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Hartes Ringen um das beste Online-Geschäftsmodell

Die Distribution und Monetarisierung von Online-Inhalten entwickelt sich zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor der Medienwirtschaft. Dieses ist das wesentliche Fazit des gestrigen zweiten Kongresstages der Medientage München. So erklärte Niko Steinkrauß, Partner bei der Managementberatung Oliver Wyman, die „Content Challenge“zur Herausforderung für Nutzer und Anbieter. Die Strategien für das Geschäft mit dem Internet sind für jedes Medium jedoch unterschiedlich.

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Das Thema Online-Bezahlinhalte findet inzwischen auch bei den Zeitungsverlagen immer mehr Befürworter. „Selbstverständlich wollen wir das“, sagte etwa Tobias Trevisan, Sprecher der FAZ-Geschäftsführung, auf dem Publishing-Gipfel der Medientage München. Dieser Aussage pflichtete Dr. Richard Rebmann, Geschäftsführer der Südwestdeutschen Medien Holding, bei: Das bisherige Online-Geschäftsmodell, das auf Werbung setze, funktioniere nicht. „In fünf Jahren werden wir zurückblicken und sagen: Das kostenlose Internet war eine geniale Probe-Abo-Aktion der Verlage“, sagte Springers Bild-Vorstand Dr. Andreas Wiele. WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus ergänzte: „Regionalverlage werden nicht umhin kommen, ihre Inhalte im Netz zu verkaufen.“

Die wachsende Bedeutung des Online-Bereichs hat auch Konsequenzen für die Redaktionen der Verlage. Es werde zu einer Arbeitsverdichtung kommen, kündigte Rebmann an. Spiegel-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron sprach von einem großen Nachholbedarf im Online-Journalismus der Tageszeitungen. Viele Zeitungen seien im World Wide Web noch zu sehr an ihren Printausgaben orientiert.

Würde das Fernsehen heute erfunden …

Vor einem großen Umbruch steht auch der TV-Markt. In diesem Mediensegment wird es nach Prognosen der Unternehmensberatung Oliver Wyman im traditionellen Geschäft zu einer Stagnation kommen. Das Volumen werde von 12,8 Milliarden Euro im Jahr 2012 auf gerade mal 13 Milliarden Euro im Jahr 2016 steigen, sagen die Berater voraus. Für die Prognose seien außer den Werbeerlösen auch die Distributionserlöse für Kabel und Satellit sowie Pay-TV-Einnahmen berücksichtigt worden.

„Wenn das Fernsehen heute erfunden würde, wäre es mit Sicherheit kein lineares TV“, sagte Thomas Heise, Vorsitzender der Geschäftsführung des Videoportals Maxdome. Jüngere Leute würden Bewegtbild-Angebote immer selbstbestimmter „on Demand“ nutzen, erklärte Frederic Komp, Geschäftsführer für den Bereich Artist und Content Service beim TV-Produzenten Brainpool. Zugleich wächst im Internet das Angebot an neuen Inhalten, die vom klassischen Fernsehen bisher kaum angeboten wurden.

Strukturwandel hat Konsequenzen

„Über das Bewegtbildangebot im Netz sind viele Inhalte entstanden, die es so als Programmangebot der klassischen TV-Sender nicht gibt, beispielsweise Schönheitstipps für Männer“, wies der Youtube-Manager Andreas Briese auf innovative Internetinhalte hin. Die wachsende Bedeutung von Bewegtbildern im World Wide Web sowie die Verbindung von TV-Monitoren mit dem Internet (Smart TV) lösen einen Strukturwandel mit großen Konsequenzen aus: Die deutschen TV-Anbieter sehen sich mit Youtube einem starken Gegner ausgesetzt, und im Online-Video-Bereich sind sehr starke Player entstanden. Die neuen Wettbewerber aus dem Internet seien allerdings nicht der deutschen Regulierung unterworfen, warnte Komp. Darüber hinaus streben Kabelnetzbetreiber wie Unitymedia Kabel BW strategische Partnerschaften und zusätzliche Geschäftsmodelle im nonlinearen Segment an. „Unsere Chance als Infrastruktur-Anbieter ist es, die lineare und die nonlineare Welt für den Nutzer zusammenzubringen“, erklärte Unitymedia-Manager Christian Hindennach.

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