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Marken-Gipfel 2016: Die Learnings aus dem ADAC-Skandal

© Martin Kunz, Chefredakteur, ADAC Motorwelt

Nach dem Skandal um den ADAC-Preis "Der Gelbe Engel" erlebte der traditionsreiche Automobilclub die schwerste Krise seiner Geschichte. Wie es gelang, das Vertrauen wieder aufzubauen und wie Publikationen wie "ADAC Motorwelt" und "Reisemagazin" dazu beitrugen, erklärt Chefredakteur Martin Kunz im Interview

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Herr Kunz, der Skandal um den Gelben Engel beschäftigte Kunden und Medien. Welche Learnings nehmen Sie aus dieser Zeit mit?

Martin Kunz: Eine offene, glaubwürdigen Kommunikation ist das A und O. Ich denke, das ist uns – zusammen mit den Kollegen der Öffentlichkeitsarbeit – in den vergangenen Monaten ganz gut gelungen. Gelernt haben wir: Wer zeitig sät und seine Pflänzchen hegt, darf auf eine gute Ernte hoffen.

Wie hat sich Ihre Arbeit nach den Negativschlagzeilen über den ADAC verändert?

Wir haben uns bewusst auf unsere hohe Service- und Beratungskompetenz konzentriert. Eben genau auf das, was den ADAC wirklich ausmacht. Es war für uns schön zu sehen, dass sich die Öffentlichkeit wieder stark für die Straßenwacht, die Luftrettung oder die juristischen Tipps unserer Experten, etwa beim Abgas-Skandal, interessiert.

Wie ist es Ihnen gelungen, das Vertrauen in die Marke ADAC wieder aufzubauen?

Man muss berechtigte Kritik ernst nehmen und glaubwürdig bleiben. Das gehen wir aktiv an, indem wir ein umfassendes Reformprogramm zur Neuausrichtung des ADAC aufgesetzt haben. Darin ist beispielsweise festgelegt, dass Vereinsaktivitäten wie etwa der Verbraucherschutz sehr viel stärker von den kommerziellen Aktivitäten getrennt werden. Die erforderlichen strukturellen Veränderungen betreffen das gesamte Haus, alle Abteilungen und auch die 18 eigenständigen ADAC Regionalclubs.

Welche Rolle spielen dabei Publikationen wie „ADAC Motorwelt“ oder das „ADAC Reisemagazin“?

Unsere Medienangebote müssen natürlich zum neuen ADAC passen. Schließlich tragen sie das Bild des Clubs in die Öffentlichkeit. Es reicht aber nicht, das als PR-Aufgabe zu verstehen – die Medien selbst müssen strukturell und journalistisch glaubwürdig agieren. Für uns heißt das beispielsweise, auch den Regeln des Verbraucherschutzes gerecht zu werden – denken Sie nur an Compliance oder die deutliche Trennung von Redaktion und Anzeigen. Da sind wir ganz streng. Und das ist auch gut so.

Martin Kunz ist Referent auf dem Marken-Gipfel 2016 am 15. März in Düsseldorf.

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