Suche

Anzeige

„Ihre Buchung war ein Ryanfall“: Lufthansa-Tochter nimmt irischen Billigflieger aufs Korn, Kunden wenden sich ab

Zurzeit hat Konzernchef Michael O'Leary nichts zu lachen

Zurzeit läuft es einfach nicht rund bei den Fluggesellschaften. Erst das Aus von Airberlin, nun seit Wochen immer wieder Flugstreichungen bei Ryanair. Auch die Marke Ryanair leidet darunter. Und dann gibt es auch noch Hohn und Spott von Seiten der Lufthansa.

Anzeige

Mehr als 2000 Flüge wurden vor rund zwei Wochen von Ryanair gestrichen. Begründung damals: Es liege ein Fehler bei der Urlaubsplanung der Piloten vor. Das gab das Unternehmen damals bekannt und versuchte die Piloten vom ihrem Urlaub abzuhalten. So bot das Unternehmen die Zahlung von 12.000 Pfund (13.550 Euro) an, damit Piloten auf eine Urlaubswoche verzichten. Diese lehnten ab und hatten ziemlich schnell Ryanair-Chef Michael O’Leary an der Backe. Der polterte auf der Hauptversammlung in Dublin, dass diese sieben Tage der Piloten nun gestrichen würden: „Die Auszeit können sie stattdessen Anfang kommenden Jahres nehmen“.

Ein Hitzkopf

Und die Häme gegenüber seinen Mitarbeitern ging noch weiter. Sie hätten keinen schwierigen Job, und „wenn Sie einmal ausgebildet und erfahren sind … Ich fordere jeden Piloten heraus, mir zu erklären, wie das ein schwieriger Job sein kann oder wie es kommt, dass sie überarbeitet sind oder wie irgendjemand, der laut Gesetz nicht mehr als 18 Stunden in der Woche arbeiten darf, jemals unter Erschöpfung leiden kann.“ Daraufhin schlossen sich Ryanair-Piloten an den verschiedenen Standorten in Europa zusammen und setzten einen Brief auf. Schwierig bei den Verhandlungen mit dem Chef: Es gibt keine Betriebsräte oder gewerkschaftliche Bindung im eigenen Haus – die hatte O’Leary untersagt.

Ein Schlagabtausch: Eurowings versus Ryanair

Nun kam am Mittwoch heraus, dass bis März 2018 etliche weitere Flüge ausfallen. Ryanair wird nach eigenen Angaben im kommenden Winter rund 25 Flugzeuge weniger betreiben als bislang vorgesehen. Rund 400 000 Passagiere sind von den Problemen betroffen. Diese Nachricht veranlasste die Lufthansa einen Seitenhieb in Richtung Ryanair zu starten. Der irische Billigflieger Ryanair hatte im vergangenen November bei den andauernden Lufthansa-Streiks eine Kampagne gestartet mit hämischen Kommentaren. Nun schießt die Lufthansa-Tochter Eurowings zurück:

 

Wechsel zu anderen Airlines

Und Ryanair reagiert bislang nicht. Sie haben auch andere Probleme. Vor zwei Wochen hieß es noch vom Chef selbst, es gebe keine weiteren Probleme mit zu wenigen Piloten: In Wahrheit ging es nicht nur um die fehlerhafte Urlausplanung der Piloten, sondern darum, dass es schlichtweg zu wenige Piloten bei der Fluglinie gibt. Ryanair zahlt seinen fest angestellten Piloten im Vergleich zu anderen Airlines eher niedrige Gehälter. „Ryanair-Mitarbeiter sagen uns, es werden Flüge gestrichen, weil Piloten das Weite suchen“, sagte VC-Sprecher Markus Wahl der „Mitteldeutschen Zeitung“. Die Billigfluggesellschaft zahle so niedrige Gehälter, dass die Fluktuation ziemlich groß sei. „Viele Piloten versuchen, zu anderen Gesellschaften zu wechseln“, so Wahl. Wie die Zeitung Irish Independent berichtet, soll Ryanair in diesem Jahr bereits 140 Piloten an den Konkurrenten aus Norwegen verloren haben – und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Anzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Sexismus und Diskriminierung: Werberat verteilt öffentliche Rügen wegen „herabwürdigender“ Werbung

Sieben Unternehmen hat es getroffen. Der Deutsche Werberat hat öffentliche Rügen gegen deren…

„m/w/divers“, „m/w/x“: Wie Marken mit diskriminierungsfreien Job-Kampagnen für Vielfalt kämpfen

In Stellenanzeigen häufen sich die Bezeichnungen „m/w/i“, „m/w/d“, „m/w/inter“, „m/w/x“, „m/w/divers“. Auch Suchanfragen…

Werbeschmiede Jung von Matt gründet Tech-Ableger und startet mit einem Auftrag von Konzernriese Google

Die Werbeagentur Jung von Matt baut sein Geschäftsmodell aus: Mit der Gründung eines…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

  1. Was wirklich witzig ist: Eigentlich müsste Ryanair SELBST auf Konkurrenz-Flüge umbuchen, zumindest wenn das die „nächstmögliche“ Ersatzbeförderung unter „vergleichbaren Umständen“ ist. Nur werden die das nicht sagen. Und Eurowings & Co sagen es auch nicht, denn bei denen wird früher oder später auch wieder gestreikt.

  2. Es müssten sich die Piloten aller Stationen zusammenschliessen und den Flugbetrieb still legen bis ihre Forderungen durchgestzt sind. Sie würden sich wundern wie schnell das ginge und dieser irre Ire von seinem hohen Ross runter käme.

  3. Ryanair Piloten sind nicht fest angestellt sondern „geleast“. Daher können sie so schnell kündigen, sprich zu Eurowings für weniger Geld aber Festanstellung wechseln. O’Leary hat sich mit seiner Sparwut damit selbst ins Knie geschossen.

Kommentar auf Oliver Abbrechen

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige