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„Ich sehe enormes Potenzial“

Ströer hat jüngst das in Berlin und Köln ansässige Startup Hoccer erworben. Das App-Entwicklungsunternehmen baut einen Messenger, der eine sichere Kommunikation zwischen den Nutzern garantieren soll. Über die Media Ventures GmbH hat sich Dirk Ströer für 50 Millionen Euro 51 Prozent an dem Unternehmen mit 15 Mitarbeiter und 100 Millionen Euro Bewertung gesichert.

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Herr Ströer, bisher war Hoccer relativ unbekannt. Wie viele Apps wurden seit der Bekanntgabe des Deals heruntergeladen?
DIRK STRÖER: Sowohl bei Hoccer Classic als auch bei Hoccer XO war täglich eine erhöhte Downloadrate von über 1.000 Prozent zu verzeichnen. Dies hat sich selbstverständlich nach einer Woche relativiert, die Downloadrate liegt dennoch seither auf einem deutlich höheren Level als vor Bekanntgabe der Übernahme. Wir haben bewusst noch nicht proaktiv die Applikationen beworben, da wir derzeit an der Zusammenlegung beider Applikationen arbeiten, inklusive der Erweiterung der Features.

War Hoccer im Vergleich zu anderen Diensten, die in der Vergangenheit aufgekauft wurden, ein Schnäppchen?
STRÖER: Ich glaube wir haben für beide Seiten einen fairen Deal gefunden. Die Zukunft wird zeigen, ob das ein Schnäppchen war.

Hoccers USP sind Datensicherheit und -schutz: Reichen diese aus, um WhatsApp im deutschen Markt Paroli zu bieten?
STRÖER: Das sind die Themen, die die Menschen bewegen. Viele wünschen sich einfach mehr Anonymität und Privatsphäre. Nichtsdestotrotz planen wir weitere Features, die die App über das Thema Sicherheit hinaus noch attraktiver und einzigartiger machen.

Sie planen eine große Werbekampagne für Hoccer. Welche Nutzerzahlen streben Sie an?
STRÖER: Wenn man bedenkt, dass wir mit den avisierten neuen Features und der Zusammenlegung beider Hoccer-Apps ein weltweites Alleinstellungsmerkmal haben werden, reicht die Erwartungshaltung von mehreren 100.000 bis zu einem zweistelligen Millionenbereich.

Die Hoccer-Apps gibt es bisher kostenlos. Wie wollen Sie zukünftig Geld verdienen?
STRÖER: Wir sind mit großen Konzernen in Gesprächen und planen, eine B2B-Lösung anzubieten, die die sichere Kommunikation der Mitarbeiter möglich macht.

Wie groß schätzen Sie den Markt für Dienstleistungen im B2B-Bereich in Deutschland und Europa ein?
STRÖER: Der B2B-Bereich ist ein großer Markt, den bislang noch kein Messenger aktiv bedient hat. Von daher sehe ich da enormes Potenzial.

Schaffen Sie es allein den Markt zu entwickeln oder brauchen Sie einen strategischen Partner wie vielleicht die Telekom?
STRÖER: Telekommunikationsunternehmen und auch Handyhersteller sind für uns interessante Partner.

Welche Rolle sollte dieser Partner spielen?
STRÖER: Kein Kommentar

Mittelfristig ist eine internationale Expansion geplant. Was heißt mittelfristig in diesem schnelllebigen Markt? Ist mittelfristig nicht zu langsam?
STRÖER: Der Abschluss mit internationalen Konzernen impliziert ja eine internationale Expansion, auch zu einem früheren Zeitpunkt. Die App wird übrigens schon international genutzt. Insofern sind wir hier in vielen Ländern bereits verfügbar. In diesem Zusammenhang heißt Expansion aus unserer Sicht „nur“ Marketingmaßnahmen in den jeweiligen Ländern anzuschieben. Das ist mit einem Produkt wie Hoccer sehr leicht.

Und haben Sie auch die USA im Visier?
STRÖER: Ja, natürlich! Wir haben heute schon Kunden dort, die wollen wir weiter ausbauen.

Die Fragen stellte Peter Hanser.

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