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Erfunden vor Jahrzehnten: Der neue Versuch der Bot-Revolution

Bots sind die neuen Apps. Aber erfunden wurden sie schon vor Jahrzehnten

Mit seinem Zehn-Jahres-Plan hat Mark Zuckerberg die Analysten ziemlich beeindruckt. So eine langfristige Planung hätte man wohl nicht von einem Unternehmen erwartet, das es vor zwölf Jahren noch nicht gab. Viel beachtet ist dabei die Vision, wie künstliche Intelligenz und virtuelle Realitäten unser Leben und unseren Konsum verändern werden. Aber ist das wirklich so visionär?

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Ein Kommentar von Karl Krainer, Gründer Gedankenfabrik C-Level Consulting

Ich finde nicht. Ich bin sogar etwas enttäuscht, denn die F8 hat gezeigt, dass Facebook auch nur mit Wasser kocht und Mark Zuckerberg kein so großer Visionär ist. Aber ein sehr guter Taktiker, der mit seinem Produkt zur richtigen Zeit am Markt ist. Wenn man wie ich seit mehr als 20 Jahren die Entwicklung des Internets verfolgt, lässt sich das Hype-Thema künstliche Intelligenz in einem etwas nüchterneren Licht betrachten. Denn Bots wurden nun zum mindestens dritten Mal in der noch jungen Geschichte des Internets erfunden. Allerdings dürften sie diesmal mehr Erfolg haben. Nicht weil die Technik so weit ist, sondern weil der Mensch jetzt bereit dafür ist. Er hat genug Erfahrungen gesammelt und ist nun offen, die nächste Stufe der digitalen Entwicklung zumindest auszuprobieren.

Will der Mensch sich mit Robotern unterhalten?

Schauen wir mal zurück: Vor knapp 20 Jahren, in der explorativen Phase des Internets, wo wenige drin waren und noch weniger sich auskannten, wurden schon erste Versuche mit Avataren gestartet. Dabei wurde versucht, aktive Dialoge mit dem Konsumenten zu tätigen. Es gab virtuelle Bots wie etwa Leo, den virtuellen Barkeeper von Schweppes. Die Firma Kiwilogic hat ihre Lingubot-Technologie auch selbst genutzt und schenkte ihrem CEO Dr. Karl-Ludwig von Wendt als Avatar ein zusätzliches Leben. 24 Stunden am Tag konnten User ihn mit Fragen löchern. Leider nur theoretisch, denn die Technik war noch nicht ausgereift. Viel entscheidender aber war, dass der Mensch noch nicht bereit war, sich mit Robotern zu unterhalten.

Der zweite Versuch wurde ein paar Jahre später mit Avataren wie Robert T-Online unternommen. Ich nenne diese Phase der Internetgeschichte die Enabling-Phase. Die Menschen hatten mit Unterstützung von Internettechnologie schon einiges dazugelernt. Sie lernten zu kaufen und zu verkaufen, Ebay sei Dank, sie lernten zu suchen und zu finden und sich zu „connecten“. Leider waren sie immer noch nicht bereit für Bots, und die Technik eigentlich auch noch nicht. Wieder mal. So wurde nicht nur Robert beerdigt, sondern auch ganze virtuelle Welten wie zum Beispiel Second Life.

Gadgets sind nicht mehr wunderlich

Interessant wird es in der jetzigen Empowerment-Phase der digitalen Welt. Die Apps-Revolution lehrt uns Internetnutzer täglich neue Möglichkeiten. Durch den alltäglichen Umgang mit neuen Technologien emanzipiert sich der Mensch Schritt für Schritt: Wer einmal Uber ausprobiert, nutzt wahrscheinlich nie wieder den Taxiruf. Menschen finden auch ein Gespräch mit Gadgets nicht mehr wunderlich. Siri sei Dank. Und IBM’s Watson lässt grüßen. In dieser Phase kam nun die F8 und der Chat-Bot kaufte… einen Strauß Blumen. Auch wenn sich dieses Szenario immer noch ein wenig nach Robert T-Online anfühlt, der dritte Versuch der Bot-Revolution wird funktionieren. Denn heute ist der Mensch bereit – und die Technologie wahrscheinlich auch.

Was bedeutet dies nun für Sie? Jetzt ist Handeln angesagt und man sollte sich diesen neuen Realitäten stellen. Dabei treten folgende Fragen auf: Welche Services und Mehrwerte kann ich den emanzipierten Kunden bieten, um über Bots meine Produkte und Brand zu vermarkten und mich nachhaltig zu differenzieren? Wie kann ich seine hohe Erwartungshaltung erfüllen? Sich in die Lage des post-digitalen und emanzipierten Kunden zu versetzen, bietet Antworten und Lösungsansätze dafür. Eine adäquate Digital- und Markenstrategie stellt den Menschen in den Mittelpunkt, um erfolgreich zu sein. Echt und virtuell. Timing ist eben alles.

Zum Autor: Karl Krainer, Gründer und Chief Thinker, sieht in der Gedankenfabrik einen neuen Beratungsansatz im digitalen Zeitalter. Er verbindet reichlich pre-digital Erfahrung (10 Jahre bei FMCG-Firmen wie P&G, Apollinaris & Schweppes, Coca-Cola) und mehr als zehn Jahre „digital experience“ bei Internetpionierfirmen wie Ebay, Google und Start-ups (dealtime, seatwave, radio.de).

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Kommentare

  1. Second Life wurde nicht beerdigt. Sie ist nur vom Hype-Radar verschwunden. Die Plattform hat konstant eine Million Nutzer, viele davon mit beträchtlichen monatlichen Zahlungen. Die Betreiberfirma Linden Lab hat im 17. Jahr ihres Bestehens rund 200 Mitarbeiter am teuren Standort San Francisco, ist profitabel und steht kurz vor dem Rollout einer signifikanten Weiterentwicklung ihrer virtuellen 3D Welt, Arbeitstitel: Project Sansar. Das initiale 2-Milliarden-Dollar Investment von Facebook in die VR-Brille Oculus Rift war personell und inhaltlich auch eng mit dem Konzept von Second Life verbunden. Alles höchst lebendig …

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