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Markteintritt in China: Netflix expandiert über Lizenzdeal ins Reich der Mitte

Es ist der eine große Absatzmarkt, der Reed Hastings bei seiner weltweiten Expansionsstrategie mit Netflix noch fehlt: China. Nachdem er die Hoffnung auf einen Launch im vergangenen Jahr noch dämpfte, scheint nun der Markteintritt zu gelingen. Wie das Branchenorgan Variety berichtet, hat der Streaming-Pionier einen Lizenzdeal mit dem lokalen Marktführer iQiyi.com geschlossen, durch den die Eigenproduktionen im Reich der Mitte nun doch vertrieben werden.

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Eine der erstaunlichsten Wachstumsstorys der Film- und Fernsehgeschichte steht vor ihrer Vollendung: In 192 Ländern ist Streaming-Gigant Netflix bereits verfügbar – nur der Zugang zum bevölkerungsreichsten Land der Erde war Netflix aufgrund von Internet- und Medienregularien sowie Zensurbeschränkungen bisher verwehrt geblieben.

Den seit Jahren angestrebten Markteintritt ins Reich der Mitte hatte CEO Reed Hastings daher im vergangenen Herbst sogar abgesagt, zu problematisch erschienen die regulativen Hürden. Nun jedoch überrascht Variety mit der Meldung, dass Netflix über eine Lizenzierung seine Serien und Filme doch im Reich der Mitte anbieten könnte.

Content-Vertrieb an 500 Millionen Zuschauer

Wie das Branchenblatt der Film- und Fernsehindustrie berichtet, hat Netflix mit dem größten chinesischen Streaming-Anbieter iQiyi.com, der es auf über 500 Millionen Kunden bringt,  bereits einen Vertrag abgeschlossen, nach dem die Produktionen der US-Unternehmen künftig praktisch zeitgleich zum eigenen Programm auch in China ausgestrahlt werden würden.

Angaben, wie viel Netflix am Deal mit iQiyi.com, an dem die größte chinesische Suchmaschine Baidu beteiligt ist, verdienen würde, macht Variety nicht. Die Wall Street reagierte unterdessen euphorisch auf die Meldung und beförderte die Netflix-Aktie um mehr als 6 Prozent auf neue Allzeithochs bei 153 Dollar.

Schon wertvoller als Murdochs Film- und Fernsehen-Imperium 21st Century Fox

Mit einer Marktkapitalisierung von 66 Milliarden Dollar ist der 20 Jahre alte US-Streaming-Anbieter von Serien und Filmen, der in den späten 90er-Jahren noch als Versender von DVDs begonnen hatte, damit bereits wertvoller als Rupert Murdochs Film- und Fernsehimperium 21st Century Fox, das es aktuell auf einen Börsenwert von 56 Milliarden Dollar bringt.

Nach einem Zuwachs von 5 Millionen neuen Abonnenten in den ersten drei Monaten des Jahres bringt es der Streaming-Video-Pionier inzwischen bereits auf 99 Millionen zahlende Kunden; die 100 Millionen-Marke sollte jeden Moment fallen. Im Auftaktquartal des Jahres verdiente Netflix 178 Millionen Dollar bei Umsätzen von 2,64 Milliarden Dollar.

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