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Digitalisierung schafft positive Grundstimmung statt Euphorie

Die Digitalisierung birgt mehr Chancen als Risiken, meint die Mehrheit der Bevölkerung © Fotolia 2014

Mehr als vier von fünf Bundesbürgern sind der Ansicht, die Digitalisierung verändere Wirtschaft und Gesellschaft mindestens so stark wie die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert. Jeweils mehr als 70 Prozent halten Arbeitsplätze in traditionellen Branchen für gefährdet

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Für die Studie des Hightech-Verbands Bitkom zur Wahrnehmung der Digitalisierung in der Bevölkerung wurden 1.000 Personen befragt. 65 Prozent von ihnen sind überzeugt, die Digitalisierung berge alles in allem mehr Chancen als Risiken. 79 Prozent stimmen sogar der Aussage zu, das Internet sei „einfach toll“.

Beim dritten Bitkom Trendkongress in Berlin sagte Verbandspräsident Prof. Dieter Kempf: „Die Menschen spüren, dass die Digitalisierung immer mehr Lebensbereiche erfasst und zunehmend ihren Alltag verändert.“ Die Umfrage zeige, dass die Bürger die Vorteile des digitalen Wandels erkennen, ohne die Herausforderungen zu ignorieren.

IT-Branche wird bedeutsamer

Bei der Frage nach den drei wichtigsten Industriebranchen für die deutsche Wirtschaft liegt der Automobilbau mit 60 Prozent der Nennungen mit Abstand vorne, gefolgt von den Energieversorgern mit 48 Prozent. Die IT-Branche kommt mit 35 Prozent auf den dritten Rang und hat sich im Vergleich zu einer Bitkom-Umfrage aus dem Jahr 2008 um einen Platz verbessert. Nach der IT-Branche folgen die Pharma-Industrie (28 Prozent) sowie Banken und Versicherungen (26 Prozent).

Deutlich gestiegen ist auch die Attraktivität der IT-Branche als Arbeitgeber. 57 Prozent der Befragten finden die Branche als Arbeitgeber für sie persönlich attraktiv oder sogar sehr attraktiv. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 sagten das erst 34 Prozent. Vier von fünf (82 Prozent) Befragten geben an, die IT-Branche biete interessante Tätigkeitsfelder. 70 Prozent stimmen der Aussage zu, in den Unternehmen würden flexible Arbeitszeitmodelle gefördert. 59 Prozent sind der Ansicht, die Unternehmen hätten insgesamt ein sehr gutes Image als Arbeitgeber.

Bill Gates die bekannteste Persönlichkeit

88 Prozent aller Bundesbürger kennen den Microsoft-Gründer Bill Gates, er ist damit die bekannteste Persönlichkeit der digitalen Welt. Der Whistleblower Edward Snowden ist inzwischen einer der bekanntesten IT-Experten der Welt. In Deutschland kennen ihn 84 Prozent. In dem Ranking folgen Facebook-Chef Marc Zuckerberg mit 69 Prozent Bekanntheit und Apple-Gründer Steve Jobs mit 57 Prozent.

Bekanntester deutscher Vertreter ist der Computer-Pionier Konrad Zuse, der 41 Prozent der Befragten ein Begriff ist. Die Samwer-Brüder als deutsche Serien-Entrepreneure kennen immerhin zwölf Prozent, SAP-Mitgründer Hasso Plattner lediglich drei Prozent. Bei der ohne Vorgaben (ungestützt) gestellten Frage nach den bekanntesten Unternehmen liegt die Deutsche Telekom mit klarem Abstand an der Spitze, gefolgt von Microsoft, Apple, Vodafone, Google und Facebook. Und mit Kabel Deutschland und Telefónica/O2 befinden sich insgesamt vier „Europäer“ unter den ersten acht Unternehmen.

„Industrie 4.0“ weitgehend unbekannt

Überraschend weit verbreitet sei die Kenntnis zentraler Begrifflichkeiten der digitalen Welt, betont der Bitkom. Fast zwei Drittel (65 Prozent) kennen den Begriff Social Media, 63 Prozent Cloud Computing und 61 Prozent Smart Watch. Selbst Abkürzungen wie LTE (53 Prozent) oder das Wort Big Data (45 Prozent) haben rund die Hälfte der Befragten schon mal gehört.

Auffällig ist, dass nur 61 Prozent der Deutschen den Begriff Start-up kennen. Und gerade mal ein Fünftel (21 Prozent) hat schon mal etwas von Industrie 4.0 gehört. Kempf kommentiert: „Das sollte uns aufrütteln, stellt doch die Digitalisierung der Industrie eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre dar.“

Sowohl Meinungsfreiheit als auch Überwachung

Die Umfrage zeigt auch Widersprüche in der Betrachtung des Internets auf. So stimmen zwar 95 Prozent der Aussage zu, das Internet erleichtere die Beschaffung von Informationen. Auf der anderen Seite ist fast ein Drittel (31 Prozent) der Ansicht, das Internet führe zur Verdummung. Drei Viertel (73 Prozent) sagen, das Internet fördere die Meinungsfreiheit. Gleichzeitig sind zwei Drittel (65 Prozent) der Ansicht, das Internet sei ein Instrument staatlicher Überwachung.

Obwohl es vielfältigste Möglichkeiten der Kommunikation bietet, sagen nur 37 Prozent, das Internet fördere zwischenmenschliche Beziehungen. Dagegen sind 63 Prozent der Ansicht, es führe zur Vereinsamung. „Im Großen und Ganzen halten die allermeisten Menschen das Internet für eine große Errungenschaft“, betonte Kempf. „Es gibt keine digitale Euphorie, aber eine positive Grundstimmung.“ Aus Sicht des Bitkom muss jedoch noch mehr getan werden, um das Verständnis für die Entwicklungen der Digitalisierung zu fördern.

(BITKOM/asc)

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Kommentare

  1. Die IT Branche wird auch noch auf absehbare Zeit für ein stetiges Arbeitsplatzwachstum im Mittelstand sorgen, da dieser Bereich nicht so sensibel auf geoplitische Ereignisse reagiert, wie andere Bereiche (Maschinenbau) die in diesem Jahr die Prognosen vermutlich nicht einhalten werden. Daher ist bei kleineren IT Unternehmen die Arbeitgeberattraktivität umso wichtiger um diese Arbeitsplätze zukünftig auch zu besetzen. Dafür stimmt einen die Studie ja recht positiv.

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