehrsnetz verboten werden, entschied der neue Londoner Bürgermeister Sadiq Khan. Für das Unternehmen wurde die Frage nach der Standfigur zu einem großen Marketing-Eigentor. Schnell entstand der Anti-Hashtag #Everybodysready unter dem Verunstaltungen der Plakate und andere Bilder und Kommentare gepostet wurden. Ein kleiner Vorgeschmack: „How to get a bikini body? Take a Bikini and put in on your body.“ Weitere heitere Antworten lesen Sie hier.

Die Frage der Woche

Ist das jetzt gut oder schlecht? Diese Frage kam in uns auf, als wir erfuhren, dass Snapchat sich noch weiter für Werbetreibende öffnet. In Zukunft sollen auch Drittanbieter – das bedeutet, jedes Unternehmen, egal ob Snapchat-Partner oder -Nutzer oder nicht – Werbeplätze in der Instant-Messaging-App buchen können. Einzelne Snaps und ganze Kampagnen stehen zur Auswahl, ausgespielt werden sollen sie den Nutzern unter anderem zwischen den „Stories“ ihrer Kontakte. Snapchat wolle so wichtige Budgets aus dem TV-Markt abziehen, dem gerade junge Menschen zunehmend den Rücken kehren, schreibt Adweek. Das letzte aber, was die Nutzer wollen, sei Werbung in ihrer App, mahnte ein ebenfalls jüngerer Teilnehmer einer Konferenz kürzlich. Sein Plädoyer: „Bitte, liebe Unternehmen, macht uns Snapchat nicht kaputt! Uns interessieren eure Produkte nicht! Wir wollen einfach nur mit unseren Freunden schreiben. Mausert sich Snapchat zum neuen „Alten“-Netzwerk Facebook? Lesen Sie gern hier weiter.

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