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In sieben Schritten zur multilingualen Website

Der Eintritt in neue Märkte hilft Unternehmen, den Kundenstamm zu erweitern und die Wettbewerbsfähigkeit sowie den Unternehmenserfolg zu sichern. Dabei gilt es, einige Herausforderungen zu meistern, zum Beispiel muss die eigene Software multilingual ausgerollt werden. Hier ist gute Planung gefragt.

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Ein Gastbeitrag von Wolfram Grätz ist Mitgründer und CEO der PhraseApp.com 

1. Wahl der Lokalisierungsstrategie

Bei der Ausweitung des Geschäftsmodells auf neue Zielländer gibt es verschiedenen Herangehensweisen: Einige Unternehmen übersetzen ihre Website/App direkt in möglichst viele Sprachen und nutzen dafür zunächst eine einfache und eher rudimentäre Übersetzung. Erst danach wird anhand der Website-Zugriffe analysiert, welche Märkte für das Unternehmen relevant sind. Für diese Länder wird dann die Qualität der Übersetzung optimiert. Andere Unternehmen beginnen wiederum im ersten Schritt mit der Standort- und Marktanalyse und lassen ihre Website/App gleich zu Markteintritt qualitativ hochwertig übersetzen.

2. Evaluierung des Projektumfangs

Im nächsten Schritt muss überprüft werden, wieviel Zeit und Manpower für das Übersetzungsprojekt zur Verfügung steht und welche Inhalte übersetzt werden sollen. Ist es wichtig und notwendig alle Texte, Seiten, Grafiken und ggf. Bewegtbild zu übersetzen oder macht eine reduzierte Version mehr Sinn? Außerdem sollte berücksichtigt werden, dass es sich um einen kontinuierlichen Prozess handelt, da ständig neue Features und Unterseiten entwickelt werden.

3. Erstellung des Teams und Prozesssteuerung

Bei der Planung der Teamstruktur gilt es abzuwägen, aus welchen Fachbereichen Experten benötigt werden, z.B.: IT, Marketing, Übersetzer, Juristen, Experten der neuen Märkte. Zudem ist die Entscheidung wichtig, ob alle Prozesse In-house übernommen werden können oder Teilbereiche des Projektes ge-outsourced werden müssen.

4. Länderspezifische Qualitätssicherung

Vor Übersetzungsstart müssen länderspezifische Fragen geklärt werden. Das bedeutet: Können das Ursprungsdesign, die Textinhalte und die Bildwelten in den neuen Märkten eins zu eins übernommen werden oder gibt es Anpassungsbedarf? Auch müssen rechtlichen Besonderheiten berücksichtigt werden.

5. Sprachliche Qualitätssicherung

„Wer auf andere Leute wirken will, der muss erst einmal in ihrer Sprache mit ihnen reden.“ (Kurt Tucholsky). Dies gilt auch für die Ansprache der Kunden. Wichtig ist die sprachliche Qualität. Übersetzer sollten nicht nur auf muttersprachlichem Niveau die Ausgangs- und die Zielsprache beherrschen, sondern auch ein gutes sprachliches Gespür für Branchenbesonderheiten und die Kundenansprache besitzen.

6. Anpassung an internationale SEO Anforderungen

Die schönste Website bringt nichts, wenn sie nicht über Suchmaschinen – und damit von Kunden – gefunden wird. Eine Website sollte generell so angepasst werden, dass sie im Ranking weit oben erscheint. Dafür ist eine Analyse der wichtigsten Suchmaschinen im neuen Markt unerlässlich. Auch die Wahl der Domainstrategie ist für die SEO-Strategie entscheidend. Soll es eine internationale Domainendung geben oder jeweils länderspezifische Endungen? Jede Strategie hat ihre Vor- und Nachteile und muss gründlich durchdacht werden.

7. Übersetzungsmanagement

Wenn es dann schließlich um die Prozessteuerung geht, ist ein Tool optimal, bei dem alle Beteiligten jederzeit in Echtzeit sehen können, wie weit einzelne Projektschritte sind und woran die Kollegen gerade arbeiten. Außerdem sollte paralleles Arbeiten möglich sein. Dies erleichtert und beschleunigt den Abwicklungsprozess und damit auch den Go-to-market.

Über den Autor: Wolfram Grätz ist Mitgründer und CEO der PhraseApp.com (Dynport GmbH). Gemeinsam mit Frederik Vollert und Tobias Schwab hat er 2012 die Translation Management Plattform PhraseApp entwickelt. Zuvor waren die drei Gründer als Softwareentwickler gemeinsam aktiv und wurden Mitgründer von Wimdu. Wolfram Grätz war außerdem als CTO bei Wimdu tätig.

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