Suche

Anzeige

Geschmacklos oder gelungen? Saturn polarisiert mit emotionalem Spot über Demenz

Der neue Saturn-Werbespot "Anna" thematisiert das Vergessen im Alter

Gemeinsam mit Jung von Matt präsentiert die Elektromarktkette Saturn seinen neuen Werbespot "Anna" und greift darin ein überaus emotionales Thema auf: Demenz – und was die Erkrankung für die Angehörigen der Betroffenen bedeutet. Doch der 90-sekündige Clip spaltet das Netz: Während die einen positiv gerührt reagieren, werfen die anderen den Verantwortlichen mangelndes Feingefühl und Geschmacklosigkeit vor.

Anzeige

Anna besucht ihren an Demenz erkrankten Vater im Pflegeheim; er erkennt sie nicht und sitzt teilnahmslos auf seinem Stuhl. Auf dem Weg nach Hause bricht die junge Frau in Tränen aus und fasst einen Entschluss: Bei ihrem nächsten Besuch setzt sie ihrem Vater eine Virtual-Reality-Brille auf, spielt im Bilder aus ihrer Kindheit vor – bis er sich schließlich an sie erinnern kann und ihren Namen nennt.

Zu Tränen gerührt

Im den sozialen Medien sind die Reaktionen auf die Werbung überaus gespalten. So kommentiert zum Beispiel eine Facebook-Nutzerin den Spot mit den Worten: „Ich bin Altenpflegerin und sie hat mich zu Tränen gerührt weil ich ähnliches Täglich erlebe!“. Eine andere schreibt: „Das ist der schönste Werbespot den ich seit langem gesehen hab! ? Danke Saturn, dass ihr gezeigt habt, dass man die Technik auch für schöne Dinge einsetzen kann.“

Bei Twitter heißt es unter anderem:

Doch es gibt auch zahlreiche Gegenstimmen

Manche werfen Jung von Matt und Saturn Geschmacklosigkeit vor: „Den Leuten die wirklich damit zutun haben haben es nicht leicht und ihr macht daraus eine Werbung um euren scheiß zu verkaufen“, heißt es zum Beispiel in der Facebook-Kommentarspalte. Oder: „Das Schlimme ist: Manche Menschen glauben das auch noch, dass man einen kranken Menschen so seine Erinnerung zurückgeben könnte. Davon abgesehen, dass man solch eine schlimme Krankheit „benutzt“ um Werbung zu machen, ist absolut geschmacklos.“

Bei Facebook reagiert Saturn Deutschland auf die Kritik und erklärt:

Wir möchten mit unserem Spot die Gefühle von Angehörigen von kranken Menschen nicht verletzen, es tut uns leid, wenn dies der Fall sein sollte. Mit unseren Spots stellen wir dar, welche Rolle Technik im Leben von Menschen spielen kann – in schönen und in schwierigen Momenten. Wir haben dabei nicht das konkrete Krankheitsbild von Alzheimer im Blick gehabt. Es gibt sehr viele unterschiedliche Formen des Vergessens im Alter. Wir zeigen einen individuellen Moment wiederkehrender persönlicher Erinnerung, der so nicht unrealistisch ist. Im Übrigen gibt es in der Tat auch medizinische Forschungsprojekte, bei denen über den Einsatz von VR Brillen bei der Behandlung von Demenzerkrankten geforscht wird.

„Anna“ ist eine Episode der vierteiligen Werbespot-Reihe „Du kannst mehr“. In den drei weiteren Clips werden kurze Geschichten zu den Themen Ehe, Angst und Hilfsbereitschaft erzählt.

Digital

Autobauer im Social Media-Check: So performen Audi, BMW und Mercedes-Benz im Netz

Wer von den drei großen Premium Automobilherstellern Audi, BMW und Mercedes-Benz performt in Social Media am besten? Eine aktuelle Analyse zeigt: Mercedes-Benz meistert die Herausforderung, Fans über verschiedene Kanäle und Plattformen hinweg zu begeistern, am besten. mehr…

Anzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Wie BMW auf den Handelsstreit reagiert und neue Wege findet: „China ist mittlerweile der Nabel der Autowelt“

Kann Shenyang in China dem amerikanischen Spartanburg den Rang ablaufen? BMW investiert zumindest…

Rekordstrafe gegen Google: US-Konzern will gegen EU-Entscheid wegen Android-Betriebssystem vorgehen

4,34 Milliarden Euro, Rekord. Damit setzt EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager zum bisher härtesten Eingriff…

WeChat-Expertin: „Ich warne davor zu behaupten, dass WeChat im Westen gescheitert sei“

Janette Lajara hat mehrere Jahre in China gelebt und dort für OSK das…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

  1. Großes Kino, toll gemacht! Aber, im Ernst, soll so Technik verkauft werden? Mit einem Aufreger hat man ja auch schon was bewegt, dachte man sich da wohl. Als Kunde fühle ich mich da auf den Arm genommen, für blöd verkauft oder wenigstens nicht ernst genommen.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige