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E-Mail-Marketing: Farben animieren zum Lesen

Blau gilt als die Farbe der Ehrlichkeit und des Vertrauens, Rot ist ein Warnsignal. Dies gilt es beim E-Mail-Marketing zu berücksichtigen. © Fotolia 2015

Rund 416 Werbemails landen pro Monat im Postfach eines durchschnittlichen Empfängers. Ein aussagekräftiger Betreff und die persönliche Anrede sind ein guter Türöffner. „Animieren lässt sich der Leser jedoch mit Farben“, sagt Alexis Renard, CEO von Mailjet. Er erläutert, welche Effekte Farben im E-Mail-Marketing haben und wie dadurch der Erfolg von Kampagnen beeinflusst wird.

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Leslie Harrington, Executive Director der „Color Association of The United States“ bringt es auf den Punkt: „Wir reagieren auf verschiedenen Ebenen auf Farben. Es gibt soziale und kulturelle Ebenen, ebenso wie persönliche Beziehungen mit bestimmten Farben. Außerdem gibt es eine angeborene Reaktion auf Farben.“

Assoziation mit dem eigenen Markenbild

Werden bestimmte Farben in E-Mail-Kampagnen verwendet, ist es empfehlenswert, zunächst über die Assoziation mit der eigenen Marke nachzudenken. Entscheidend für die Farbauswahl ist, welche Gefühle und Verbindungen bei den Empfängern hervorgerufen werden sollen, die mit dem Markenbild konform gehen.

mailjet

Alexis Renard, CEO mailjet

Die kürzlich veröffentlichte Studie „Impact of Color in Marketing“ kommt zu dem Schluss, dass 90 Prozent der Entscheidungen für bestimmte Produkte allein auf der Farbe beruhen können. Rot zum Beispiel gilt als „laute Farbe“ und ist in umfangreicher Nutzung ein deutliches Zeichen für gewünschte Aufmerksamkeit. Blau hingegen gilt als die Farbe der Ehrlichkeit, Loyalität und des Vertrauens. Obwohl sie die beliebteste Farbe bei Männern ist, gilt Blau als sanfte Farbe mit einer beruhigenden Wirkung. Anders das warme Orange, das Optimismus und Vertrauen bietet. Assoziationen wie sonnige Tage und helles Licht sorgen dafür, dass Orange als besonders positiv und stimulierend empfunden wird.

Farbassoziationen testen

In unserem Alltag sind Farben bereits vordefiniert: Im Straßenverkehr zum Beispiel steht Grün für „Freie Fahrt“, Rot hingegen als unmissverständliches Warnsignal. Ein Experiment von Hubspot hat sich damit beschäftigt, wie bereits vordefinierte Farben genutzt werden können, um die Conversion-Rate zu steigern. Tatsächlich bekam eine rote Schaltfläche mit Call-to-Action 21 Prozent mehr Aufmerksamt als eine grüne.

Hubspot

Copyright: Hubspot

Das Ergebnis zeigt, dass trotz allgemein geläufiger Farbassoziation die Wirkung in den Kampagnen vorher, zum Beispiel durch einen A/B-Test, überprüft und anhand der Ergebnisse die Kampagne optimiert werden sollte. Denn jeder Kunde ist anders und die Reaktion auf eine Farbe kann von verschiedenen Faktoren abhängig sein, etwa der Laune, dem Aufenthaltsort, dem verwendeten Gerät, der Wahl der Farbkombination.

Das Geschlecht spielt eine Rolle

Ein anderer Aspekt bei der Wahl der richtigen Farbe für E-Mail-Kampagnen ist das Geschlecht der Empfänger. Die Psychologie der Farben kann geschlechtsspezifisch sein, denn bestimmte Farben werden von Männern und Frauen jeweils besser als andere wahrgenommen, wie KISSmetrics vor kurzem gezeigt hat: Zwar haben Männer und Frauen gleiche Präferenzen in der Wahl zwischen hellen und dunklen Farben. Doch im Unterschied zu den kräftige Farben liebenden Männern bevorzugen Frauen deutlich softere Töne.

KISSmetrics

Copyright: KISSmetrics

 

Mit den richten Farben den Spamfilter umgehen

Die Spam-Algorithmen der Internetanbieter filtern vorrangig nach Schlagwörtern, die als Spam-Auslöser gespeichert sind. Was viele nicht wissen: auch das Verhältnis von Bildern zum Text kann ausschlaggebend für Spam sein. Als Faustregel gilt: 25 Prozent Bilder und 75 Prozent Text, wobei auch hier Format und Farbe eine wichtige Rolle spielen.

Allerdings zeigt die Praxis, dass zum Beispiel die umfangreiche Nutzung von Rot in Texten einer der meisten Auslöser ist. Viele Spam-Filter arbeiten mit einem Scoring-System. Jedes der erwähnten Attribute steht für einen gewissen Punktwert. Je mehr Punkte eine E-Mail erreicht, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese im Spam-Ordner landet. Unternehmen sollten also auch bei der Farbwahl darauf achten, den eignen Spam Score niedrig zu halten.

Fazit

Die Psychologie der Farben kann Marketern im E-Mail-Marketing einen entscheidenden Vorteil verschaffen. Damit Kampagnen erfolgreich ihre Empfänger erreichen, sollten folgende Aspekte immer im Hinterkopf behalten werden:

  • Passt die Farbkombination von Text, Bildern und Hintergrund zur Marke?
  • Wurden zu viele ‚laute‘ Farben verwendet?
  • Welche Farben führen bei einer Handlungsaufforderung zu einer höheren Conversion-Rate?
  • Welchen Gemütszustand sollen Nachricht und Farbwahl auslösen?

Über den Autor: Alexis Renard ist CEO beim E-Mail-Service-Provider Mailjet. Das europäische Unternehmen optimiert die Zustellung der E-Mails in die unterschiedlichsten Posteingänge. Damit bietet Mailjet von Start-ups bis Großunternehmen ein benutzerfreundliches Tool, um ihre Öffnungs- und Klickraten zu managen und nachhaltig zu verbessern.

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Kommentare

  1. Auf mich wirken „bunte“, farbige Mails unseriös und ich nehme sie als „Billigangebot“ war…
    Ich gehöre nicht zu dieser Zielgruppe.

  2. Wenn die Mails den Filter überwunden haben prägt bei mir zuerst die Betreffzeile meinen ersten Eindruck.
    Wenn der eigentliche Inhalt dezent mit Farbe/Bildern gestaltet ist kann dass schon beeinflussend sein;wobei das Layout mit der Kernbotschaft kompatibel sein muss.

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