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Heidi Klum – Der tiefe Fall des Fräuleinwunders?

Die 16-Jährige Lovelyn ist „Germany´s Next Topmodel“ 2013. Doch Heidi Klum und ihre ProSieben-Format geraten immer wieder in die Kritik. Sie unnahbar und kühl, das Format oberflächlich und vermittle falsche Werte. Warum das Topmodel trotzdem weiter macht.

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Von Johannes Steger

„Ich merke, dass der Gegenwind, vor allem in Deutschland, stärker wird. Vor vielen Jahren konnte ich dort nichts falsch machen, inzwischen hat sich das Blatt gewendet“, sagte Heidi Klum im Gespräch mit Entertainer Thomas Gottschalk in der März-Ausgabe des Interview Magazine Deutschland. Und tatsächlich: Die Zeiten, in denen Heidi einfach nur irgendwo auftauchen musste und der Begeisterungsschreie sicher war, scheinen vorbei. Besonders ihr Show-Format „Germany´s Next Topmodel“ erhitzt konstant die Gemüter. Heidi sei zu streng, gar unnahbar und kühl. Das Format fördere Schlankheitswahn und Oberflächlichkeit. Für Heidi, die sich gerne sympathisch und bodenständig gibt, keine gute Presse – denn auch keine Bilder vom Karneval in Bergisch Gladbach oder noch so offene Interviews konnten die Kritik bislang nachhaltig entkräften. Viele Boulevardmedien haben sich auf das Bild der kalten Model-Gouvernante eingeschworen und befeuern es, ob belegbar oder auch nicht, mit Leidenschaft.

Auch von anderen Prominenten schlägt Deutschlands Modelmacherin die Kritik entgegen. Fernsehschauspielerin Cordula Stratmann bekannte unlängst in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, dass Klum für sie das Gesicht der „hartherzigen und ekelerregenden Produktion“ sei. Die Show fördere mit dem vermittelten Werten auch das Mobbing auf den Schulhöfen. Gemeint war natürlich das ProSieben-Format „Germany´s Next Topmodel“, das bereits zum achten Mal auf dem Privatsender läuft. Dass nicht nur Medien und Prominente das Format kritisieren, sondern auch die Zuschauer genug hatten, zeigten die Quoten der letzten Staffel. Denn die waren durchwachsen und auch die Kritik wurde immer lauter: Heidi sei zu unnahbar und zudem kaum präsent für ihre Mädchen.

Mit Staffel acht sollte nun alles anders werden: Heidi wurde wieder Modelmama, nahm die Mädchen auch mal mit zum Shoppen und sprach die Off-Texte ein. Auch in der Außendarstellung gibt sie sich wieder nahbar. Via Twitter schickte sie unlängst ein Bild von sich und ihren Mädchen ins Netz. Es steckt also wieder Heidi drin, wo Heidi drauf steht. Zum Start gab es dennoch keine Lorbeeren: Laut Hamburger Abendblatt startete die diesjährige Staffel so schlecht wie und sprach vom „Sinkflug des einstigen ProSieben-Erfolgsformat“. Zuletzt konnten sich die Werte wieder etwas erholen.

Sorgen machen braucht sich die Heidi Klum nicht, denn für sie ist der deutsche Markt schon längst nicht mehr die wichtigste Bühne. In den USA ist das deutsche Fräuleinwunder zur beliebten Marke geworden. Sie jodelt in einer Kampagne für mehr Milchkonsum, sitzt in der Jury von „America´s Got Talent“ und macht sexy Burger-Werbung für die Fastfood-Kette Hardee´s & Carl´s Junior. Auch mit ihrer US-Show „Project Runway“ ist sie Übersee mehr als erfolgreich. Warum also sich dem Ärger in der Heimat aussetzen?

Neben den Heimatgefühlen ist es auch ihr Image in den USA, das sie mit einer Präsenz in Deutschland festigen muss. Sie ist das deutsche Fräuleinwunder und muss in Deutschland bekannt sein, um auch in den USA dementsprechend auftreten zu können. Ihre Show generiert ja strenggenommen keine neuen Anwärterinnen auf den deutschen Modelthron, sondern ist eine gekonnte Inszenierung ihrer selbst und der Sponsoren.

Der ganzen Kritik zum Trotz: Heidi Klum bleibt Gesprächsthema. Auch im Buzz-Monitor belegt die gebürtige Bergisch-Gladbacherin immer wieder starke Plätze, aktuell den sechsten. Irgendwie scheinen sie die Deutschen dann doch nicht so satt zu haben. Im aktuellen Stern fand sie dann auch klare Worte für die Vorwürfe sie sei zu streng. Sie sage ihren Teilnehmerinnen lediglich, wie es in dem Geschäft ablaufe. Wer den Job machen wolle, müsse auch auf seine Ernährung achten.

Die Kritik an Heidi Klum ist auch eine Kritik an den gängigen Praktiken der Mode- und Unterhaltungsindustrie und das Topmodel wird für Kritiker zum Testimonial eben jener. Das greift allerdings zu kurz, denn es ist nicht Model-Obermutter Heidi, die die Regeln der Branche diktiert.

Über wen sonst noch gesprochen und geschrieben wurde:

Zuwachs Nennungen in Medien/Social Web in Prozent
1. Manuel Neuer 9387 -262,1
2. Bastian Schweinsteiger 7517 227,9
3. Mario Götze 5030 218,1
4. Jürgen Klopp 4200 -167,5
5. Uli Hoeneß 3464 158,7
6. Heidi Klum 3463 -60,0
7. Nico Erick Rosberg -2730 -627,6
8. Sebastian Vettel 1869 -9,9
9. Mats Hummels 1923 192,3
10. Joachim Löw 739 -34,6

Quelle: CPI Celebrity Performance

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