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Matthias Hartmann verlässt die GfK

Bis Jahresende wird Matthias Hartmann seine Aufgaben an Vorstandskollegen übertragen

Die GfK steckt derzeit in einer schwierigen Phase. Am Donnerstagabend teilte das Unternehmen mit, dass der Vorstandsvorsitzende Matthias Hartmann zum Jahresende ausscheiden wird. Heute teilten die Marktforscher mit, dass Umsatz und Ergebnis rückläufig sind

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Gestern hatte die GfK in einer Pressemitteilung mitgeteilt, dass der Vorstandsvorsitzende Matthias Hartmann (50) zum Ende des Jahres das Marktforschungsunternehmen verlassen wird. Nach Unternehmensangaben einigte er sich mit dem Aufsichtsrat der GfK SE einvernehmlich darauf, zum Ende des Geschäftsjahres am 31. Dezember 2016 aus dem Vorstand auszuscheiden. Grund seien unterschiedliche Ansichten zwischen dem Großaktionär GfK Verein und Hartmann zur langfristigen geschäftspolitischen Ausrichtung des Unternehmens.

Hartmann wird bis Jahresende seine Aufgaben an seine Vorstandskollegen übertragen. Dr. Gerhard Hausruckinger (55) wird zusätzlich zu seiner Aufgabe als Vorstand des Sektors Consumer Choices interimistisch ab September die Rolle als Sprecher des Vorstands wahrnehmen. Zudem hat Dr. Arno Mahlert (69) sein Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender wegen unterschiedlicher Auffassungen in der Zusammenarbeit mit dem Großaktionär zum 12. September 2016 niedergelegt.

„Enttäuschendes“ zweites Quartal

Zudem hat die GfK im ersten Halbjahr 2016 ein Ergebnis erwirtschaftet, das unter den Vorjahreszahlen für die Berichtsperiode liegt. Während die Gruppe im ersten Quartal 2016 ein organisches Wachstum von 0,9 Prozent erzielte, ist der Umsatz im ersten Halbjahr 2016 um 1,5 Prozent zurückgegangen. Die Marge lag mit 8,2 Prozent annähernd auf Höhe des ersten Quartals, reichte jedoch nicht an das Vorjahresquartal (9,5 Prozent) heran.

Das angepasste operative Ergebnis ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,3 Millionen Euro auf 58,9 Millionen Euro zurück. GfK-Vorstandsvorsitzender Matthias Hartmann betont: „Das zweite Quartal war enttäuschend. Wir mussten hier auch Vorsorgemaßnahmen für Verzögerungen bei Wachstumsinitiativen im Sektor Consumer-Choices vornehmen.“

Negative Währungseffekte

Der Umsatz der Gruppe betrug in der ersten Jahreshälfte 721,7 Millionen Euro. Insgesamt ist der Umsatz der GfK Gruppe damit um 3,4 Prozent zurückgegangen. Währungseffekte hatten daran mit minus 2,4 Prozentpunkten einen deutlichen Anteil. Das angepasste operative Ergebnis ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,3 Millionen Euro auf 58,9 Millionen Euro zurück.

Auch der Auftragseingang und der Umsatz in der Auftragsforschung (Ad-hoc-Geschäft) liegen in der ersten Jahreshälfte deutlich hinter der Vorjahresperiode zurück. Dies führte auch zu einer Reduzierung der Zukunftserwartungen. Eine daher erfolgte Überprüfung der bilanzierten Firmenwerte im Consumer-Experiences-Sektor machte eine Abschreibung von 139 Millionen Euro erforderlich. Die Firmenwerte im Sektor Consumer Choices sind von der Wertberichtigung nicht betroffen.

Anlaufschwierigkeiten bei Media Measurement

Der Sektor Consumer Choices wächst weiterhin organisch, ist jedoch in seiner Marge durch Verzögerungen bei Fernsehforschungsaufträgen und anderen Wachstumsinitiativen sowie den Ergebnissen des inzwischen verkauften Bereichs Pflanzenschutz und Tiergesundheit stark belastet.

Auch das Ausland macht Sorgen: Im Bereich Media Measurement belasten die Anlaufschwierigkeiten der neuen Verträge, vor allem bei dem Fernsehforschungsauftrag in Brasilien, das Ergebnis. Gleichzeitig hatten die Regionen Lateinamerika und Zentral Osteuropa/META gute organische Wachstumsraten zu verzeichnen, denen aber bereits wie im Vorquartal hohe negative Währungseffekte entgegenstanden. In den reifen Märkten Süd- und Westeuropa sowie Nordamerika war die Entwicklung dagegen rückläufig.

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Kommentare

  1. Unter Herrn Hartmann gab es vor allem mehr Administrationsaufwand, mehr Managementfees und weniger Menschlichkeit. Als GfK-Mitarbeiter kann ich nur sagen: Wird endlich Zeit

    1. Endlich, längst fällig. Hat nur Unruhe gestiftet und Kundenorientierung sabotiert. Mit seiner Matrixorganisation Mitarbeiter z.T. entmündigt. Statt innovativ sich dem digitalen Zeitalter zu stellen und das Institut zukunftsorientiert auszurichten, willfährige Jasager in seinem Umfeld, z.T. alte Spezeln, angesiedelt und die Bürokratie hochleben lassen. Kleine Institute haben durch dieses Mismanagement unendlich profitiert. Nach zwei Fehlgriffen auf der CEO-Position bleibt dem Institut nur zu wünschen, endlich einen professionellen Researcher mit der Leitung des Ladens zu betrauen.

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