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Mercedes mobbt Maybach raus

Der Automobilkonzern unter dem Dach der Daimler AG stellt seine Luxusmarke Maybach ein. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), künftig solle es stattdessen mehr verschiedene Modelle der Mercedes S-Klasse geben. Die rund 150 Maybach-Mitarbeiter müssten aber nicht um ihre Jobs fürchten. Die für das Jahr 2013 bevorstehende Erneuerung der Mercedes-S-Klasse will der Stuttgarter Autobauer für eine Modelloffensive nutzen. „Mercedes bläst jetzt auch zum Angriff in der Oberklasse“, sagte Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche im FAZ-Interview.

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„Die Entscheidung von Mercedes-Benz zur Einstellung der Marke Maybach ist folgerichtig und überfällig. Maybach wurde zu keinem Zeitpunkt den markentechnischen oder den wirtschaftlichen Erwartungen gerecht“,kommentiert den Schritt Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch, Markenexperte und Akademischer Leiter des Automotive Institute for Management (AIM). Im Ausland sei die Marken „weitestgehend ein unbeschriebenes Blatt“ gewesen. Man könne „diesen Fehlgriff aus Unternehmenssicht als markentechnische Ausprägung der Welt-AG-Manie des Herrn Schrempp“ sehen, so Esch.

Um eine neue Premiummarke zu kreieren, sei mehr nötig als einen lange vergessenen gten Namen wiederzubeleben. Es brauche konkrete Verbindungslinien zur Historie der Marke und den Fahrzeugen und ihrem Erscheinungsbild wie bei Rolls-Royce, Bentley oder Bugatti. Hier knüpften die modernen Modelle konsequent an die Designlinie der klassischen Fahrzeuge an. Dies sei bei Maybach „überhaupt nicht möglich“ gewesen, und „durch eine neoklassizistische Lackierung der Wagen nur mühsam kaschiert“ worden. Luxusmarken seien gekennzeichnet durch eine maximale Distanz zwischen Begehrlichkeit und Erreichbarkeit. Gute Autos zu bauen, reiche bei weitem nicht aus. Die Ähnlichkeit zu Mercedes-Benz sei „ein großer Hemmschuh beim Aufbau einer begehrlichen Luxusmarke“ gewesen, urteilt Esch.

Um das Ziel zu erreichen, im Jahr 2020 der absatzstärkste Hersteller von Premiumfahrzeugen zu sein, soll laut Zetsche-Interview die Produktpalette in der Oberklasse deutlich aufgefächert werden. Statt wie bisher drei, soll es künftig sechs verschiedene Modelle der S-Klasse geben. Davon erhofft asich Zetsche jährlich einen Absatz-Zuwachs im fünfstelligen Bereich.

Auch eine Verdopplung des bisherigen S-Klasse-Absatzes von aktuell rund 80.000 Stück sei langfristig nicht abwegig: „Wir sind seit eh und je führend in diesem Segment. Das soll auch so bleiben. Wir wollen nicht warten, bis uns die anderen den Schneid abkaufen“, sagt Zetsche im Interview. Gebaut werden soll die S-Klasse auch künftig am Standort Sindelfingen.

Die neue Offensive in der Modellspitze bedeute zugleich das Aus für die Marke Maybach, erklärte der Daimler-Chef: „Wir haben intern ausgiebig diskutiert, welcher Weg im Luxussegment den größten Erfolg verspricht. Und wir sind zur klaren Überzeugung gelangt, dass die Absatzchancen für die Marke Mercedes besser sind als die von Maybach.“

Es sei nicht sinnvoll, ein Nachfolgemodell für den jetzigen Maybach zu entwickeln. Die kommende S-Klasse werde ein in jeder Hinsicht so überlegenes Fahrzeug, dass sie die Maybach-Modelle ersetzen könne. Über die Existenzberechtung des Maybach sei innerhalb des Konzerns seit langem diskutiert worden, vor allem, weil die Verkaufszahlen deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien.

Zetsche räumte in dem Interview auch ein, dass die Wiedereinführung der Marke Maybach im Jahr 2002 unterm Strich ein Verlustgeschäft war. Das Auto soll nun weiterverkauft werden, bis im Jahr 2013 die neue S-Klasse-Generation auf den Markt kommt. Die Beschäftigten der Maybach-Manufaktur bräuchten sich keine Zukunftssorgen zu machen, unterstrich Dieter Zetsche: „Das sind etwa 150 bestens qualifizierte Mitarbeiter, die wir für unser Wachstumsprogramm im Luxussegment brauchen werden.“

www.maybach-manufaktur.com

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