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Mehrheit der englischen Verlage sieht Heil in Bezahlinhalten

Die Kombination aus Wirtschaftskrise und rückläufigem Werbeanzeigengeschäft hat innerhalb der Verlagsbranche deutliche Spuren hinterlassen. Als wesentlichste Konsequenz lässt sich dabei vor allem ein Umdenken in Bezug auf die Sinnhaftigkeit neuer Geschäftsmodelle beobachten.

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Während sich etwa vor Beginn der weltweiten Rezession im Jahr 2007 lediglich 46 Prozent der Verlagshäuser in der Zeitungs-, Zeitschriften- und TV-Branche für die Einführung von Bezahlmodellen für Online-Inhalte ausgesprochen haben, sind es heute schon rund 70 Prozent, die bereits ein derartiges System nutzen oder planen, ihr Web-Angebot in Zukunft entsprechend umzustellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuell präsentierte Untersuchung der Association of Online Publishers (aop) in Großbritannien, die 28 Medienunternehmen wie News International, Financial Times, Trinity Mirror oder die Telegraph Media Group repräsentiert.

Dass die Debatte um die Einführung von sogenanntem Paid Content auf den Online-Auftritten von Medienhäusern nicht nur in Großbritannien zunehmend an Fahrt gewinnt, sondern auch in Deutschland, zeigt das Beispiel des Axel-Springer-Verlages. Dessen Chef Mathias Döpfner hatte Mitte August durchblicken lassen, dass die kostenlosen Web-Inhalte der hauseigenen Publikationen schrittweise zurückgedreht werden sollen. „Auf jeden Fall wird auch in Deutschland bereits darüber nachgedacht, ein Bezahlmodell für Online-Inhalte von Printprodukten einzuführen. Vermutlich werden es die großen Verlage sein, die in dieser Hinsicht die ersten Schritte setzen werden. Doch ganz egal, wer hier vorprescht, er muss zunächst einmal ein tragfähiges Konzept für Paid Content im Web vorlegen“, erklärt Holger Kansky, Multimedia-Referent beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), im Gespräch mit Pressetext.

Aktuell hat auch die Deutsche Post eine Untersuchung vorgelegt. Auch für die deutschen Verlage sind die Online-Erlöse ein Hoffnungsträger. Für 2010 geht fast die Hälfte der Entscheider (46 Prozent) von einem Erlösanteil am Verlagsumsatz zwischen zehn und 25 Prozent aus. Zusatzerlöse rechnen sich die Printmedien auch im Bereich des Paid Content aus. Allerdings sind gut zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) auch davon überzeugt, dass journalistische Inhalte im Netz weiterhin kostenlos bleiben.

Gerade in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Härtephase könne es sich nämlich niemand aus der Branche leisten, mit derartigen Experimenten Misserfolge einzufahren. „Ich glaube aber nicht, dass die Einführung einer Kostenpflicht die alleinige Lösung für die Refinanzierung der Online-Inhalte darstellen wird“, betont Kansky. Größtes Problem in diesem Zusammenhang bleibt aber die Frage, wie die Online-Leserschaft auf die Umsetzung derartiger Pläne reagieren wird. „Anders als bei der mobilen Webnutzung sind die Menschen im stationären Internet kostenlose Zugänge gewohnt“, meint Kansky. pte

www.ukaop.org.uk, www.bdzv.de

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