Suche

Werbeanzeige

Leistungsträger müssen mit ganzem Herzen dabei sein

Es geht um die deutsche Wirtschaft. Da werden wir Sportler auch schon einmal zitiert. Wir sind doch das beste Beispiel für Höchstleistungen. Gerade jetzt, wo alle über die Ergebnisse der Wirtschaft jammern, sind wohl einige Tipps willkommen. Erfahrungen mit den Wirtschaftsvertretern sind leicht zu sammeln. Bestes Feld dafür sind Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Hier treffe ich unsere Macher. Schnell erfahre ich, um was es geht. Für Mobiltelefone gibt es keine Grenzen.

Werbeanzeige

Irgendwie werde ich bei diesen Typen mit den weichen weißen Händen das Gefühl nicht los, dass sie mir bekannt sind. Solche Sportler standen immer mit mir an der Startlinie. Starker Auftritt, vor Selbstbewusstsein strotzend, die buntesten Rennanzüge. Sie waren es, die im Ziel immer die besten Gründe hatten, warum es nicht so lief, wie sie es sich vorgestellt hatten. Da waren der ungünstige Gegenwind auf der ersten Teilstrecke, die große Hitze, der Regen, die lange Reise, der starke Gegner oder einfach unerklärliche Gründe.

Im antiken Griechenland wurde nackt Sport getrieben. Das war wohl praktischer, aber es hatte auch einen tieferen Sinn: Gerade beim Sport sollte jeder zeigen, wie ernst er es mit seinem Körper und Geist meinte, wie stark sein Wille war. Fettpölsterchen, Bauchansatz oder ein gebeugter Rücken waren nicht zu kaschieren. Ein kurzer Blick genügte, und man wusste, wen man vor sich hatte. Solche Methoden der Persönlichkeitsbeurteilung sind ja heute nicht mehr gängig, doch führt es im gewissen Sinn dorthin, was wir Sportler so lieben: die möglichst objektive Beurteilung unserer Leistungsfähigkeit. Ist die gelaufene Zeit schlecht, dann ist man auch schlecht gelaufen. Es ist doch ganz einfach. Wenn der Startschuss fällt, muss jeder zeigen was er kann. Jede Hürde, die im Weg steht, muss übersprungen werden. Zögern bringt schon die Niederlage. Gegenwind? Kreativität für eine andere Renngestaltung ist die Lösung, manchmal auch pure Kraft. Dafür muss man natürlich trainiert haben. Doping bringt da nicht viel. Solche unehrlichen Methoden haben sich noch nie ausgezahlt.

Und wenn wir doch verlieren? Es ist doch das Wesen des Sports, dass wir Niederlagen einstecken müssen. Beenden wir deshalb unsere Laufbahn, scheuen wir das Risiko und treten gar nicht mehr an, oder wandern wir in konkurrenzarme Gegenden ab? Nein, wir analysieren unseren Misserfolg, planen neu, trainieren hart und versuchen es wieder gegen härteste Widersacher. „Für diesen Leistungssport muss man sich aber schrecklich quälen“, höre ich immer wieder. Dabei ist es für uns Abenteuer und Spaß. Quälten wir uns, hätten wir es schon längst aufgegeben.

Und die deutsche Wirtschaft? Die Leistungsträger müssen nur mit ganzem Herzen dabei sein und keine Kreativität und kein Risiko scheuen. Und das Handy etwas leiser stellen.

Über den Autor: Dr. Harald Schmid ist Inhaber der pr400 – Agentur für Sport und Kommunikation, Hasselroth.

Alle Kolumnen von Harald Schmid lesen.

Die letzten 5 Kolumnen

Kolumne

Drei Gründe, warum Awards gut für Agentur und Kunde sind

Mindestens einmal im Jahr, rund um das Kreativfestival in Cannes, entbrannte auch in diesem Jahr erneut die Diskussion rund um den Sinn und Unsinn von Awardshows. Und spätestens nachdem sich in diesem Jahr die Publicis Group für das nächste Jahr zu einer PR-trächtigen kompletten Award-Abstinenz verpflichtet hat, um stattdessen das Budget für den Aufbau der internen AI-Plattform MARCEL zu verwenden, ist es Zeit, diese Sau erneut durchs Dorf zu treiben. mehr…

Weitere Kolumnen

Werbeanzeige

Newsticker

„Ohne Vielfalt ziemlich langweilig“: Warum Edeka ausländische Ware aus den Regalen verbannt

Eine Edeka-Filiale in der HafenCity zeigt, warum Rassismus keinen Platz in ihren Filialen…

Die elf wichtigsten Fähigkeiten, die ein Social-Media-Redakteur im Jahr 2017 haben muss

Nicht selten entscheiden mittlerweile Social-Media-Redakteure über Erfolg oder Misserfolg einzelner Stücke. So wichtig…

„Air Berlin wächst wieder“: Die Katastrophenkommunikation der Airline vor der Pleite

Air Berlin in der Krise: Die verlustreiche Gesellschaft musste diese Woche Insolvenz anmelden,…

Werbeanzeige