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Discounter in Deutschland gewinnen kaum noch Kunden hinzu

Im vergangenen Jahr stieg der Marktanteil der Lebensmittel-Discounter nur noch um 0,7 Prozentpunkte. Eine Studie der Beratung Accenture und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sagt für diese Vertriebslinie das Ende des Wachstums voraus.

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„Die Lebensmittel-Discounter stehen am Scheideweg“, erklärt Gerhard Hausruckinger, Geschäftsführer im Bereich Handel & Konsumgüter bei Accenture. „Discount ist heute kein Selbstläufer mehr.“ Der Analyse zufolge hatten sich die Discounter zwischen 2000 und 2006 um durchschnittlich 1,7 Prozentpunkte pro Jahr gesteigert.

„Mittlerweile kaufen 98 Prozent der Verbraucher mehr oder weniger regelmäßig beim Discounter, und nahezu jeder erreicht heute drei bis vier dieser Läden innerhalb von höchstens zehn Minuten“, heißt es in der Studie. Dabei verlaufe die demografische und gesellschaftliche Entwicklung zugunsten der klassischen Supermärkte: 2007 gehörten noch 31 Prozent der Verbraucher zu Gruppen der Bevölkerung, die 40 Prozent oder mehr ihrer Einkäufe beim Discounter erledigen. Dieser Anteil werde sukzessive schrumpfen und im Jahr 2020 bei 28 Prozent liegen.

Umgekehrt wachse der Anteil der Supermarkt-Käufer – Rentner-Familien, alleinstehende Ältere, „Empty Nest“-Familien – von 40 Prozent im Jahr 2007 auf 45 Prozent im Jahr 2020. „Diese scheinbar kleinen prozentualen Veränderungen sind ein Erdbeben im Lebensmittel-Einzelhandel, wo es um reine Verdrängung geht“, bilanziert Hausruckinger. An der Generation Silber komme künftig kein Lebensmittelhändler vorbei.

„Viele Verbraucher achten wieder stärker auf Qualität und weniger auf den Preis als in den Jahren unmittelbar nach Einführung des Euro. Kurzfristig kann sich das natürlich ändern, zum Beispiel angesichts steigender Lebensmittelpreise und unsicherer Konjunkturaussichten,“ präzisiert Hausruckinger. Hebel für mehr Wachstum sieht der Berater in einer individuellen Ansprache der Verbraucher über Internet-Angebote und mobile Endgeräte – nicht mehr nur über den einen Prospekt für alle.

Weiterhin gelte es, den Bedürfnissen älterer Kunden nach Bequemlichkeit und Sicherheit entgegenzukommen, Ethno-Marketing zu betreiben und sich entweder auf Hard-Discount, also auf wenige, verbilligte Artikel, oder auf erweiterte Sortimente zu konzentieren. Die Studie „Discounter am Scheideweg“ beruht auf repräsentativen Daten der GfK.

www.accenture.com
www.gfk.de

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