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Für Autohersteller bleibt die Standortfrage sensibel

Osteuropa gewinnt als Standort für die Automobilindustrie weiter an Bedeutung. In den kommenden fünf Jahren werden Autohersteller und Zulieferbetriebe rund sechs Milliarden US-Dollar in osteuropäische Fertigungskapazitäten investieren. Das prognostiziert das Automotive Institute der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

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Dadurch werde die Fertigungskapazität in Ost- und Mitteleuropa von derzeit 3,2 Millionen auf 4,2 Millionen Fahrzeuge im Jahr 2013 steigen. Die Hersteller begründen ihre Investitionsplanungen nicht nur mit den erwarteten Kostensenkungen durch niedrigere Löhne, sondern auch mit der Erschließung neuer Märkte.

Allerdings warnen die PwC-Experten vor zu hoch geschraubten Erwartungen. „Qualifizierte Arbeitskräfte werden immer knapper. Potenzielle Investoren müssen sich darauf einstellen, dass die Löhne für Facharbeiter in der Autoindustrie deutlich über dem durchschnittlichen Lohnniveau in Ost- und Mitteleuropa liegen“, betont Karl Gadesmann, Partner bei PwC und Leiter des Bereichs Automotive in Deutschland.

Auch die Absatzperspektiven müssten angesichts der schwer vorhersagbaren Kaufkraftentwicklung vorsichtig eingeschätzt werden. „Es ist unwahrscheinlich, dass das Marktvolumen Ost- und Mitteleuropas in den kommenden Jahren auf mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge steigt. Der größte Teil der bis 2013 zusätzlich produzierten Automobile müsste auf Märkten außerhalb der Region abgesetzt werden“, gibt Gadesmann zu bedenken.

Vorausgesetzt die Wirtschaftsverhältnisse gleichen sich an, sind die Länder Ost- und Mitteleuropas langfristig hoch interessant. Allein in den acht Staaten, die bereits der EU beigetreten sind, leben rund 80 Millionen Menschen. Jährlich verkaufen die Automobilhersteller hier derzeit lediglich 10 bis 15 Neuwagen je 1 000 Einwohner, in der EU-15 sind es hingegen 30 bis 40. Gadesmann: „Bei einer Angleichung der Wirtschaftsverhältnisse könnten damit langfristig bis zu zwei Millionen Autos mehr in der Region verkauft werden als heute“.

Von großer Bedeutung ist die Entscheidung, ob die Investition im Ausland zusätzliche Kapazitäten schaffen oder im Inland vorhandene ersetzen soll. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich arbeitsintensive Tätigkeiten leichter verlagern lassen als Bereiche mit einem hohen Anteil von Forschung und Entwicklung. Außerdem ist
die Standortfrage für die Autohersteller sensibler als für die Zulieferer. „Je stärker das Markenimage beim Käufer mit dem Herkunftsland des Autos verknüpft ist, desto größer ist der potenzielle Marketingschaden durch eine Standortverlagerung“, warnt Gadesmann.

www.pwc.com

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