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Doppelt so viele Online-Käufer als vor zehn Jahren

Internetforscher ziehen eine Zehn-Jahres-Bilanz: Im vergangenen Jahr haben 86 Prozent aller Internet-Nutzer das Web für einen elektronischen Einkauf genutzt, mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2000. Die Wissenschaftler der Universität Hohenheim sehen darin ein Beispiel für den weltweiten Siegeszug des Internets und belegen ihn durch jährlich erhobene Zahlen. Die Studie zu Internetnutzung und E-Commerce ist fester Bestandteil eines Langzeit-Forschungsprojektes der Forschungsstelle für Medienwirtschaft und Kommunikationsforschung der Universität Hohenheim, die inzwischen in enger Zusammenarbeit mit TNS Infratest Technology & Media erscheint.

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Waren im Jahr 2000 kaum 20 Prozent der Deutschen im Internet aktiv, sind es heute 71,9 Prozent, darunter immer mehr Ältere. Ostdeutsche liegen im Bundesvergleich hingegen etwas weiter zurück als noch im Jahr 2005. „Die Verbreitung des Mediums setzt sich ungebremst fort – in Deutschland wie weltweit“, resümiert Prof. Dr. Michael Schenk, Professor für Kommunikationswissenschaft und Sozialforschung der Uni Hohenheim. In manchen Bevölkerungsgruppen – wie etwa bei den jungen, hochgebildeten Menschen – seien inzwischen nahezu 100 Prozent online. Weltweit zeigt sich den Erhebungen zufolge heute ein ähnliches Bild wie in Deutschland im Jahr 2000: Gerade einmal 23 Prozent der Weltbevölkerung oder 1 538 Millionen Menschen nutzen aktuell das Internet. Die meisten leben in der Volksrepublik China (298 Millionen) und in den USA (231 Millionen). In absoluten Zahlen weist China folglich die meisten Internetnutzer auf. In relativen Zahlen erreicht das Internet in China im weltweiten Vergleich allerdings nur einen durchschnittlichen Verbreitungsgrad von 22 Prozent.

Die größte prozentuale Verbreitung besitzt das Internet in nördlichen Staaten Europas – angeführt von Schweden mit 88 Prozent –, gefolgt von den Niederlanden, Dänemark, Finnland und Norwegen. Deutschland liegt gleich mit Japan, dicht gefolgt von den USA. Innerhalb Deutschlands wird vor allem in den Stadtstaaten Bremen (74,2 Prozent) und Berlin (73,3 Prozent) im Internet gesurft. Baden-Württemberg landet mit 72 Prozent auf dem dritten Platz. „Dies ist erstaunlich, denn im Gegensatz zu den technologischen Ballungsräumen der Stadtstaaten musste Baden-Württemberg in den ländlichen Räumen zunächst eine entsprechende Infrastruktur aufbauen“, urteilt Studienleiter Schenk.

Besonders beliebt sind Anbieter, die Möglichkeiten zur Onlinekommunikation bereitstellen, etwa T-Online, Web.de, Yahoo Deutschland, MSN und GMX. Auch die klassischen Medien – allen voran die Bildzeitung – sind sehr beliebt bei den Usern. E-Commerce hat sich inzwischen fest etabliert, was an der starken Nutzung von Ebay deutlich wird: Hinter T-Online mit einem Nutzungsgrad von 53,1 Prozent nimmt das Online-Auktionshaus mit 45,4 Prozent den zweiten Platz der Top 20 der Internetangebote ein. „Die Deutschen kaufen vor allem Bücher, CDs, DVDs und Eintrittskarten im Netz. Auch Flug- und Bahntickets, Hotelreservierungen, Reiseangebote und Bekleidung werden immer häufiger im Netz geordert“, erläutert Schenk. Hinzu komme ein weiterer Trend: Viele User kauften zwar nach wie vor im Laden, nutzten das Web jedoch, um sich Informationen und Vergleichsangebote zu beschaffen. Bei dieser Gruppe handele es sich um die potenziellen Online-Shopper von morgen.

Dennoch kaufen nicht alle Bürger gleichermaßen im Netz, so das Ergebnis der Hohenheimer Wissenschaftler. Vor ein paar Jahren sei man noch davon ausgegangen, dass der Trend in Kürze alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen erfassen werde. Im Jahr 2010 sei aber erneut festgestellt worden, dass junge Männer zwischen 20 und 29 Jahren und mit gehobenem Bildungsniveau weit häufiger von den Verkaufsangeboten im Netz Gebrauch machen als andere. Ob und wann die digitale Spaltung der Bevölkerung abnehme, sei derzeit nicht genau zu prognostizieren. Professor Schenk: „Es scheint sich jedoch herauszukristallisieren, dass die zurzeit noch vorhandenen Unterschiede weiter abflachen werden.“ Positiv bewertet der Forscher, dass gerade ältere Nutzer in den letzten Jahren zusehends ihre Scheu gegenüber dem neuen Medium abgelegt hätten. Auch Frauen wiesen starke Zuwachsraten auf. Jedoch: Der Abstand zwischen Ost und West sei gegenüber dem Jahr 2005 wieder etwas größer geworden. Noch sehr exotisch seien für die meisten Deutschen öffentliche Internet-Tagebücher, die sogenannten Blogs, oder Podcastings, Plattformen für den Austausch privater Fotos, Videos und Musikdateien übers Netz. Diese neuen Möglichkeiten des Web 2.0 würden bisher fast ausschließlich in den jungen und modernen Milieus genutzt.

www.uni-hohenheim.de

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