Suche

Anzeige

Forschung zur Werbewirkung belegt: Kreativität zahlt sich aus, emotionaler Krawall schadet der Marke

Erfolgreiche Werbung braucht ein strategisches Fundament. Und: emotionaler Krawall schadet der Marke. Das sind zwei von mehreren Kernergebnissen der Studie „Die wahren Werbetreiber: Kreativität schlägt Krawall“, in der die besten 200 deutschsprachigen Kampagnen inklusive aller Effie-Preisträger und -Finalisten der vergangenen zehn Jahre untersucht wurden. Die Studie wurde von der Unternehmensberatung McKinsey, dem Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA und der Werbeagentur BBDO realisiert.

Anzeige

Mehr als 30 ehemalige Effie-Juroren bewerteten für die Studie alle Kampagnen mit Blick auf Relevanz, Konsistenz und Glaubwürdigkeit, Originalität, Motivation und Purpose sowie Aktivierung, Umsetzung und Popularität. Diese Ergebnisse der Kampagnenwirkungen wurden mit den Daten des YouGov Brandindexes verglichen, für den in Deutschland täglich rund 2.000 Verbraucher zur Wahrnehmung von 1.200 Marken befragt werden.

Wesentliche Ergebnisse der Studie sind

  • Erfolgreiche Werbung braucht ein starkes strategisches Fundament. Alle erfolgreichen Kampagnen haben ein klares und glaubwürdiges Nutzenversprechen, Konsistenz mit früheren Kampagnen und eine Tonalität, die zur Marke passt. Von den vier hervorstechendsten Eigenschaften erfolgreicher Kampagnen fallen drei in den Bereich Strategie.
  • Emotionaler Krawall schadet der Marke. Kampagnen, die auf sehr plakative Motive setzen, beeinflussen die Einstellungen und das Verhalten der Verbraucher kaum. Wenn der Bezug zum Produkt fehlt, kann übertrieben gefühlsduselige oder hyperaktive Werbung das Markenimage sogar negativ beeinflussen: Krawall schreckt ab.
  • Kreativität macht sich bezahlt. Die wirksamsten Kampagnen zeichnen sich durch den wohldosierten Einsatz von Humor und durch unterhaltsame, spannende oder berührende Geschichten aus. Die erfolgreichsten Kampagnen nutzen diese Elemente bis zu 31 Prozent häufiger als weniger erfolgreiche Kampagnen. Der optimale Mix der kreativen Elemente hängt dabei stark von der Markenpositionierung, dem Kommunikationsziel und dem jeweiligen Wettbewerbsumfeld ab.
  • Werbewirkung braucht Zeit. Kampagnen benötigen Zeit, damit sie ihre volle Wirkung entfalten können. Der stärkste Einfluss einer Kampagne auf Kaufabwägung und Kaufabsicht zeigt sich erst nach vier Monaten nach dem Ende der Aktivierung.

Mit einem GWA Effie werden nur nachweislich erfolgreiche und effektive Kommunikationsmaßnahmen ausgezeichnet. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Effie-Preisträger und -Finalisten über alle Branchen und Kennzahlen hinweg eine überdurchschnittliche Wirkung erzielen, von der Werbeerinnerung bis zur Weiterempfehlung. Diese Kampagnen wirken bis zu fünfmal so stark wie andere Kampagnen, die zur gleichen Zeit gelaufen sind.

„Der Marktschreier hat ausgedient. Erfolgreiche Werber setzen immer öfter auf die subtile Kraft kreativer Geschichten. Insbesondere etablierte, bereits bekannte Marken sollten einen behutsam austarierten, an der Substanz der Marke orientierten Ton anschlagen“, so das Fazit von Sascha Lehmann, Partner bei McKinsey, der die Studie zusammen mit Dr. Gordon Euchler, Head of Planning bei BBDO Düsseldorf, durchführte. „Wegen der verzögerten Wirkung von Werbung auf das Kaufverhalten empfiehlt es sich, mit Kampagnen zur Einführung eines neuen Produkts deutlich früher als bisher üblich auf Sendung zu gehen“, ergänzt Gordon Euchler.

Die beiden Autoren präsentierten die Erkenntnisse ihrer Untersuchungen heute erstmals beim GWA Effie Kongress in Frankfurt. Die Studie bildet den Auftakt für weitere Forschungen zum Thema Werbewirkung.

Die Untersuchungen von McKinsey, GWA und BBDO wurden mit Unterstützung der Marktforschungsagentur YouGov und der ISM International School of Management realisiert. Der GWA Effie wird seit 1981 vom Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA für Effektivität in der Marketingkommunikation vergeben.

Kommunikation

Wie Kylie Jenner mit Influencer Marketing in eigener Sache zur jüngsten Milliardärin der Welt wurde

Was haben Jeff Bezos, Mark Zuckerberg, Warren Buffett und Kylie Jenner gemeinsam? Sie alle sind Milliardäre! Tatsächlich: Seit gestern führt das Forbes Magazine auch die jüngste der Kardashian-Schwestern unter den vermögendsten Menschen der Welt. Gelungen ist der erst 21-Jährigen der Aufstieg nach dem Lehrbuch des Influencer Marketings: Jenner nutzte ihre enorme Instagram-Präsenz, um die Kosmetik-Marke Kylie Cosmetics zu pushen. mehr…

Anzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Forscher Beck über Unterschiede menschlicher und künstlicher Intelligenz: „Clevere Gehirne vergessen besonders gut“

Dr. Henning Beck, Neurowissenschaftler und Hirnforscher, verteidigt die Stärken des Menschen gegenüber der…

Was macht eigentlich…Marco Seiler? „In mir reift der Gedanke, wieder unternehmerisch tätig zu werden“

Mehr als 20 Jahre lang hat der Gründer und CEO die Digitalagentur Syzygy geführt,…

100 Prozent Plus in zwei Monaten: Snapchat-Mutter feiert spektakuläres Börsencomeback

Snap is back: Wie aus dem Nichts hat die lange Zeit gescholtene Snapchat-Mutter…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

  1. Sonst ärgere ich mich oft über allgemeines Wissen, welches als große Neuigkeit verkauft wird. Hier aber wurde das Allgemeinwissen mit einer Studie bestätigt und zeigt wie Werbeagenturen arbeiten. Ich folgere daraus:
    Kein Webscheiss ohne Markenstratgie.
    Keine Medien ohne Erfolgsmessung.
    Nichts darf die Marke schädigen.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige