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Zieht LinkedIn wirklich an Xing vorbei?

Während Xing seinen Umsatz größtenteils durch zahlenden Kunden generiert, ist bei LinkedIn die Personalsuche größter Umsatztreiber

Viele Medien titeln, LinkedIn hätte Xing mitgliedertechnisch bald eingeholt und würde den deutschen Platzhirschen verdrängen. Doch trifft das zu? Ein differenzierter Blick auf die Zahlen lohnt sich.

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Rund eine Million mehr Mitglieder für LinkedIn innerhalb von sieben Monaten. Damit bringt es das amerikanische Pendant zu Xing auf neun Millionen Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Viele Medien nahmen das zum Anlass, die Mitgliederzahlen der beiden Netzwerke miteinander zu vergleichen und titelten damit, dass LinkedIn nur noch um 1,5 Millionen Mitglieder von Xing entfernt sei und die Lücke zwischen den beiden Karriere-Netzwerken immer kleiner werde. Das ist allerdings so nicht richtig, da hier zwei Monate alte Zahlen von Xing mit frischen Zahlen von LinkedIn verglichen werden. Wie ein Sprecher von Xing verriet, belaufe sich das Netzwerk aktuell bereits auf rund elf Millionen Mitglieder. Somit bleibt der Vorsprung von Xing weiterhin konstant bei zwei Millionen Mitgliedern im deutschsprachigen Raum. 2015 hatte Xing beispielsweise etwa acht Millionen Mitglieder, LinkedIn rund sechs Millionen.

Zahlende Kunden bei Xing, Personalsuche bei LinkedIn

Weiterhin sollte man bei einem generellen Vergleich zwischen den beiden Netzwerken vorsichtig sein, denn letztlich fußen sie strategisch auf verschiedenen Schwerpunkten und Ausrichtungen. Besonders zutage tritt dieses bei den Finanzierungmodellen. Während Xing seinen Umsatz vor allem durch zahlende Premium-Kunden generiert, liegt der Schwerpunkt bei LinkedIn eher auf Lösungen für die Personalsuche und Marketinglösungen. So hatte das B-to-C-Geschäft laut Xing auch im ersten Halbjahr 2016 den größten Anteil am Umsatzwachstum. Der Umsatz in diesem Segment stieg um 15 Prozent von 32,5 Millionen Euro auf 37,3 Millionen Euro. Die Summe der zahlenden Mitglieder in der D-A-CH-Region stieg im ersten Halbjahr um 33.000 auf 914.000. LinkedIn generierte seinen Umsatz vor allem aus drei Produkten für den B-to-B-Bereich. Der global erzielte Umsatz belief sich im zweiten Quartal 2016 auf 933 Millionen US-Dollar, das entspricht rund 855 Millionen Euro (Wechselkurs vom 28. Oktober 2016). Dazu steuerten die Lösungen für die Personalsuche (LinkedIn Talent Solution) mit 64 Prozent den größten Anteil bei. Die Marketinglösungen (LinkedIn Marketing Solution) machten 19,4 Prozent aus, die Premium-Accounts rund 16,6 Prozent.

B-to-B oder B-to-C?

Auch die oft grobe Unterscheidung, dass Xing den Fokus auf den B-to-C-Bereich lege, während LinkedIn ausschließlich im B-to-B-Segment aktiv sei, ist nicht so einfach möglich. Zwar ist der Bereich B-to-B bei LinkedIn derzeit stärkster Umsatztreiber, doch letztlich betreiben beide Anbieter Karriereplattformen, in denen es um Businesskontakte, sprich das B-to-B-Umfeld, geht. Mitglieder sind aber auch im privaten Modus unterwegs, da sie unter anderem nach Jobs suchen oder ihr persönliches Netzwerk erweitern. Somit verschwimmt die klare Trennlinie. Zudem baut auch Xing sein Geschäftskundengeschäft bzw. B2B-E-Recruiting-Segment zunehmend aus. Bereits jetzt bietet Xing Eckpfeiler des B2C E-Recruitings: passive Sourcing (Xing Stellenmarkt), Active Sourcing (Xing Talentmanager) und Employer Branding (Employer Branding Profil). „Und mit eqipia, das jetzt Xing EmpfehlungsManager heißt, haben wir auf der Zukunft Personal in Köln ein innovatives Produkt vorgestellt, welches das berufliche Netzwerk der eigenen Mitarbeiter für die Personalsuche des Unternehmens erschließt. Mit unseren Recruiting-Lösungen für Unternehmen sind wir weiter auf Wachstumskurs. Die Herausforderungen für Unternehmen, die passenden Kandidaten für das eigene Unternehmen zu begeistern, sind insbesondere im aktuellen Arbeitsmarktumfeld enorm. Somit sind wir sehr zufrieden, dass wir den Halbjahresumsatz von 19,6 in 2015 um 29 Prozent auf 25,3 Millionen Euro stark steigern konnten“, so ein Sprecher des Unternehmens. Mit seiner Tochterfirma kununu stellt Xing zudem eine Plattform für Arbeitgeberbewertungen im deutschsprachigen Raum, die eng mit der Xing Plattform verzahnt ist.

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Kommentare

  1. Etwas überrascht durfte ich vor wenigen Wochen feststellen, dass XING inzwischen knapp 100.-€ Mitgliedsbeitrag verlangt. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Geschäftsmodell noch trägt. Ich jedenfalls finde die Kosten/Nutzenverhältnis nicht mehr angemessen und glaube, dass anderen es auch so empfinden.

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