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(K)ein Posten für zwei: Warum Jobsharing noch nicht funktioniert

Führungskräfte scheitern immer öfter an weichen Faktoren © Fotolia 2015

Die Zeiten ändern sich - auch die Arbeitszeiten. Flexible Arbeitszeitmodelle werden immer wichtiger, um mehr Bewerber anzusprechen, mehr selbstbestimmtes Arbeiten zu ermöglichen und Fach- und Führungskräfte im Unternehmen halten zu können. Doch das Prinzip des Jobsharings funktioniert in der Führungsebene noch nicht.

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Führen in Teilzeit ist jedoch weiterhin eine Ausnahmesituation. Es scheitert aber nicht an der Frage, ob Führungspositionen grundsätzlich teilzeitfähig sind, sondern vielmehr an der Machbarkeit, der technischen Umsetzung. „Viele Unternehmen, die Teilzeit oder Jobsharing anbieten, haben ein Problem mit dem Gleichgewicht: Vormittags sind oft zu viele Kräfte vor Ort, nachmittags zu wenige. Das Tagesgeschäft läuft aber kontinuierlich. Und dass die Vollzeitkräfte diese Mehrbelastungen dann auffangen, ist ungerecht“, sagt Doris Mailänder, Geschäftsführerin der Personalberatung TreuenFels.

Das System vom Kern aus ändern

Die wiederholten Forderungen der Politik an die Wirtschaft helfen wenig. „Viele Unternehmen möchten, wie ihre Arbeitnehmer, gern flexibler sein, doch es fehlen tragfähige Strukturen. Gerade der deutsche Mittelstand braucht Hilfe“, so Mailänder. Das Problem: „Wir leben in einer Morgengesellschaft, das lähmt die Flexibilisierung in Deutschland. Wenn etwa in Kitas und Schulen früh Wissen vermittelt und nachmittags gespielt wird, werden Eltern wohl kaum morgens daheim bleiben und nachmittags zur Arbeit kommen“, sagt Mailänder. Teilzeitarbeit sollte ihrer Meinung nach vor- und nachmittags machbar sein. Im Handel, im Gesundheitswesen oder bei Verkehrsbetrieben sei auch nicht mittags Schluss. „Die schichtweise Präsenz der Mitarbeiter ist dort ganz selbstverständlich. Doch statt die Erfolgsstrategien zu übertragen, haben es gerade Fach- und Führungskräfte anderer Branchen weiter schwer, in Teilzeit erfolgreich zu sein.“

Ganztags-Kitas in Unternehmen

Dazu braucht es ein grundsätzliches Umdenken: „Klar erfordern flexible Jobmodelle partnerschaftliche Prinzipien und dass Kollegen gemeinsam Verantwortung tragen – aber auch, dass sie politisch mehr Druck machen“, sagt Mailänder. Denn auch die Infrastruktur muss dazu passen. Schließlich gibt es schon Unternehmen, die selbst Ganztages-Kitas bauen oder Fortbildungen in den Abendstunden oder als Webinar anbieten. Doch das scheint nur punktuell zu funktionieren. Und nur, wenn die Vorrausetzungen stimmen, kann sich flexibles Arbeiten auch auf Führungspositionen flächendeckend durchsetzen. Davon profitieren nicht nur Eltern oder Mitarbeiter, die Angehörige pflegen, sondern der Standort Deutschland und nicht zuletzt die Unternehmen, denn die Mitarbeiter sind zufriedener und produktiver.

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