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„Ein umfassendes Bild der zu erwartenden Bedürfnisse“

Der veränderte Mobilitätsbedarf setzt Händler unter Druck, prognostiziert die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) in ihrer soeben vorgelegten Studie „Deutscher Autohandel 2020“. Weniger und ältere Kunden sowie mehr Singlehaushalte aus Städten – für die Autobranche hält der deutsche Markt in Zukunft viele einschneidende Entwicklungen bereit. Fünf Fragen von absatzwirtschaft-Redakteur Thorsten Garber dazu an Wolfgang Müller-Pietralla (im Bild), Leiter der Abteilung Zukunftsforschung und Trendtransfer im Volkswagen-Konzern.

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Herr Müller-Pietralla, decken sich die Aussagen der jüngsten PwC-Studie zum Automarkt 2020 mit Ihren Prognosen?

WOLFGANG MÜLLER-PIETRALLA: Die fortschreitende Urbanisierung führt bereits heute und zukünftig noch vermehrt zu Verkehrsproblemen, die die Mobilität natürlich erschweren. Aber der öffentliche Nahverkehr kann das Auto nicht einfach ersetzen, da er bereits heute schon an logistische und ökonomische Grenzen stößt. Die Kunden möchten in der Stadt und auf dem Land flexibel, stress- und unterbrechungsfrei sowie komfortabel unterwegs sein. Damit bleibt das Auto auch auf absehbare Zeit für die individuelle Mobilität die beste Alternative.

Sie erforschen automobile Zukunft bis 2050 – sind Elektroautos das Topthema?

MÜLLER-PIETRALLA: Ja. Elektromobilität steht hinsichtlich CO2-Reduzierung auf Kurzstrecken an erster Stelle. Zudem wird es bis 2050 deutliche Entwicklungsfortschritte bei Plug-In-Hybriden geben, die wegen Ihrer Allrounder-Fähigkeiten sich großer Beliebtheit erfreuen.

Außer über alternative Antriebe ist der CO2-Ausstoß wie noch zu reduzieren?

MÜLLER-PIETRALLA: Durch wirkungsvolle Maßnahmen innerhalb des gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge von der Energiegewinnung über die Nutzung bis hin zum Recycling. Wir haben das Ziel, im Volkswagen-Konzern, bis 2018 Energie, Wasser, Abfall, CO2 und sonstige Emissionen um 25 Prozent zu reduzieren.

Für welche Assistenzsysteme, speziell für Ältere, wird die Akzeptanz steigen?

MÜLLER-PIETRALLA: Für urbane Assistenzsysteme, denn sie versetzen insbesondere ältere Menschen in die Lage, komplexe Verkehrssituationen in der Stadt meistern zu können. Dabei spielt es keine Rolle, ob es der Side-, Lane- oder Park-Assist ist. Wichtig ist, dass der Kunde von uns ein höchstmögliches Maß an Sicherheit und Komfort erwarten kann, unabhängig von Geschlecht oder Alter.

Was ist wesentlich, um künftige Kundenbedürfnisse systematisch über Foresight verlässlich zu ermitteln?

MÜLLER-PIETRALLA: Wesentlich dabei ist, dass man kontinuierlich die Welt, in der sich ein Kunde heute und morgen bewegt, analysiert und gestaltet: nach technologischen, ökonomischen, gesellschaftlichen, ökologischen und politischen Gesichtspunkten. Dabei entwickeln wir Szenarien, versetzen uns in zukünftige Lebenswelten und überprüfen unsere Konzepte auf der Grundlage wissenschaftlicher Methoden. Wir gewinnen dadurch ein umfassendes Bild der zu erwartenden Bedürfnisse für die zukünftige Mobilität.

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