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Kaum klassische Neugründungen im Textileinzelhandel

Immer mehr Unternehmer setzen auf E-Commerce, wie aktuelle Zahlen des internationalen Wirtschaftsauskunft-Anbieters Creditsafe veranschaulichen. Im vergangenen Jahr gab es im Segment Internethandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren 71 Unternehmens-Neugründungen. Im Jahr 2009 waren es 44. Umgekehrt verhält es sich im stationären Textilhandel: Creditsafe ermittelte nur elf Neugründungen im Jahr 2013, vier Jahre zuvor waren es noch 94.

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„Der Onlinehandel boomt – sehr zum Leidwesen der traditionellen Händler. Allerdings ist fraglich, wie viele der neuen, kleineren Onlinehändler auf Dauer mit den Großen mithalten können“, kommentiert Goran Filipovic, CEO von Creditsafe Deutschland, diese Zahlen. Er ergänzt: „2009 mussten noch 71 stationäre Händler Insolvenz anmelden – 2013 waren es nur 30.“ Es bleibe abzuwarten, ob es sich dabei um einen Aufschwung des traditionellen Handels oder um eine Selbstbereinigung des Marktes handelt.

Stationärer Handel setzt mehr um als der E-Commerce

Auch beim Umsatz hat sich in den vergangenen Jahren in der Textilhandelsbranche einiges getan. In der Zeit zwischen 2009 und 2013 setzte der stationäre Handel laut Creditsafe durchweg mehr um als die Online-Konkurrenz. Eine Ausnahme stellt das Jahr 2012 dar: Während der stationäre Handel einen Umsatz von rund 223,5 Milliarden Euro erzielte, erwirtschaftete der Onlinehandel fast 268 Milliarden Euro. Im darauffolgenden Jahr – 2013 – relativierte sich das Verhältnis jedoch wieder und der stationäre Handel zog mit 190 Milliarden Euro Umsatz erneut am Internethandel vorbei, der rund 147 Milliarden Euro erwirtschaftete.

Diese Zahlen müssen Creditsafe zufolge allerdings in den passenden Kontext gesetzt werden: Im Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren sind im Online-Versand mit 373 gegen 6.375 deutlich weniger Unternehmen aktiv als im stationären Handel. Zudem erwirtschafte der E-Commerce, der nur sechs Prozent der Branchenmitarbeiter beschäftigt, 44 Prozent des Gesamtumsatzes der Branche.

Gehen Retourgebühren wirklich zu Lasten der Kunden?

Die neue EU-Verbraucherrechte-Richtlinie, die Onlinehändler nicht mehr dazu verpflichtet, die Retouren zu bezahlen, könnte es zumindest den kleineren Unternehmen schwer machen. „Die großen Händler wie Amazon und Zalando werden – zumindest vorerst – weiterhin gebührenfreie Rücksendungen anbieten; wenn kleinere Unternehmen die Gebühren erheben, könnte das zu sinkenden Kundenzahlen führen“, sagt Filipovic. Würden sich jedoch kostenpflichtige Retouren durchsetzen, müssten auch Großhändler wie Amazon ihr Modell überdenken.

(Creditsafe/asc)

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