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Interaktiver Handel wächst stärker als vermutet

30 000 private Verbraucher in Deutschland geben TNS Infratest im Laufe dieses Jahres Auskunft darüber, welche Produkte und Dienstleistungen sie in Onlineshops und über Versandhändler einkaufen. Auftraggeber der Untersuchung ist der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh). Er leitet daraus Quartalszahlen ab und kann für das gesamte Jahr 2012 Erfreuliches vermelden: Im Vergleich zum Jahr 2011 steigen die Umsätze der E-Commerce- und Versandhandelsunternehmen voraussichtlich um 11,8 Prozent.

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Nach einem umsatzstarken ersten Halbjahr für den interaktiven Handel übertreffen die Umsätze des dritten Quartals 2012 laut bvh noch einmal die Zahlen der beiden vorherigen Quartale. Im Zeitraum von Juli bis September 2012 erzielte die Branche der Online- und Versandhändler einen Umsatz von 9,19 Milliarden Euro. Davon wurden knapp 6,75 Milliarden Euro durch den E-Commerce erzielt. Dies entspricht einem Anteil von 73,4 Prozent.

Telekommunikation mit 116-prozentiger Steigerung

Die umsatzstärksten Warengruppen sind Bekleidung, Textilien, Schuhe mit 3,23 Milliarden Euro Umsatz auf Platz 1, gefolgt von Büchern, Bild- und Tonträgern (930 Millionen Euro Umsatz), Unterhaltungselektronik und Elektronikartikeln (930 Millionen Euro), Computern und Zubehör (630 Millionen Euro) sowie auf Platz 5 den Hobby-, Sammel- und Freizeitartikeln (550 Millionen Euro). Im Vergleich zum dritten Quartal 2011 kann die Produktgruppe Telekommunikation (inklusive Handys und Zubehör) die höchste Umsatzsteigerung aufweisen: plus 116 Prozent. Der Gesamtumsatz liegt bei 240 Millionen Euro. Auch Haushaltwaren und Haushaltskleinartikel sowie Lebensmittel, Delikatessen und Wein verzeichnen jeweils ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von mehr als 50 Prozent.

Werden für das dritte Quartal 2012 zudem alle digitalen Dienstleistungen wie Klingeltöne, Musikfiles, Apps und Computersoftware, elektronische Tickets und Reisen berücksichtigt, kommen zu den 9,19 Milliarden Euro Umsatz noch einmal 2,65 Milliarden Euro hinzu. Diese addiert der bvh zum E-Commerce-Anteil und beziffert den reinen E-Commerce-Umsatz auf 9,395 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz für Juli, August und September liegt dann bei 11,84 Milliarden Euro.

Neue Prognose für das Jahr 2012

Insgesamt ergeben die ersten drei Quartale einen Umsatz mit Waren von 27,28 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Anteil des E-Commerce von Januar bis September 2012 liegt bei rund 72 Prozent und entspricht im Umsatz 19,7 Milliarden Euro. Ausgehend von diesen Umsatzzahlen und der Erfahrung, dass sich im vierten Quartal der durchschnittliche Umsatz durch das Weihnachtsgeschäft mindestens um 20 Prozent steigert, rechnet der bvh für das Gesamtjahr nun mit einem Gesamtumsatz von rund 38 Milliarden Euro, das sind 11,8 Prozent mehr als im Jahr 2011. Ursprünglich war der Verband für das Jahr 2012 von einem Umsatz mit Waren von 36,5 Milliarden Euro (plus 7,4 Prozent) ausgegangen.

Der reine E-Commerce-Anteil wird nach aktuellen Hochrechnungen bei 27,5 Milliarden Euro (plus 26,5 Prozent zum Jahr 2011) liegen und entspricht damit einem Anteil von rund 72 Prozent am gesamten Umsatz des Interaktiven Handels. Ursprünglich war der bvh für das Jahr 2012 von einem E-Commerce-Umsatz mit Waren von 25,3 Milliarden Euro (plus 16,5 Prozent zum Jahr 2011) ausgegangen.

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