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Ideenplattform Pinterest: Wird die visuelle Suchmaschine zum Shoppingportal der Zukunft?

Während Werbemaßnahmen auf Facebook und Instagram inzwischen selbst in den Marketingkonzepten kleiner Unternehmen berücksichtigt werden, fliegt mit Pinterest ein bildstarkes Netzwerk bislang weitestgehend unter dem Radar. Dabei gibt es sehr gute Argumente, die einstige „Ideenplattform” fest im Blick zu behalten - das gilt insbesondere für Anbieter aus dem Retail-Bereich.

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Von Gastautorin Eugine Dychko, Marketing Managerin bei Crello

2018 ist bislang das „Jahr der Daten“, mit der DSGVO sowie dem Facebook-Skandal als Top-Themen auf der datengetriebenen News-Agenda. Klar ist: Die Nutzer sind für den Umgang mit ihren Daten sensibilisiert – entsprechend sind vor allem Unternehmen, die datenbasierte Geschäftsmodelle betreiben, gewarnt, transparent mit dem Thema umgehen. Tatsächlich schreibt Pinterest den Faktor „Transparenz” deutlich größer als Facebook und Co. Ein Blick in die Datenschutzerklärung zeigt, dass die Macher den Nutzer umfassend und anhand von einfachen Beispielen aufklären, wie seine Daten verwendet werden: „Wenn du beispielsweise Webseiten aufrufst, die E-Gitarren anbieten, schlagen wir dir entsprechende Pins zum Thema Gitarren vor”, so ein Auszug aus der Privacy Policy. Für Werbetreibende bedeutet dieser offene Ansatz im Idealfall: Die User haben größeres Vertrauen in die Plattform und sind eher bereit, Persönliches preiszugeben. Der entscheidende Vorteil liegt jedoch in der Qualität der Insights, die Unternehmen über Pinterest gewinnen.

Pinterest weiß, was Menschen bewegt

Nehmen wir zum Vergleich Amazon, so liefert der Online-Marktplatz seinen Händlern einen sehr detaillierten Einblick in das Kaufverhalten eines Kunden: Für welche Produktkategorien interessiert er sich, welche Artikel werden zusammen gekauft, wie reagiert er auf Deals und Aktionspreise? Pinterest hingegen legt offen, was hinter diesen Entscheidungen steckt. Welche Themen inspirieren den User? Welche kulturellen Einflüsse prägen ihn? Pinterest liefert Aussagen darüber, was den Menschen, der später zum Käufer wird, im Innersten bewegt. Dieses Potenzial ist den Machern von Pinterest durchaus bewusst. Entsprechend wurde in diesem Frühjahr in Deutschland „Shop the Look”-Funktion gelauncht, die derzeit allerdings nur ausgewählten Partnern zur Verfügung steht. In den USA dagegen hat Pinterest bereits umfassende Shopping-Features für Unternehmen gelauncht. Das wichtigste Tool sind sogenannte Buyable Pins, mit denen Händler ihre Produkte auf der Plattform einbinden können. Wie der Name vermuten lässt, basieren Buyable Pins auf „Pins”, dem Content-Format, das auch den Usern zur Verfügung steht. Der entscheidende Mehrwert: Inhalte lassen sich so authentisch einbinden und kommen – beispielsweise im Vergleich zu Facebook Shops – deutlich „nativer” daher. Im Übrigen sind Buyable Pins ausschließlich für die Pinterest-App verfügbar. Damit reagiert das Unternehmen auch auf die zunehmende Beliebtheit von Shopping-Apps wie Wish.

Auf dem Weg zum ROI-Champion?

Im Vergleich zu den sozialen Platzhirschen Facebook und Instagram ist Pinterest in Deutschland mit 3,2 Millionen Nutzern pro Tag zwar relativ klein, allerdings konnte die Plattform im vergangenen Jahr um satte 93 Prozent wachsen. Offizielle Unternehmenszahlen belegen außerdem, dass Werbung auf Pinterest sehr effektiv ist: Nahezu drei Viertel (73 Prozent) aller User bewerten die Inhalte von Marken auf der Plattform als nützlich – das gilt sowohl für organischen Content als auch beworbene Pins (bislang nur in englischsprachigen Ländern verfügbar). 61 Prozent jener, die sich der Werbung auf Pinterest bewusst sind, geben zudem an, dass sie durch werbliche Inhalte bestimmte Produkte erst entdeckt haben.

Pinterest ist mehr ist als nur ein Forum, in dem Menschen Bilder favorisieren und mit ihrem Netzwerk teilen. Mit der Pinterest Lens, die in der App auf Basis eines beliebigen Schnappschusses mit der Handykamera themenverwandte Inspirationen liefert, hat das Unternehmen einen Vorzeige-Case für visuelles Shopping geschaffen. Wenn es die einstige Ideenplattform nun noch schafft, all seine Potenziale zu bündeln und dem deutschen Markt zugänglich zu machen, dürfte für Werbetreibende auch hierzulande in absehbarer Zeit kein Weg mehr an Pinterest vorbeiführen.

Zur Autorin: Eugine Dychko ist Marketing Managerin bei Crello. Sie ist seit 7 Jahren im Digitalmarketing tätig und ist spezialisiert auf die Bereiche Inbound Marketing und Storytelling. Crello ist ein kostenloses Grafikdesign-Tool für Profis und Nicht-Profis. So können auf der browserbasierten Plattform visuelle Inhalte für unterschiedliche Anwendungsbereiche erstellt werden.

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