Suche

Werbeanzeige

Jamaika-Aus: Lindner zieht Reißleine und erntet zum Dank heftigen Twitter-Shitstorm

Mit seinem Austritt aus den Verhandlungen sorgt Lindner für politische Schockstarre

„Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren", sagte Lindner gestern Nacht und lässt Jamaika damit platzen. Das ist nicht nur ein Schock für Merkel, auch die anderen Politiker sind empört und machen sich in den sozialen Medien Luft.

Werbeanzeige

In der Kampagne für die Bundestagswahl posierte FDP-Chef Christian Lindner – gekonnt wie ein Coverboy. Dafür wurde er im Netz gefeiert, vor allem von der jüngeren Generation. Jetzt hat sich das Blatt gewendet. Denn mit dem Jamaika-Aus bricht eine Welle der Empörung über den Parteichef der Liberalen ein. Ganz nach dem Motto: Alle gegen einen.

Politisches Beben im Netz

Wie empört die Parteien und Politiker sind, zeigt sich insbesondere in ihren Tweets. Während die FDP ihren Satz „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren“ direkt als neuen Slogan inszeniert …

… kritisiert Grünen-Unterhändler Reinhard Bütikofer, Lindner würde sich seiner politischen Verantwortung entziehen.

Populismus würde sich Lindner gewiss nicht vorwerfen lassen, beschreibt er den Abbruch der Sondierung doch als reine Vernunftshandlung. „Eine Vertrauensbasis und eine gemeinsam geteilte Idee, sie wären aber die Voraussetzung für stabiles Regieren“, so Lindner. Zudem erklärt er die Entscheidung als eine die eigene „Haltung“ bewahrende Notwendigkeit: „Wir werfen ausdrücklich niemandem vor, keinem unserer drei Gesprächspartner, dass er für seine Prinzipien einsteht. Wir tun es aber auch für unsere Prinzipien und unsere Haltung.“

Diese Begründung überzeugt die anderen Politiker eher nicht. Thomas Jarzombek, CDU-Digitalexperte, zeigt sich auf Twitter schockiert:

Reines Kalkül?

Und CDU Bundesvize, Julia Klöckner, schätzt den Austritt der FDP aus den Verhandlungen als akribisch vorbereiteten Coup ein. Gut möglich, sollen Lindner und Vize Wolfgang Kubicki doch gestern kurz vor Mitternacht wortlos die Verhandlungsräume verlassen haben, um dann ein bereits ausgedrucktes Statement zu verlesen. Das erweckt nicht wirklich den Anschein einer spontanen Reaktion.

Auch für den haushaltspolitischen Sprecher der Grünen, Sven Kindler, ist die Blockade Lindners ein Taktikspiel.

Was will die FDP bezwecken?

Sollte das Statement tatsächlich Kalkül gewesen sein, stellt sich die Frage, was Lindner sich mit diesem Schritt erhofft. Spekuliert er auf Neuwahlen und auf ein noch besseres Ergebnis für die FDP? Wäre dies der Fall, sollte der FDP-Chef vielleicht noch einmal sein Plakat, das er im Februar auf Twitter verbreitet hatte, überdenken. Darauf setzte er nämlich Nichtstun mit Machtmissbrauch gleich. Doch ist der kompromisslose Abbruch der Verhandlungen nicht dasselbe wie „Nichtstun“?

 Hier können Sie die Rede von Christian Lindner sehen:

Digital

Bitcoin-Kaufpanik: Digitalwährung gewinnt in 24 Stunden 40 Prozent an Wert – doch „Wild-West-Tage könnten bald vorbei sein“

Die Ausschläge bei der Digitalwährung Bitcoin werden immer dramatischer. Nur eine Woche nach dem Durchbruch durch die 10.000-Dollarmarke hat die Kryptowährung Kurs auf die Marke von 20.000 Dollar genommen. Der Run auf das Cybergeld wird immer exzessiver und mutmaßlich durch den baldigen Handelsstart von Terminkontrakten an den Derivatebörsen befeuert. An der Wall Street reagieren immer mehr Finanzexperten mit Kopfschütteln. mehr…

Werbeanzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Das Rezept starker Marken – wie Thyssenkrupp sich neu erfindet und warum es wichtig ist, die Besten auszuzeichnen

Es gab eine Zeit, da glaubten Verbraucher, dass sie durch Marketing und Werbung…

Kleine Erfinder, emotionale Roboter, große Monster: Das sind die schönsten Weihnachts-Spots 2017

Auch 2017 liefern sich die großen Marken wieder einen Wettkampf um die beste…

Fake-Bewertungen im Onlinehandel nehmen Überhand. Das kostet Unternehmen bares Geld

Manchmal sind Fake-Bewertungen bei Onlinehändlern offensichtlich, aber eben nicht immer. Können Tools dabei…

Werbeanzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

    1. Lieber Herr Leutgen,

      danke für Ihren Kommentar. Wir spielen damit explizit auf die Kommentare zahlreicher Politiker an, die sich auf Twitter über den Austritt empören (siehe: „…auch die anderen Politiker sind empört und machen sich in den sozialen Medien Luft“). Dass Lindner auf anderen Foren Lob für den Verhandlungsabbruch erhält, stimmt vollkommen. Sollte unser Fokus, der auf den Reaktionen der Politiker liegt, im Artikel nicht genug zum Ausdruck kommen, bitten wir dies zu entschuldigen.

      Beste Grüße
      Sarah Hölting

      1. Die Twitter-Kommentare von Politikern sind hier völlig irrelevant, da rein interessengeleitet. Das Grüne und CDU’ler schimpfen ist doch klar, ist daher nicht weiter erwähnenswert. Es kommt hier auf die Reaktion der Wähler an, die sich in den Foren widerspiegelt. Ob diese – derzeit meist positiven – Kommentare wiederum repräsentativ sind oder nicht, steht auf einem anderen Blatt. Werden wir spätestens bei Neuwahlen wissen.

      2. Lieber Herr Leutgen, ich kann nachvollziehen, dass Ihnen der Bericht zu einseitig erscheint. Wir bemühen um immer um eine ausgewogene Berichterstattung, daher lassen wir den Artikel auch nicht alleine stehen, sondern werden heute Nachmittag noch einen weiteren Artikel zum Jamaika-Abbruch bringen. Dieser wird dann das „Blame-Game“ der CDU/CSU und der Grünen gegen Lindner hinterfragen. Schauen Sie am besten noch einmal gegen 16 Uhr auf unsere Seite. Beste Grüße, Sarah Hölting

  1. Jetzt zeigt die FDP ihr wahres Gesicht. Hoffentlich haben die Wähler das Szenario aufmerksam verfolgt und geben ihre Stimme einer Partei, die fair und anständig mit der Verantwortung umgeht. Vor diesem Politik-Stil kann man sich nur angewidert abwenden. Das ist unterste Schublade Herr Lindner und Herr Kubicki.

  2. Ich finde den Artikel… interessant…

    So falsch ich den Move von Lindner finde – dass der werte Herr Bütikofer jetzt sauer ist, ist also ein „Twitter-Shitstorm“??? Ich muss jetzt mal kurz schauen, was der Bütikofer grad so macht, aber in der Parteispitze ist er nicht, oder? Kindler und Jarzombek kenne ich nicht, und dass die werte Frau Klöckner das jetzt blöd findet – nun ja, hätte sie die CSU in den Griff bekommen, gäbe es vielleicht ein anderes Ergebnis.

    Ich finde aber die Herangehensweise sehr dünn – hier gibt es keinen „Shitstorm“, sondern vier Meinungen von politischen Konkurrenten.

  3. Es handelte sich um Sondierungsgepsräche, nicht um Koalitionsverhandlungen. Wenn man da so früh die Reißleine zieht, erweist man der Demikratie einen Bärendienst. Schade, dass Herr Lindner und die „Freien Demokraten“ keine Geduld haben.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige