Suche

Werbeanzeige

FTD pleite, taz kreativ, Deutsche Bank ohne Slogan und Hollywoodglamour beim Bambi

Das Aus der „Financial Times Deutschland“ wurde diese Woche besiegelt. Das ist ein Schock für die Wirtschaftspresse und stellt die Mediastrategie dieser Branche in Frage. Die „tageszeitung“ versucht, die Medienkrise auf ihre Art zu lösen. Die Deutsche Bank sucht einen neuen Claim und eine Branche feiert sich selbst: Stars, Sternchen und ein bisschen Hollywood bei der Bambi-Verleihung in Düsseldorf. Der absatzwirtschaft-Wochenrückblick.

Werbeanzeige

Von Anne-Kathrin Keller

Pleite der Woche: Zeitungssterben die Zweite.

Das Aus der „Financial Times Deutschland“ (FTD) wurde lange erwartet – dennoch ist es ein harter Schlag für die Wirtschaftspresse. Zum einen besteht das viel zitierte Onlineproblem. In der Tat hat die FTD Inhalte zu schnell und häufig online kostenfrei verfügbar gemacht und darüber hinaus zu viele Gratisexemplare ihrer Printausgabe verteilt. Aber es scheint zudem, als spiele die Wirtschaftspresse bei Mediaplanern kaum eine Rolle. Es werden dort kaum Anzeigen geschaltet. Alle deutschen Wirtschaftspublikationen stehen dieses Jahr bei ihren Bruttowerbeumsätzen im Vergleich zum Vorjahr teils tief im Minus.

Gruner + Jahr zieht jetzt die Reißleine und gibt die Wirtschaftsmedien fast komplett auf. Einzig das Monatsmagazin „Capital“ bleibt im Verlag. „Börse online“ und „Impulse“ sollen verkauft werden. Uneinig sind sich die Medien über den Zeitpunkt des Endes der FTD. Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ wird die FTD voraussichtlich im Januar kommenden Jahres zum letzten Mal erscheinen. Nach Angaben der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ soll das Blatt bereits am 7. Dezember 2012 letztmalig erhältlich sein. Auf ihrem Facebookauftritt gibt sich die FTD kampfeslustig. Während alle anderen Medien über ihr Ende schreiben, postet die FTD: „Wir machen weiter Zeitung, Website (und Facebook ;-).“ Hut ab, vor so viel Elan. Wir wünschen den Kollegen das Allerbeste!

Erlösmodell der Woche: Die taz führt freiwillige Bezahlschranke ein

Ausgerechnet die „tageszeitung“ (taz) kommt mit einem bemerkenswerten Vorschlag für die Monetarisierung von Online-Content um die Ecke. Sie setzt – ganz wie man es von der taz gewohnt ist – auf Solidarität und Freiwilligkeit. Seit dieser Woche wirbt die Zeitung auf ihrer Internetseite mit einer neuen Form für ihr Modell des freiwilligen Bezahlens. Klickt der Nutzer auf einen Artikel, öffnet sich dieser nicht sofort, sondern der Leser wird gefragt, ob ihm der Text etwas „wert“ sei. Wenn ja, wird er aufgefordert, einen selbst bestimmten Betrag zu zahlen. Sagt er nein, wird er einfach zum Text weitergeleitet. Für die taz könnte dies sogar ein funktionierendes System werden.


Die Highlights der Woche auf absatzwirtschaft.de:

>>>Quo vadis Printprodukt? – Vom Sterben der Holzmedien

>>>Offensives Social-Media-Marketing vertreibt Kunden

>>>Unternehmenswerte sind Marketingprodukte

>>>Preisgebung ist Chefsache

>>>Millionen Jobs schlummern im Bereich Big Data – Ergreift sie, Marketer!


Aufgabenstellung der Woche: Neuer Claim für Deutsche Bank

Die Deutsche Bank braucht eine neue Identität. Das neue Führungsteam von Anshu Jain und Jürgen Fitschen will den Kulturwandel, den sie bei der Deutschen Bank eingeläutet haben, nun auch im Werbeslogan repräsentiert wissen. Der Slogan „Leistung aus Leidenschaft“, den das Kreditinstitut seit 2003 trägt, sei nicht mehr zeitgemäß. Die Sorge von Jain und Fitschen: Er wecke zu schnell den Gedanken an Gier.

Tatsächlich wird der Slogan stark mit der Zeit verbunden, in der Vorgänger Ackermann eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent zum Ziel der Bank erklärte und die Bank konsequent auf Rendite trimmte. Danach kamen aber Mannesmann-Prozess, Lehmann-Pleite sowie Finanzkrise und der Slogan wurde plötzlich ganz anders interpretiert. Kein Wunder also, dass die neue Führungsspitze beim Kunden jetzt lieber einen neuen Leitspruch etablieren will. Einer potenziellen Agentur darf man gratulieren und gleichzeitig viel Glück wünschen. Keine leichte Aufgabe, bei der derzeitigen Stimmung gegen Banken einen neuen Claim zu kreieren. Immerhin sollte der Auftrag gut vergütet werden.

Veranstaltung der Woche: Stars feiern sich selbst beim Bambi

In der Düsseldorfer Stadthalle wurde am Donnerstagabend der Medienpreis Bambi verliehen. Als Ehrengast reiste Salma Hayek aus Hollywood an. Sie erhielt den Bambi in der Kategorie „Film International“. Zur 64. Vergabe des Medienpreises der Hubert Burda Media kamen insgesamt rund tausend Gäste in die Rheinmetropole. Deutsche Stars waren unter anderem Franziska van Almsick, Marie Bäumer, Markus Lanz, Jan Josef Liefers, Peter Maffay, Eva Padberg und Christian Ulmen. In diesem Jahr wurde der Medienpreis in Form eines goldenen Rehkitz in 17 Kategorien vergeben. Unter den Preisträgern sind unter anderem Joachim Fuchsberger, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, und der deutsche Sänger Cro.

Die absatzwirtschaft wünscht ihren Lesern ein erholsames Wochenende. Genießen Sie die freien Tage.

Kommunikation

Merkel und die YouTuber bei „#DeineWahl“: die schöne neue Werbewelt für die Kanzlerin

In der Spitze verfolgten etwas über 57.000 Menschen das Live-Interview, das Bundeskanzlerin Angela Merkel vier YouTubern gab. Die jeweils zehnminütigen Gespräche der Kanzlerin mit Itscoleslaw, Alexi Bexi, Ischtar Iksi und MrWissen2go waren unspektakulär. Es ist das Event an sich, das den Gesprächswert schuf und von dem sich alle Beteiligten einen Werbe-Effekt versprechen dürften. mehr…

Werbeanzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Wechsel des DFB-Sponsoringpartners: Warum Volkswagen noch nicht zum DFB passt

Nach 45 Jahren Partnerschaft zwischen dem Deutschen Fußballbund und Mercedes-Benz und fünf gewonnenen…

Facebook bringt Kleinanzeigen-Plattform Marketplace nach Deutschland

Facebook wird auch in Deutschland ein Stück mehr zum Konkurrenten für Ebay und…

„Adidas erfindet das Marketing neu und macht alles falsch“: Thomas Koch übt Kritik an der Metropolen-Strategie

Adidas setzt im Marketing auf Metropolen und will in sechs Großstädten weltweit Sport-Communitys…

Werbeanzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige