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„Für mich muss eine Marke ein gewisses Understatement sein“

Der absatzwirtschaft-Kolumnist Vince Ebert hat im Gegensatz zu anderen Kabarettisten kein Problem sich zu Marken zu bekennen. Hier handelt er streng nach dem Motto seines aktuellen Buches "Machen Sie sich frei! Sonst tut es keiner für Sie", das mittlerweile über 400 000 Mal verkauft wurde. marketing-site checkt mit drei Fragen seine Einstellung zu Marken.

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Herr Ebert, da ich auf dem Tisch gerade Ihre Markenbrille, die Bionade und Ihr iPhone sehe, stellt sich mir direkt die Frage: Sind Sie Marken-Fetischist?

VINCE EBERT: Nein. Ich bin schon ein Freund von starken Marken. Aber Fetischist suggeriert ja so etwas Gläubiges, etwas Höriges. Was Marken mir bieten ist einfach – ich bediene jetzt mal eines ganz brutalen Klischees: sie bilden Vertrauen. Wenn man weiß, dass sich eine Marke über 50, 60, 80 Jahre hält oder gehalten hat und für eine Qualität steht, vielleicht sogar als Spiegelbild für andere Marken, dann kauft man schon auch ein bisschen Vertrauen ein. Insofern bin ich schon ein Fan von Marken.

Gibt es bestimmte Mechanismen oder Hebel, wo Marken Sie kriegen können?

EBERT: Man wird im Alter – sagt man immer – schon ein bisschen konservativer. Wenn mir früher in der Studienzeit jemand gesagt hätte, man kauft und verwendet etwas Traditionelles, dann hätte das einen ganz komischen Beigeschmack gehabt. Mittlerweile finde ich es sehr schön, wenn man wirklich Marken benutzt und weiß, die Eltern haben diese Marke schon verwendet, die Großeltern vielleicht, dann erreicht mich das schon.

Speziell beim Thema Marketing oder Kommunikation, gibt es da Dinge, die Sie ansprechen, wo Sie das Gefühl haben Sie werden erreicht?

EBERT: Man kann das immer so schlecht sagen, warum einen bestimmte Marken anmachen, ob das nun die Werbung ist oder ob es das Bild ist, was man damit verbindet. Für mich muss eine Marke ein gewisses Understatement sein. Etwas Hochwertiges aber es darf nicht zu protzig sein. Ich fahre zum Beispiel Volvo. Das ist das ideale Auto für mich. Das ist Sicherheit. Mittlerweile ist der neue V60 auch ganz schick, sportlich. Aber es ist nicht so, wenn man da auf den Hof fährt, dann denken die Leute: Um Gottes Willen, hat der das jetzt nötig? Wenn das so leise daher kommt, wenn das eine Marke schafft, so eine leise, so eine zurückhaltende Hochwertigkeit, das kickt mich. Das finde ich super.

Die Fragen stellte Christian Thunig.

Machen Sie sich frei! Sonst tut es keiner für Sie
Rowohlt Taschenbuch Verlag
Reinbek bei Hamburg, September 2011
Copyright © 2011 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg
Ideen Vince Ebert

Mehr über Vince Ebert erfahren Sie unter: www.vince-ebert.de oder auf
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