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Inmitten aufregender Nischenanbieter: Was macht Apple?

Mathias Haas

Nach Genf oder Barcelona? Zur Automesse, die für dieses Jahr sogar die App „Auto-Salon“ anbietet, oder besser „The Edge of Innovation“ (Motto des diesjährigen Mobile World Congress)? Die CES 2016 wäre eine Alternative. Oder besser gleich am kommenden Montag nach Kalifornien?

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Nun, Apple zieht mal wieder volle Aufmerksamkeit und schon in ein paar Tagen läuft die nächste „Keynote“. Das eigene Veranstaltungsformat kümmert sich vermutlich um die iWatch – aber wenn nicht?

Noch ist es „unclear and unconfirmed“, doch der „Mega Groth Player“ sorgt hoffentlich für Urlaubssperre bei traditionellen Autoproduzenten. Wird Apple ein Auto bauen oder schlicht Co-Branding anbieten, mit Assistenz- und Infotainment-Systemen oder Connectivity zaubern? Batterien (mit-)entwickeln oder gar Mobilität neu definieren?

Viel scheint möglich mit diesen Budgets und den vermuteten 1.000 Neueinstellungen. Nur zum Vergleich: WhatsApp hat 60 Mitarbeiter und noch dieses Jahr mehr als eine Milliarde User, der chinesisch-israelische Autobauer Qoros bietet drei unterschiedliche Fahrzeuge mit nur 850 Angestellten und Smart hat im Werk Hambach gerade noch eine eigene Wertschöpfung von zehn Prozent.

Große Entwicklungen kommen stetig

Wo ist also der Unterschied zwischen Telefon- und Autoproduktion? Die „Komplexität“?! „Das Auto ist eines des komplexesten Produkt der Welt“ – so oder so ähnlich lauteten auch schon im Mai 2012 die Antworten der üblichen Automobilisten. Damals hatte ich eine Pressemitteilung mit folgender Überschrift veröffentlicht: „Das iCar ist nur eine Frage der Zeit – Deutsche Autobauer sollten Google, Facebook, Apple, Intel und IBM fürchten“. Doch die Stimmung war eine andere, die „digitalen Streuobstwiesen“ waren noch unterschätzt.

Apropos unterschätzt: Auch heute lesen sich aktuelle Interviews wie die „Nokia-Story“ im Rückblick. Große Entwicklungen kommen selten über Nacht – aber stetig. Man kann sie sehen, wenn die Sensibilität hoch und Trendbeobachtung normal ist: Samsung kauft die Batteriesparte des Automobilzulieferers Magna; Continental beliefert das Google Auto; das Model S von Tesla verkauft sich in Norwegen, Dänemark und den Niederlanden besser als jede deutsche Luxusmarke; und Uber treibt traditionelle Taxis vor sich her.

Neue Player machen die Musik

Wie in der Tonkunst haben „Agilität“ und „Exitement“ die Welt auf den Kopf gestellt. Wahre Begeisterung der User könnte sich schon bald entfalten, wenn der „Nachtsichtassistent“ zur Grundausstattung gehört oder statt für 2.000 Euro jetzt für 32 Euro käuflich wird. Oder wenn der (Ersatz-)Wagen beim Kundendienst direkt per Anhänger nach Hause kommt, wie heute bei Tesla.

Was wäre also, wenn auf dem Genfer Automobilsalon nicht nur neue Produkte sichtbar, sondern eine Woche später auch ausgeliefert würden? Wenn die neue Messe-App die spontane Begeisterung via Visa und Mastercard direkt anzapfen würde – wie Tesla auf deren Website? Und wenn per Scanner Extras zubuchbar wären – wie die Funktion Firefly im Fire Phone von Amazon? Direkt vom Showcar in die Shopping-List?

Dies einmal angenommen…

Dann wären wir in einer Welt, die Deutschland ziemlich durcheinander wirbeln würde… und dann wäre selbst ein Messebesuch…

Wären wir dann im Jahr 2015?

Über den Autor: Mathias Haas ist „Der Trendbeobachter“ und damit kein klassischer Zukunftsforscher. Er und sein Team machen Firmen, Verbände und öffentliche Träger zukunftsfit und nutzen dafür Infotainment und transferorientierte Beratung. Um Entscheidern in Unternehmen zu helfen, müssen Veränderungen gemanagt werden, so eine Studie des Handelsblattes. Genau deshalb wird der Redner und Berater Haas den Markt im Auge behalten.

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