Suche

Werbeanzeige

„Eine schallende Ohrfeige des Volkes“: Reaktionen auf NOlympia

Nein zu Olympia

Am gestrigen Sonntag haben die Hamburger entschieden: Sie wollen nicht, dass die Olympischen Spiele 2024 in ihrer Heimatstadt stattfinden. 51,6 Prozent stimmten beim Referendum mit Nein, die Bewerbung ist damit gescheitert. Das Medienecho ist riesig. Viele Journalisten sind sich einig: Der deutsche Sport steht vor einem Scherbenhaufen

Werbeanzeige

SpOn-Sportredakteur Peter Ahrens beobachtet eine „tief sitzenden Misstrauen gegen Olympische Spiele und Fußballweltmeisterschaften, diese Supertanker der Sportveranstaltungen“. Auch die Fußball-WM in Brasilien im Vorjahr sei ein Beispiel dafür gewesen, wie wenig ein Land letztlich von einem solchen Ereignis hat, wenn die vier Wochen im Schaufenster der Welt vorbei sind. „Der komplette organisierte Hochleistungssport ist durch die Verbände diskreditiert, und jetzt bekommen sie von den Bürgern dafür die Quittung.“

Michael Reinsch schlägt bei FAZ.net ähnliche Töne an

„Ob systematisches Doping im russischen Sport, ob eine erpresserische Verbandsspitze in der Welt-Leichathletik, ob korrupte Fußball-Funktionäre in Handschellen oder dubiose Millionenzahlungen im Zusammenhang mit dem Sommermärchen 2006: So wie Vielfalt und Faszination des Sports sich bei Olympischen Spielen auf siebzehn Wettkampftage verdichten, konzentrieren sich Abscheu und Misstrauen gegenüber dem Sport auf die Organisation im Zeichen der Ringe, den Milliarden-Konzern IOC.“

Auch Oliver Fritsch sieht das bei Zeit Online ähnlich

Der entscheidende Grund sei „das Misstrauen der Bürger gegenüber dem Sport“ gewesen. „Das wohlverdiente Misstrauen, muss man sagen.“ Ein großes Manko der Hamburger Bewerbung sei außerdem gewesen, „wie ideenlos, uninspiriert und bürokratisch der deutsche Sport auftrat, inklusive der beteiligten Politiker sowie der BWL-Typen, die die Bewerbung begleiteten. Neue Köpfe braucht das Sportland.“

„Mutlosigkeit hat Perspektivdenken besiegt“, schreibt Matthias Steiner bei NDR.de und zeigt sich enttäuscht. Das Zeichen an die Welt sei eindeutig: „Eine Massenveranstaltung wie Olympia ist in einer westlichen Demokratie derzeit nicht mehrheitsfähig. Schade.“ Die Bedenkenträger hätten sich durchgesetzt, der olympische Sport in Deutschland stünde vor einem Scherbenhaufen. Für Bürgermeister Olaf Scholz und Sportsenator Michael Neumann sei das Ergebnis eine „schallenden Ohrfeige vom Volk“.

„Desaster“ für Hamburg

In der Frankfurter Rundschau ist Jürgen Ahäuser derselben Meinung wie Steiner und spricht von einem „Desaster“ für Hamburg: „Gerade in Zeiten, in denen sich reale und auch diffuse Ängste unter der Bevölkerung ausbreiten, wäre es nicht schlecht gewesen, sich auf ein Projekt zu konzentrieren, das grundsätzlich sehr viele positive Emotionen freisetzen kann. Bei allem Respekt, die Hamburger haben eine Chance für ganz Deutschland vertan.“

Auch Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart kritisiert in seinem Morning Briefing die Entscheidung der Hamburger Bevölkerung. Die Stadt habe „sich gegen Weltoffenheit entschieden“ und dies sei „nicht nur eine Niederlage für den Ersten Bürgermeister Olaf Scholz, wie heute die Lokalzeitung schreibt, sondern – schlimmer noch – eine Niederlage für Hamburg“.

Frank Niggemeier erklärt in der Hamburger Morgenpost: „Die einmalige Chance auf Olympische Spiele in unserer Stadt – und damit auch in ganz Deutschland – ist auf Jahrzehnte vertan. Schade, Hamburg. Es hätte so schön sein können.“ An Ende hätten dann doch die Bedenken gesiegt.

Auf dem Cover der aktuellen MoPo-Ausgabe wurde passend dazu eine Traueranzeige für Olympia 2024 gedruckt:

DOC007

Digital

ThyssenKrupp ist Sieger des Social-Media-Rankings 2017

Auch im B-to-B-Bereich gewinnt Social Media immer stärker an Bedeutung. Doch welches Unternehmen ist erfolgreich unterwegs? Aufschluss gibt der „B2B Social Media Report 2017" von Brandwatch, der ThyssenKrupp zum Sieger kürt. mehr…

Werbeanzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

„Balance zwischen Vielfalt und Tiefgang.“ Was die absatzwirtschaft auszeichnet, verrät die Jury des Marken Awards

Es ist das Jahr, in dem die absatzwirtschaft 60-jähriges Bestehen feiert. Und das…

Von Philips über die FDP bis hin zur Elbphilharmonie: Das sind die Finalisten des Marken Awards 2018

Die Jury des Marken Awards 2018 kam zusammen, um die Bewerber zu begutachten…

Opel vor schweren Zeiten: „Der Vertrieb läuft in die falsche Richtung und das ist eine große Gefahr für die Sanierung“

Die Ausgangssituation für die Sanierung von Opel/Vauxhall durch den französischen PSA-Konzern waren ursprünglich…

Werbeanzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige