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Fehlende Zeit ist größtes Innovationshemmnis

Harald Fortmann ist seit Juni 2005 Vizepräsident des BVDW und für den Ausbau des Beratungsgeschäfts mit Konzernen und marktführenden mittelständischen Unternehmen zuständig © BVDW 2014

Der Faktor Mensch wird beim Innovationsmanagement viel zu wenig berücksichtigt, bemängelt der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), der eine Studie zu diesem Thema vorlegt. Denn der Dialog mit den eigenen Mitarbeitern sei die wichtigste Ressource für Innovationen

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Innovationen sind ein zentraler Erfolgsfaktor von Unternehmen – auch und gerade in der Digitalen Wirtschaft, dem Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft. Neun von zehn im Rahmen einer Studie des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) zum Thema Innovationsmanagement befragten Unternehmen (87 Prozent) geben denn auch an, dass Innovationen wichtig sind.

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Innovation als Kapital betrachten

Fragt man nach den größten Hindernissen beim Thema Innovation, besteht weitgehend Einhelligkeit: Sieben von zehn Befragten geben an, dass es ihnen und ihren Unternehmen schlicht an Zeit fehlt. Aber auch zu geringe finanzielle Mittel (41,8 Prozent) und mangelnde Förderung durch die Führungsebene (31,6 Prozent) behindern das konsequente Entwickeln und Verfolgen von neuen Ideen. Weitere Innovationsblocker sind fehlendes Fachpersonal (30,6 Prozent), mangelnde Offenheit für Neues beziehungsweise das Nichtvorhandensein einer entsprechenden Innovationskultur im Unternehmen (26,5 Prozent) sowie dafür fehlende Unternehmensstrukturen (25,5 Prozent).

„Es überrascht, dass fehlende Zeit oder ein zu geringes Budget in diesem Maße als Innovationshemmnisse angegeben werden. Dabei sind Innovationen in der Regel das Kapital deutscher Unternehmen. Ein funktionierendes Innovationsmanagement ist die Investition in die Zukunft eines Unternehmens. Wer das heute vernachlässigt, wird sich davon vielleicht nicht wieder erholen“, bemängelt BVDW-Vizepräsident Harald R. Fortmann.

Auch wenn Innovationen als zentral für den Unternehmenserfolg erkannt und bewertet werden, wird einer entsprechenden Abbildung dieses wichtigen Wettbewerbsfaktors in der Unternehmensorganisation derzeit nur eine geringe Bedeutung beigemessen. So leisten sich gerade einmal 15 Prozent der befragten Unternehmen einen eigenen dedizierten Innovationsmanager. Bei rund drei Viertel (73 Prozent) ist das Innovationsmanagement Angelegenheit des Vorstandes beziehungsweise der Geschäftsführung.

Innovatives Denken und Handeln als Einstellungskriterium

Als wichtigste Quelle und Ressource für Innovationen gelten für 70 Prozent der befragten Unternehmen die eigenen Mitarbeiter und der Dialog beziehungsweise Austausch mit ihnen, dicht gefolgt von Wettbewerbsbeobachtung und Marktanalysen (64 Prozent). Mehr als die Hälfte (55 Prozent) misst dem Kundendialog beziehungsweise Crowdsourcing eine elementare Rolle bei. Eine im Vergleich dazu geringe Rolle spielt die Zusammenarbeit mit Beratungsunternehmen und -instituten (15,2 Prozent).

Die Bedeutung des Faktors Mensch für die Innovationsfähigkeit von Unternehmen spiegelt sich in den präferierten Mitarbeiterqualifikationen wider: Für 81,7 Prozent der befragten Unternehmen ist innovatives Denken und Handeln ein wichtiges oder sehr wichtiges Einstellungskriterium. Dennoch verlassen sich drei von vier Personalverantwortlichen (73,8 Prozent, Mehrfachnennung möglich) auf ihre Intuition, wenn es um die Identifizierung und Auswahl vermeintlich innovationsorientierter Mitarbeiter im Recruiting-Prozess geht. Bei gerade einmal vier von zehn (38,8 Prozent) Befragten kommen systematisch spezielle Gesprächstechniken zum Einsatz, um die potenziellen Mitarbeiter auf ihre Innovationsfähigkeit hin zu prüfen. Fast genauso viele (37,5 Prozent) setzen Fallstudien ein.

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Kreativität und Fehlertoleranz

„Beim Thema Innovationsmanagement wird die Kompetenz der Mitarbeiter stark unterschätzt. Aufgabe des Managements ist es, optimale Rahmenbedingungen für ein leistungsstarkes Innovationsmanagement zu schaffen, insbesondere Ressourcen in Form von Zeit, Geld und Personal bereit zu stellen“, betont Fortmann. Er erklärt weiter: „Die Innovationen selbst entstehen aber in allen Ebenen und Bereichen eines Unternehmens – und sollten idealerweise an einer Stelle, die sich ausschließlich dieser Aufgabe widmet, systematisch zusammengeführt und mit Blick auf ein optimales Einzahlen auf die Unternehmensstrategie umgesetzt werden.“

Der BVDW-Vizepräsident hält es für erforderlich, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die ein Wertesystem widerspiegelt, welches für Kreativität steht und sich auch durch eine Fehlertoleranz auszeichnet. Nur so könne ein erfolgreiches Innovationsmanagement aufgebaut werden.

Die gesamten Ergebnisse der BVDW-Studie zum Thema Innovationsmanagement stehen www.bvdw.org/presseserver/BVDW_HR_Studie_Innovationsmanagement/HR_Studie_Innovationsmanagement_Ergebnisse.pdf hier zum Download bereit.

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