Suche

Anzeige

Es läuft für Tinder: Umsatz soll sich dieses Jahr auf 800 Millionen Dollar verdoppeln

Dating-App-Anbieter Match Group verdient weiter prächtig am Geschäft mit der Zweisamkeit. Vor allem die zur Gruppe zählende mobile Dating-App Tinder wächst explosiv und konnte die Umsätze mehr als verdoppeln. Die Aktie der Match Group legt daraufhin um 17 Prozent an der Wall Street zu.

Anzeige

Von 

Der Schreck saß tief: Plötzlich hatte Facebook den Dating-Markt entdeckt. Konzernchef Mark Zuckerberg überraschte Anfang Mai auf der Entwicklerkonferenz F8 mit der Ankündigung, ein Dating-Angebot für Singles starten zu wollen. Die Folge: Die Aktie der Match Group verlor am Tag von Facebooks Ankündigung mehr als 22 Prozent an Wert.

Erst jetzt hat sich der Marktführer unter den Dating-Apps von dem Kursdebakel erholt. Der Mutterkonzern von Flirt-Plattformen wie Tinder, OkCupid, PlentyOfFish und dem namensgebenden Angebot von Match.com legte heute an der Technologiebörse Nasdaq um spektakuläre 17 Prozent zu.  Der Grund: eine besser als erwartete Quartalsbilanz.

Match Group übertrifft Wall Street-Erwartungen deutlich

Der seit November 2015 an der Börse geführte Dating-Anbieter, der zuvor in Barry Dillers Internet-Konglomerat InterActiveCorp eingegliedert war, konnte die Wall Street-Erwartungen mit beschleunigtem zweistelligen Wachstum übertreffen. Zwischen Anfang April und Ende Juni setzte die Match Group 421 Millionen Dollar um – 36 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und 8 Millionen Dollar mehr als Analysten erwartet hatten.

Der Konzerngewinn explodierte gar um 158 Prozent auf 132,5 Millionen Dollar bzw. 45 Cent je Aktie. Die Konsensschätzungen der Wall Street, die noch bei 32 Cent je Anteilsschein gelegen hatten, wurden damit deutlich übertroffen. “Das ist ein guter Tag, um im Liebesgeschäft zu sein”, kommentierte Match Group-Chefin Mandy Ginsberg das Zahlenwerk augenzwinkernd.

Tinder fährt bereits fast die Hälfte der Umsätze der Match Group ein

Treiber der Geschäftsdynamik ist einmal mehr die mit Abstand wichtigste App im Portfolio – Tinder, das bereits fast für die Hälfte der Umsätze verantwortlich ist. Allein in den 91 Tagen von Anfang April bis Ende Juni konnte die beliebte Dating-App 299.000 neue zahlende Mitglieder anlocken und bringt es insgesamt damit bereits auf 3,7 Millionen Abonnenten.

CEO Ginsberg verriet zudem in der Telefonkonferenz mit Analysten, dass sich Tinder auf Jahressicht auf Kurs von 800 Millionen Dollar Umsatz befinde. Das entspricht etwa der Größenordnung des strauchelnden Stories-App-Anbieters Snap, der gestern erneut bei Vorlage seiner Quartalsbilanz enttäuschte.

Tinder hat bereits fast zu Snap aufgeschlossen, ist aber profitabel

Tatsächlich scheint die mobile Partnersuche das lukrativere Geschäft als die Story-Produktion zu sein: Im Gegensatz zu Snap wächst Tinder nicht nur deutlich schneller – die Umsätze explodierten Jahresvergleich förmlich um 136 Prozent –, sondern operiert auch hochprofitabel.

Finanzchef Gary Swidler bezifferte Tinders Profitmarge auf mehr als 40 Prozent, während Snap aktuell mehr Geld verliert es umsetzt. Ironie der Geschichte: Mit einem Börsenwert von 15,7 Milliarden Dollar wird Snap an der Wall Street aber höher bewertet als die Match Group, die es in der Gesamtheit auf eine Marktkapitalisierung von 12,3 Milliarden Dollar bringt.

Kommunikation

Nutzer geben das meiste Geld für Streaming- und Dating-Anwendungen aus

Marktpropheten sagen schon seit Jahren den Niedergang von Apps voraus. Neue Zahlen zeigen nun: Das Gegenteil ist der Fall. Noch nie beschäftigten sich die Nutzer länger mit den mobilen Anwendungen als im vergangenen Jahr. Und auch die Download- und Umsatzzahlen sind im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen, wie eine Untersuchung des Analyseinstituts AppAnnie ergeben hat. mehr…

Anzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Roboter in der Arbeitswelt: Warum die Mehrheit der Deutschen die High-Tech-Kollegen ablehnt

Groß, orange und hinter einem Schutzzaun - die Vorstellung der Deutschen von Robotern…

Nielsen-Report zum Werbejahr 2018: TV-Werbemarkt erstmals seit 2009 im Minus

Wie sieht die Bilanz des deutschen Werbemarkts im Jahr 2018 aus? Er stagniert…

Vorbild Landwirte: Was sich die Digitalbranche von der Agrarwirtschaft abschauen kann

Erfolgreich in der Vergangenheit, unsicher für die Zukunft: Viele Unternehmen hadern auch im…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige