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Max Gall von Target Video: „Selbst Google weiß, welchen inhaltlichen Mehrwert guter Videocontent bietet“

Max Gall über das Potenzial von Bewegtbild

Das Start-up aus München "Target Video" produziert Clips zu den unterschiedlichsten Themen und bereitet diese redaktionell auf. Der Gründer von TargetVideo Maximilian Gall war vorher lange bei ProSiebenSat.1 Digital, Sixx und Burda und kennt das Geschäft. Im Interview mit absatzwirtschaft erklärt er, wie Bewegtbild funktioniert und warum "Likes" auf Facebook nichts mehr wert sind.

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Herr Gall, wie sieht ein Arbeitsalltag bei Ihnen aus? 

Alltag gibt es bei uns nicht, üblicherweise startet die Woche mit einem kurzen Austausch zwischen der Redaktion und dem Video-Team: Welche Themen werden als Text, welche als Videos umgesetzt? Dazu ein kurzer Blick auf die Analysen, Nutzerzahlen und Feedback der vergangenen Tage und Wochen: Welche Themen und Videoformate laufen besonders gut auf unseren eigenen Channels, Websites und denen unserer Kunden? Dann geht es schon an die Produktion. Während ein Teil der Videos schon geschnitten werden kann, muss für einen Teil noch gedreht werden. Sind die Videos fertig und abgenommen, landen Sie direkt auf unseren Kanälen und im Kundenkatalog. So schließt sich dann wieder der Kreis.

Wer sind eure Kunden und was produziert ihr am liebsten?

Wir sind bereits einer der führenden Videopublisher in Deutschland, unsere Videos werden zum Beispiel auf fem.com (die Website betreiben wir komplett), sat1.de, bunte.de, web.de und focus.de eingesetzt oder auch direkt auf Facebook. Wir produzieren am liebsten kurze, knackige Infotainment-Videos in Form von Listicals, decken aber eine große Bandbreite von Tutorials bis zu LifeHacks ab. Das geht von „Wie kriegt man mehr Saft aus Zitronen“ über „Das passiert im Körper, wenn Du Kaffee trinkst“ bis zu „An diesen 7 Zeichen erkennst Du, dass Dein Freund die große Liebe ist“.

Online-Videos sind ein effektives Konvertierungstool, die aber einer optimalen technischen Umsetzung und Erfolgskontrolle bedürfen. Was machen Sie anders als andere Hersteller?

Wir verstehen uns nicht als „Hersteller“ oder reiner Videoproduzent, sondern wir gehen unseren Content mit einem redaktionellen Blick an – überprüfen also genau, welche Themen besonders relevant sind und in welchem Format man jedes Thema am besten aufbereitet. Wir analysieren viel und können auch dank eigener Videokanäle das Nutzerfeedback auswerten. Zudem sind unsere Videos immer so produziert, dass sie auf mobilen Geräten und in den sozialen Netzwerken wie Facebook sehr gut funktionieren. Wir verfügen bereits über einen stetig wachsenden Videokatalog mit aktuell bereits über 500 Videos und vergeben Lizenzen für einzelne Clips. So können wir Websitebetreibern hochwertigen Videocontent sehr günstig anbieten. Unsere Besonderheit ist das Zusammenspiel aus redaktionellem Knowhow, effizienter Produktion und Online-Marketing – wir wissen daher besser als andere, welche Themen die Nutzer suchen oder auf Facebook klicken und teilen.

Wie funktioniert Video SEO? Einfach das wichtigstes Schlagwort so oft wie möglich in Bauchbinden benutzen, kann es ja nicht sein.

In den Bauchbinden bitte gar nicht, denn diese können ja von keiner Suchmaschine gelesen werden… Im Grunde gilt auch für Video das klassische SEO 1×1: Am wichtigsten ist relevanter Videocontent, zu Themen und Fragestellungen die die Nutzer auch wirklich suchen. Neben den passenden Haupt- und Neben-Keywords in Titel und Descriptions spielt auch die Interaktivität eine zunehmende Rolle: Likes, Shares oder Kommentare zahlen auf die Social Signals ein und sind ein wichtiger Rankingfaktor.

Warum rankt Google mittlerweile Webseiten mit Videos bis zu fünfmal höher?

Vermutlich weil auch Google mittlerweile erkannt hat, welchen inhaltlichen Mehrwert guter Videocontent den Websitebesuchern bietet.

Sagen ihre wenigen „Likes“ auf Facebook irgendetwas aus? Schließlich kennen Sie sich doch aus in der Social-Media-Welt. Oder sind Likes heute nichts mehr wert?

Likes alleine sind tatsächlich nicht mehr das A und O bei Facebook. Aber natürlich geht da noch mehr, und wir arbeiten also gerade fleißig dran, dass TargetVideo davon auch ein paar mehr kassiert. Wir haben uns bisher eher auf unsere Videos konzentriert, die jeden Tag tausende Likes, Klicks und Kommentare auf vielen verschiedenen Facebook-Seiten erhalten – und weniger auf die Likes unserer Firmenseite.

Haben Sie zum Schluss drei Tipps, was Unternehmen in Sachen Bewegtbild besser machen müssen?

1. Distribution: Videos im Web oder in sozialen Netzwerken werden üblicherweise nicht einfach „gesendet“, sondern müssen ihr Publikum erst finden. Vergessen Sie also nicht, dass die Arbeit mit dem fertig produzierten Videos oft erst anfängt und eine durchdachte Online- bzw. Content-Marketing-Strategie von Beginn an dazugehören sollte. 2. Vom Nutzer aus denken: Stellen Sie bei der Themen- und Formatfindung nicht einfach Ihr Produkt in den Mittelpunkt, sondern die Fragen und Probleme Ihrer Zielgruppe. Platte Werbung kommt meistens schlecht an, treten Sie z.B. besser als Experte und Ratgeber für Ihre potentiellen Kunden auf. 3. Mobil Denken: Die Zukunft der Internetnutzung ist mobil, das gilt auch ganz besonders für Videos. Produzieren Sie also von Beginn an Ihre Videos für Mobile Nutzer: Sie sollten z.B. möglichst kurz, unterhaltsam und notfalls auch ohne Ton verständlich sein. Nur die wenigsten User möchten auf ihrem Smartphone ein 20-minütiges Experteninterview anschauen.

Maximilian Gall ist der Gründer von TargetVideo und hat über 15 Jahre Erfahrung im Bereich Digital Content Publishing und war in führenden Positionen u.a. für die ProSiebenSat1 Media AG und Hubert Burda Media tätig.

In der neuen absatzwirtschaft 05/2016 gibt es noch mehr Infos zu Max Gall und zum Thema Bewegtbild.

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