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Facebook Social Graph wird auch E-Commerce-Unternehmen gefährlich

Die neue Suchfunktion Social Graph wird in erster Linie als Angriff auf Google verstanden. Für Facebook eröffnen sich jedoch völlig neue Geschäftsmodelle und damit neue Umsatzquellen: Facebook kann mit einer transaktionalen Suche in Konkurrenz zu allen E-Commerce Websites treten – vor allem aber zu Amazon. Denn durch die Beschaffenheit von Facebooks Informationsmanagement mit seiner Sammlung und Strukturierung von persönlichen Informationen eignet sich der Social Graph ideal für die Märkte Empfehlungsdienste, Produktsuche und Online-Dating.

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Facebook könnte mit der Graph Search-Funktion langfristig in den allgemeinen Suchmarkt einsteigen und damit in Konkurrenz zu Google treten. Eine wesentlich adäquatere Alternative für Facebook ist der Managementberatung Mücke, Sturm und Company zufolge aber die Konzentration auf Suchanfragen, die Produktkäufe, Dienstleistungen oder Downloads zum Ziel haben. Facebooks Social Graph ist nach Ansicht der Berater Johannes Krämer und Martin Meinert besonders geeignet für die Ableitung personalisierter Empfehlungen sowie das Auffinden besonderer Inhalte wie Produkte, lokale Geschäfte oder Experten. Der Suchdienst biete zudem Anreize, noch mehr Informationen wie Likes oder Check-Ins öffentlich zu machen, da er nur dann einen konkreten Mehrwert bietet.

Unmittelbarer Kauf via Facebook ist denkbar

Der Fokus von Graph Search wird zunächst auf der verstärkten Nutzung als Recommender System (zum Beispiel lokale Geschäfte) sowie langfristig als Produktsuchmaschine liegen. Während für Ersteres primär die Informationen von Kontakten (Check-ins, Likes) genutzt werden, wird Letzteres insbesondere durch eine Anreicherung von Multimedia-Inhalten (Fotos, Videos) mit Metadaten (Tags) ermöglicht. So lassen sich zum Beispiel durch eine Suche nach „Photos with Rolex“ viele unterschiedliche Produkte der Marke Rolex finden, die auf entsprechende Onlineshops verlinken können. Im Sinne des Social Commerce wäre zukünftig auch der „Last Click“ und somit der unmittelbare Kauf via Facebook denkbar.

Damit würde Facebook nicht nur in Konkurrenz zu Google, sondern zu allen E-Commerce Websites treten – allen voran natürlich Amazon. Bezogen auf Nutzeranzahl und Nutzungsdauer ergibt sich hier für Facebook ein Potenzial von täglich 1,57 Milliarden transaktionaler Suchanfragen. Geht man davon aus, dass Facebook langfristig auch in diesem Bereich die Click-Through-Rate und den Cost-Per-Click-Preis von Google erreichen kann, ergibt sich laut Mücke, Sturm und Company ein riesiges Potenzial von 8,3 Milliarden Euro jährlich.

Wettbewerber im Social-Search-Markt müssen sich wappnen

Mit Graph Search eröffnen sich Facebook völlig neue Perspektiven. Das soziale Netzwerk hat bereits heute mit über einer Milliarde Nutzer weltweit eine enorme Reichweite. Durch die Suchfunktion baut der Netzwerk-Riese nicht nur sein Werbeangebot weiter aus, sondern könnte nun auch den Vormarsch in weitere Märkte wagen. Drei Märkte mit großem Potenzial stechen dem Beratungsunternehmen zufolge dabei besonders hervor:

Als Empfehlungsdienst (Recommender System) bietet Facebook den Vorteil, dass die Empfehlungen auf soziale Nutzergruppen wie Freundeskreis, Singles etc. eingeschränkt werden können. Das ist nicht nur für die Mitglieder, sondern auch für den Werbemarkt interessant, dem mit der Suche eine neue Möglichkeit des Targeting geboten wird.

Mit einer Bildsuche à la Pinterest kann nicht nur der Markt für Produktsuchen für bereits bestehende Onlineshops erweitert werden. Sollte Facebook tatsächlich den bereits viel diskutierten Buy-Button einführen, ist auch eine direkte Erschließung des Marktes für den Onlinehandel denkbar.

Ebenso könnte der Online-Dating-Markt, der allein in Deutschland rund sieben Millionen Singles umfasst und annähernd 200 Millionen Euro umsetzt, durch Graph Search gefährdet werden – zumal dieser im Gegensatz zu den meisten Dating-Portalen völlig kostenfrei ist.

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