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Groupon haut Ehrendoktortitel raus

Nelson Mandela hat welche, der Dalai Lama sowieso. Angela Merkel hat inzwischen neun. Die Rede ist von Ehrendoktortiteln. Ein kleiner Namenszusatz, der eine Person gleich viel seriöser und gebildeter erscheinen lässt und im Idealfall beim Gegenüber ordentlich Eindruck hinterlässt. Wie gut, dass man sich die Würde nun online kaufen kann. Dem Rabattanbieter Groupon sei Dank. „39 statt 150 Euro - Mit Doktor h.c. vor dem eigenen Namen für Aufsehen sorgen“ – so wirbt Groupon für eine seiner aktuellen Aktionen. Wie selbstverständlich wurde der reduzierte Doktortitel zwischen Aktionen für Uhren, Restaurantbesuche und Schuhen platziert. Immerhin 74 Prozent Rabatt gibt es auf den Namenszusatz.

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Von Anne-Kathrin Keller

Insgesamt kann der Schnäppchenjäger zwischen 65 Fachgebieten wählen. Die Auswahl ist genauso vielfältig wie absurd. Für die bodenständigeren Nutzer gibt es den Ehrendoktor für Gospel Music oder Feng Shui. Wer etwas ganz Spezielles sucht, hat nun die Option, Ehrendoktor der Unsterblichkeit oder des Exorzismus zu werden. Mit dem Kauf erwirbt man den Namenszusatz h.c. – das steht für den lateinischen Ausdruck Honoris causa und bedeutet ehrenhalber. Er steht allerdings in keinster Weise für eine jahrelang recherchierte und die wissenschaftliche Welt prägende, umfangreiche Arbeit.

Groupon scheint derzeit alles rauszuhauen, was auf Lager ist. Angesichts tiefroter Zahlen hat die Rabatt-Website momentan Not, auf sich aufmerksam zu machen, und muss dringend Geld verdienen. Anfang November des vergangenen Jahres ist Groupon mit hohen Erwartungen an die Börse gegangen. Der erste Quartalsbericht nach dem Debüt auf dem New Yorker Handelsparkett fiel vernichtend aus: Im Gesamtjahr betrug der Verlust angesichts hoher Kosten unterm Strich 265 Millionen Euro. Die Kassen müssen wieder klingeln – dafür müssen attraktive und besondere Aktionen her.

Das Doktortitel-Angebot läuft noch bis Mittwochabend. Man darf gespannt sein, wie viele Titel Groupon tatsächlich absetzen kann. Das Feedback auf Facebook und Co. ist derzeit nicht gerade positiv für die Aktion des US-Unternehmens. Von Entwürdigung akademischer Arbeit und traurigem Aufmerksamkeitsgesuch ist die Rede. Um auf den Zug der Witze über Guttenberg und Koch-Mehrin aufzuspringen, ist Groupon scheinbar deutlich zu spät dran.

Anbieter der Aktion ist das US-amerikanische Miami Life Development Church Institut. Bei den Titeln handelt es sich um kirchliche Ehrentitel. Da liegt auch der Haken für Interessenten. Nach einem Beschluss durch den Bundesgerichtshof darf der kirchliche Ehrentitel nicht mit einem akademischen Titel verwechselt werden. Dies muss im Namen kenntlich sein. Somit würde sich Karl Schmidt nach einer Titel-Shoppingtour bei Groupon so nennen: Karl Schmidt, Dr. h.c. of Exorcisms, Miami Life Development Church Institute (USA). Das passt wohl kaum in eine einzelne Zeile auf der Visitenkarte.

www.groupon.de

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