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Digitaler Welt droht Vertrauenskrise: Milliarden Menschen sind von der wachsenden digitalen Wirtschaft komplett ausgeschlossen

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) hat in einem neuen Report dringenden Handlungsbedarf für die weitere Entwicklung der digitalen Welt angemahnt. Es gehe darum, eine vertrauensvolle, nachhaltige und für alle zugängliche digitale Welt sicherzustellen, heißt es. Andernfalls drohe eine ernste Krise.

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„Die digitale Welt ist wie unsere natürliche Welt“, sagte Derek O’Halloran vom WEF. „Wir alle – Regierungen, Unternehmen und Individuen – haben die Pflicht sicherzustellen, dass sie sauber, sicher und gesund bleibt.“ Dem Report zufolge hat sich das Wachstum von verfügbaren Internet-Zugängen weltweit deutlich abgeschwächt – von 19 Prozent im Jahr 2007 auf nur noch 6 Prozent Zuwachs 2017. Zugleich sei allerdings erstmals die Marke von 50 Prozent der Weltbevölkerung erreicht, die Zugang zum Netz haben.

Um den digitalen Graben zu schließen, seien aber mehr Investitionen nötig, so die Verfasser des Reports. Dabei gehe es nicht nur um den einfachen Zugang, sondern auch um die Verbesserung der Akzeptanz. Einer Milliarde Menschen fehle derzeit eine formale Identität, mit der sie sich im Netz ausweisen könnten. Damit seien sie von der wachsenden digitalen Wirtschaft komplett ausgeschlossen, deren Wert bis 2022 auf rund 60 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts geschätzt wird. Gute und sichere Identitäts-Lösungen seien ein Schlüssel dafür, um den digitalen Graben zu schließen und die Rechte der Menschen in der Gesellschaft zu sichern.

Daten wachsen, Zugänge aber nicht

Cyber-Attacken verursachen demnach der globalen Wirtschaft jährlich einen Schaden in Höhe von bis zu 400 Milliarden Dollar. Mehr als 4,5 Milliarden Datensätze seien allein in der ersten Hälfte des Jahres von Schadsoftware kompromittiert worden, 2017 seien es demnach im ganzen Jahr noch 2,7 Milliarden Daten gewesen. Zugleich würden Unternehmen in diesem Jahr voraussichtlich 1,2 Billionen Dollar für die digitale Transformation investieren. Nur 45 Prozent der Weltbevölkerung geht allerdings davon aus, dass neue Technologien ihr Leben verbessern werden.

Dabei wachse die Menge an anfallenden Daten exponentiell. Bis 2020 erwartet das Forum weltweit mehr als 20 Milliarden verbundene Geräte. Noch sei jedoch nicht geklärt, ob die Daten die neue Währung für Unternehmen werden oder ein gesellschaftliches Gut, das besser geschützt werden müsse. Es bedürfe Anstrengungen und weiterer Innovationen, damit Gesellschaften von den Daten profitierten und zugleich ihre Privatsphäre geschützt werde.

dpa/gri/DP/jha

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