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„Digitalkonzerne haben Faktor Mensch aus den Augen verloren“: Vertrauensverlust von Facebook, Google & Co. immer stärker

Die Teilnehmer einer Umfrage haben kaum Vertrauen in die Treiber der Digitalisierung

Für Facebook, Google & Co. sind es keine leichten Zeiten: Sie haben zwar großen Einfluss auf die Gesellschaft, sind aber kaum vertrauenswürdig, wie eine neue Umfrage von Civey zeigt. Insbesondere junge Menschen blicken immer kritischer auf die großen Digitalkonzerne. Dabei sehen die Befragten vor allem sich selbst in der Verantwortung, den Zustand zu ändern.

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80 Prozent der Deutschen haben derzeit wenig oder gar kein Vertrauen in die großen Digitalkonzerne. Das hat eine Umfrage unter 5.000 Internetnutzern in Deutschland ergeben, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der Next Conference durchgeführt hat. In der jungen Zielgruppe sind es 81 Prozent, die den Unternehmen wie Google, Facebook und Amazon misstrauen. Rund acht von 10 Befragten geben zudem an, dass diese in Zukunft stärker reguliert werden sollten. Lediglich elf Prozent denken, dass die Regulierung gegenwärtig ausreicht. Knapp sieben Prozent der Teilnehmer glauben gar, dass die Digitalfirmen weniger stark reguliert werden sollten.

Vor allem sich selbst sehen die Befragten dabei in der Pflicht, dass sie künftig andere, kleinere Anbieter nutzen. 79 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen das so und 52,3 Prozent geben an, dass Kunden ihre Macht unbedingt nutzen sollten. Dabei hapert es derzeit jedoch an der Umsetzung dieser Absichten. Insbesondere die eigene Bequemlichkeit steht den Leuten im Weg: Bei 28 Prozent der Befragten trifft das zu, 13 Prozent kennen keine anderen Anbieter und 12 Prozent meinen, dass kleinere Konzerne schlechter sind. Knapp 28,5 Prozent wiederum sehen überhaupt keine Notwendigkeit, sich an andere Anbieter zu wenden.

„Die Kritik an den globalen Internet-Giganten wird immer lauter“, sagt Matthias Schrader, Next-Gründer und CEO von SinnerSchrader. „Es geht dabei um ihre Marktmacht, um Datenschutz, Hassrede, ethische Grundsätze für Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz sowie die sozialen und ökonomischen Auswirkungen von Technologie“, erklärt Schrader. Dass derart viele Deutsche kaum oder kein Vertrauen in die Unternehmen haben, sei nur eine logische Folge.

Datensicherheit im Netz

Zur Vertrauenskrise der Digitalriesen trägt unter anderem der Datenmissbrauch von Cambridge Analytica bei. Dadurch steht die gesamte Branche unter Druck, wie die Umfrage zeigt. 81 Prozent der Deutschen glauben, dass ihre Daten im Netz unsicher sind. Neben diesem Thema sind auch Aspekte wie Hassrede und Shitstorms in der digitalen Welt wichtig. In diesem Punkt sind die Befragten besonders pessimistisch: Nur einer von zehn Teilnehmer meint, Facebook & Co. würden in Zukunft verantwortungsbewusster handeln.

Nach Ansicht von Volker Martens, Vorstand der Kommunikationsagentur Faktor 3, sei das Problem der Digitalkonzerne offenkundig. „Sie haben den Faktor Mensch weitestgehend aus den Augen verloren. Doch nicht nur sie, alle Unternehmen der Digitalwirtschaft müssen sich in der digitalen Vertrauenskrise die Frage stellen, wie sie den Menschen wieder an die erste Stelle setzen und die Technik zum Mittel des Zwecks machen.“

tb

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