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Jeder dritte Internetnutzer ignoriert Datenschutzerklärungen

Fast ein Drittel der Internetnutzer in Deutschland (31 Prozent) verzichtet komplett darauf, die Datenschutzerklärungen von Online-Diensten zu lesen. Bewusst tun dies 21 Prozent, weitere zehn Prozent gehen zwar ins Internet, sind aber der Meinung, keine datenschutzrelevanten Dienste zu nutzen.

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Dies hat eine Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom unter 811 Internetnutzern ergeben. Danach lesen 42 Prozent der Befragten die Erklärungen immerhin „selten“. Weitere 16 Prozent lesen die Hinweise zum Datenschutz „oft“ und elf Prozent sogar „immer“.

„Datenschutzerklärungen sind keine leichte Kost“, sagt Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf, „trotzdem sollten sich alle Internetnutzer damit auseinandersetzen.“ Bei jeder Nutzung des Internets fallen laut Kempf Daten an. Er betont: „Die Erklärungen zum Datenschutz enthalten unter anderem Hinweise zur Nutzung und Weitergabe personenbezogener Daten, dem Einsatz von Cookies und zur Datensicherheit.“ Anhand der Erklärungen sollten Nutzer entscheiden, ob sie einem Online-Dienst persönliche Daten anvertrauen wollen oder nicht.

Kurz und einfach formulieren

Allerdings sind Datenschutzerklärungen aufgrund der gesetzlichen Vorgaben sowie der immer komplexer werdenden Prozesse bei der Datenverarbeitung in der Regel lang, unübersichtlich und schwer verständlich, räumt der Bitkom ein. Anbieter von Online-Diensten, aber auch die Betreiber von Webseiten seien immer dann zur Veröffentlichung von Angaben zum Datenschutz verpflichtet, wenn sie personenbezogen Daten erheben. Das könne bereits der Fall sein, wenn sie die E-Mail-Adresse eines Nutzers für den Versand eines Newsletters speichern oder Cookies für die Auswertung des Besucherverhaltens setzen. „Datenschutzerklärungen sollten trotz der rechtlichen Vorgaben so kurz und einfach wie möglich sein“, rät Kempf.

Laut einer weiteren Bitkom-Umfrage fordern 90 Prozent der Internetnutzer verständliche Datenschutzerklärungen von den Betreibern von Online-Diensten als Beitrag zu einem besseren Datenschutz. Darüber hinaus wollen 95 Prozent nicht, dass ihre Daten an Dritte weitergegeben werden und 84 Prozent wünschen sich strenge Voreinstellungen beim Datenschutz, auch wenn diese zu Lasten der Bequemlichkeit gehen.

Nutzer sollten Plausibilitäts-Check machen

Der Bitkom empfiehlt den Nutzern von Online-Diensten, mit einem Plausibilitäts-Check zu prüfen, ob der Datenschutz gewährleistet ist. Dabei sollten sie auf drei Punkte besonders achten: Welche Angaben werden zur Art der gespeicherten Daten gemacht, welche Hinweise gibt es zum Verarbeitungszweck und welche Angaben zur Weitergabe von Daten an Dritte. Eine wichtige Frage sei dabei, ob die beschriebene Datenverarbeitung für den jeweiligen Online-Dienst erforderlich erscheine oder sie weit darüber hinausgehe. Hintergrund ist die datenschutzrechtliche Vorgabe, dass personenbezogene Daten nur zu dem Zweck verarbeitet werden dürfen, für den sie auch von den Nutzern erhoben wurden. Wenn Nutzer hier Zweifel hätten oder die Erklärung unverständlich sei, könnten sie sich an den Datenschutzbeauftragten des Unternehmens wenden.

(Bitkom/asc)

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