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Donald Trump: Der Sieg als self-fulfilling prophecy?

Jürgen Häusler

„We are going to win so big ... we are going to win so big ... we are going to win so big ... we are going to win so big.“ So der inhaltliche Kern des ersten Auftritts von Donald Trump auf dem Nominierungskongress der Republikanischen Partei – jener Veranstaltung, die ihn zum Präsidentschaftskandidaten machte, die die politische Welt weiterhin fassungslos zurück lässt

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„Are you having fun?“ So der inhaltliche Kern des zweiten Auftritts von Donald Trump. Das Publikum, sein Publikum, hat augenscheinlich Spass. Sicher auch, weil der „Jahrmarkt der besonderen Art“ (NZZ 21. Juli 2016) neben den „Trump-T-Shirts, Trump-Buttons, -Kappen und –Tassen“ auch jede Menge, nur durch sehr kurze inhaltliche Unterbrechungen gestörte, bunte, schrille, irre, betäubende Unterhaltung bietet. Den traditionell politisch interessierten Zuschauer lässt dies erschauern: „No pretence of policy subsance – he`s not appealing to the rational parts of people`s brains, and he is proud of it. How it all adds up, I don`t know – I am not the intended audience for these speeches“ (Nate Silver auf Twitter).

Donald Trump ist stolz auf die Inszenierung dieses Events. Denn so bedient er seine Zielgruppe, an die er sich mehr oder weniger ausschliesslich auch in seinem letzten Auftritt, seiner historisch einmalig langen „acceptance speech“, richtet: authentisch („er sagt, was er denkt“), attraktiv („er versteht uns“) und differenzierend („endlich geht es der uns seit so langer Zeit hemmenden political correctness an den Kragen“). Diese politischen Konsumenten begeistert er auf ihrer dauernden Jagd nach immer neuartigen Konsumerlebnissen – nun endlich auch, wenn es um Politik geht. Geboten wird ein Konsumrausch ohne jede Angst vor anschliessender Katerstimmung – auch wenn Leid, Not und Elend, Krisen, Gewalt und Kriege verhandelt werden.

„Hate“ als Treibstoff

Diagnostisch soll man durchaus meinen, dass die Welt gerade untergeht – weil das Ende des amerikanischen Zeitalters droht, weil der American Dream für die meisten zum Alptraum geworden ist. Dies hat die Konkurrenz geschafft: „death, destruction, terrorism and weakness“. Aber, so wohl die angestrebte aufmunternde Nachricht, warum sollte die politische Diskussion hierüber nicht „fun“ sein dürfen? Die „Trumpeters“ (Sarah Palin), denen es weder um eine politische Partei noch um eine politische Wahlkampagne geht, reisst der Verkaufsevent nicht zuletzt auch deshalb emotional mit, weil sie (endlich) hemmungslos hassen dürfen: die „Anderen“, die in Washington, Hillary Clinton. Letztere soll nicht nur im Wahlkampf besiegt werden. Ihr wird der Prozess gemacht. Das Urteil: „Guilty!“ Das geforderte Strafmass reicht von „Lock her up!“ bis zu: „shot for treason“.

Hass eint, motiviert und bewegt. Er setzt auf maximalem Niveau die dynamische Kraft des innig geliebten Wettbewerbs frei, die verspricht, dass der Wandel „huge“ sein wird (so der ansonsten zur Bedeutungslosigkeit verdammte Vizepräsidenten-Kandidat). Das herbeigesehnte Ergebnis des Wandels: „very soon, you would beat someone instead of them beating you“ (NYT 22.7.2016).

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