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Deutschland fällt zurück

Seit Anfang der 90er Jahre konnte Deutschland seine gute Ausgangsposition im internationalen FuE-Standortwettbewerb nicht mehr halten.

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Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des „Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung“ (NIW) im Auftrag des Bundesforschungsministeriums. Untersucht wurden die technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands, die weltweite Verschiebung der Industrieforschung und die Veränderung im FuE-Verhalten des deutschen Staates.

Deutschlands Beitrag zum FuE-Aufkommen der Weltwirtschaft hat sich bis zum Jahr 2005 gegenüber dem Anfang der 80er Jahre auf unter 7 Prozent fast halbiert. Ob der unerwartet steile und stabile Wirtschaftsaufschwung 2006/2007 Auswirkungen auf die Innovations- und FuE-Aktivitäten haben wird, bleibt nach Ansicht der Forscher abzuwarten. In jedem Fall sei FuE nur Mitläufer der Konjunktur, aber nicht die treibende Kraft im Wachstumsprozess.

Dabei bestimmen hochwertige Dienstleistungen, Spitzentechnologien und Pharma immer mehr das Innovationsgeschehen. Engagement hier wäre dringend erforderlich, um international den Anschluss zu halten. Die deutsche Wirtschaft kann dort bisher das global angeschlagene Tempo nicht mithalten, lediglich der Automobilbau mit seiner weltweit einzigartigen FuE-Expansion ist führend. Auch die Pharmaindustrie konnte in letzter Zeit im FuE-Wettbewerb wieder etwas aufholen. Die Verschiebung der Industrieforschungskapazitäten geht deutlich in Richtung Nordeuropa und in asiatische Länder wie Japan und Korea , aktiv sind seit einigen Jahren auch Schwellen- und Aufholländer wie China und Indien.

Die FuE-Aktivitäten des Staates sind in Deutschland eher zurückhaltend. Dagegen haben fast alle anderen hochentwickelten Industrieländer wieder mehr Verantwortung für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung übernommen und sogar entgegen dem langfristigen Trend eine höhere FuE-Dynamik entwickelt als die Wirtschaft. Die in Deutschland bewährte und von den Unternehmen geschätzte Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung könnte unter der Zurückhaltung der öffentlichen Hand leiden. Die Bundesregierung hat daher als Reaktion auf die Stagnation der FuE-Aktivitäten eine „High Tech-Strategie“ entworfen, die Deutschland wieder näher an die international führenden Volkswirtschaften heranbringen soll.

http://www.niw.de

www.hightech-strategie.de

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