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Die Marketingbudgets sind rückläufig

Britische Unternehmen kürzen ihre Marketing- und Werbebudgets. Der Bellwether Report, ein vierteljährlicher Bericht über die Entwicklung des Marketing in Großbritannien, spricht vom stärksten Rückgang seit den Terroranschlägen in New York vor sieben Jahren. In Deutschland stagniert die Branche.

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Verantwortlich sei in erster Linie die derzeit vorherrschende schwierige Wirtschaftslage, heißt es in dem Bericht. Diese sorge in den Marketing- und Werbeabteilungen der Unternehmen, in Verbindung mit steigenden Kosten und hinter den Erwartungen bleibenden Umsatzzahlen, für zunehmend vorsichtiger werdende Budgetkalkulationen. Einzige Ausnahme in dieser Hinsicht bilde das Internet. Rund 19 Prozent der analysierten Konzerne stockten ihr Online-Marketing-Budget seit Beginn des Jahres auf.

„Die Unternehmen geraten zunehmend unter finanziellen Druck. Um ihre Gewinnmarge weiterhin gewährleisten zu können, wurden im zweiten Quartal 2008 die Marketingbudgets deutlich gekürzt“, erklärt Chris Williamson, Autor des Bellwether Reports und Wirtschaftsexperte des britischen Finanzberatungsunternehmens Markit, gegenüber dem Guardian. Wenn sich dieser zu beobachtende Trend auch im restlichen Jahr weiter fortsetze, sei ein Rückgang in punkto Marketingausgaben im Gesamtjahr 2008 zu befürchten.

„Dies wäre der erste Rückgang seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2000“, betont Williamson. Besonders betroffen sei der Bereich des Direct Marketing. Wie es in dem Bericht heißt, ist die Zahl derjenigen Unternehmen, die ihre Ausgaben dieses Jahr in diesem Sektor reduzieren, mittlerweile doppelt so hoch wie die, die eine Budgetaufstockung durchführen. „Auch in Deutschland wirkt sich die negative Stimmung durch Inflationsängste in Form von Budgetkürzungen auf den Werbemarkt aus“, erklärt Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft.

Dieser befinde sich derzeit in einer Stagnationsphase. „Die aufgewendeten Budgets erreichten in Deutschland 2007 den niedrigsten Anteil am Bruttoinlandsprodukt bislang“, ergänzt Nickel. Im Jahr 2007 konnte man zwar noch ein schwaches Plus am deutschen Werbemarkt verzeichnen, für das laufende Jahr gibt sich der Werbeexperte allerdings zurückhaltender. „Wenn überhaupt, kann die Branche 2008 auf ein Plus von maximal ein Prozent hoffen“, meint Nickel. Zentraler Aspekt für die weitere Entwicklung werde auch die Frage sein, wie sich das Werbeinvestitionsverhalten der mittelständischen Unternehmen künftig gestalte. „Auch in rezessiven Phasen muss die Werbeflagge hochgehalten werden“, betont Nickel.

Den zunehmenden Stellenwert des Online-Sektors in der Marketing- und Werbebranche bestätigt Nickel. „Die Online-Werbung verzeichnete in Deutschland im vergangenen Jahr ein Plus von 39 Prozent. Von insgesamt 411 Millionen Euro, die in diesem Zeitraum für Werbezwecke aufgewendet worden sind, betraf fast die Hälfte den Sektor Internet“, schildert Nickel. Trotz des ordentlichen Zuwachses müsse aber auch gesehen werden, dass der von vielen Experten erwartete Anstieg von 80 Prozent im Online-Bereich ausgeblieben ist. „Online-Werbung hebt zwar die Gesamtdaten der werbewirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland, liegt aber gegenwärtig noch bei einem relativ niedrigen Marktanteil von drei Prozent“, bilanziert Nickel. -pte

www.markit.com

www.bellwetherreport.com
www.zaw.de

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