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Facebook speichert falsche Standortdaten

Eine Facebook-Nutzerin aus Boston hat festgestellt, dass auf ihr Konto aus Orten, die mehr als 600 Kilometer entfernt sind, mehrmals zugegriffen wurde. Zunächst dachte sie, dass sie von der Polizei beobachtet wird und richtete sich an einen Journalisten, der den Fall jetzt aufgeklärt hat. Facebook speichert den Standort seiner Nutzer und ist dabei sehr ungenau. Diese verpfuschten Daten könnten für Facebook-Enthusiasten aber ein böses Nachspiel haben.

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„Es gibt auf Facebook eine Reihe von Diensten, die den Aufenthaltsort der Anwender feststellen und für Werbemaßnahmen verwenden. Diese Dienste sind viel zu intransparent. Die Nutzer können nicht nachvollziehen, wie die Daten entstehen und wofür sie verwendet werden“, sagt Hans Zeger von der „Arge Daten“ in Österreich. Der amerikanische Journalist Dan Tynan untersuchte das Facebook-Protokoll der Bostonerin, die ihm schilderte, wie sie auf das Phänomen gestoßen ist: „Ich habe festgestellt, dass auf mein Konto aus Virginia und Washington D.C. zugegriffen wurde. Danach habe ich mein Passwort und die Sicherheitseinstellungen geändert – vergebens.“

Tynan stellte fest, dass auch in seinem Protokoll Zugriffe aus weit entfernten Orten verzeichnet sind. „Laut Facebook habe ich mich in New York eingeloggt, obwohl ich nicht einmal in der Nähe war.“ Der Journalist kontaktierte Facebook und fragte nach, wie die Standortdaten generiert werden. Facebook antwortete unkonkret. „Wir nutzen Informationen von Mobilfunkbetreibern und den Endgeräten unserer Nutzer. In manchen Fällen können wir den Nutzer aber nicht genau orten. Deswegen wird ein beliebiger Standort angezeigt“, erklärt Facebook-Sprecher Frederic Wolens.

Informationen für Geo-Marketing

Facebook gibt also offiziell zu, dass Standorte seiner Nutzer festgestellt werden. Es ist aber sehr problematisch, dass die Daten inkorrekt sind. „Die Informationen werden für Geo-Marketing verwendet, dadurch kann lokale Werbung angezeigt werden. Facebook versucht damit, endlich an Geld zu kommen. Das bisherige Geschäftsmodell funktioniert nicht – der Aktienkurs gibt mir Recht“, sagt Zeger. Laut dem Datenschutz-Experten könnte es ein noch viel größeres Problem geben: „Facebook muss den Behörden bei strafrechtlichen Verfolgungen alle Daten zur Verfügung stellen.“

Im schlimmsten Fall könnten die falschen Ortsangaben dazu führen, dass die Polizei die Daten nicht hinterfragt und einem fälschlicherweise ein Verbrechen unterstellt. Zeger kann sich sogar vorstellen, dass Sicherheitsbehörden auf Facebook Rasterfahndungen durchführen könnten: „Auf Facebook könnte nach Verhaltensmustern gesucht werden. Dabei würden die Grenzen absolut überschritten.“ Der Experte versucht aber zu beruhigen und geht davon aus, dass die Daten nur für Werbemaßnahmen verwendet werden. „Je mehr Daten gesammelt werden, desto gezielter ist das Marketing“, betont Zeger. pte

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