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Deutsche Wirtschaft zu zögerlich bei Preisanpassungen

„Da ist viel mehr drin“, schlussfolgert Harald L. Schedl von der Strategieberatung Simon, Kucher und Partners bei der Betrachtung der Ergebnisse des diesjährigen „Pricing Stress Tests“. Die Analyse ermittelt, wie sich Gewinne bei geringer Preiserhöhung verändern würden. Um rund 31 Milliarden Euro könnten die wichtigsten 300 Aktienunternehmen ihre Ergebnisse verbessern, wenn sie ihre Preise um nur zwei Prozent anheben würden.

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Das Fazit der nun zum viertem Mal erarbeiteten Studie fällt ähnlich aus wie im Vorjahr, gibt die Strategieberatung Simon, Kucher und Partners bekannt: Die deutsche Wirtschaft könnte deutlich mehr Gewinn erzielen, wenn die Unternehmen nicht so zögerlich mit Preiserhöhungen umgingen. Demnach wäre bei einer beispielhaften Preiserhöhung um zwei Prozent ein Gewinnzuwachs von insgesamt rund 31 Milliarden Euro möglich – das sind drei Milliarden mehr als noch im letzten „Pricing Stress Test“ ermittelt.

Dies entspricht einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von mehr als 32 Prozent – für die meisten Unternehmen sind das zweistellige Gewinne und für einige sogar der Sprung aus der derzeitigen Verlustzone. „Die Unternehmen versäumen es nach wie vor, die Möglichkeiten von Preisanpassungen zu nutzen. Dabei ist diese Hebelwirkung offensichtlich“, betont Schedl.

„Kosten kann man irgendwann nicht mehr senken“

Die Belastungen durch die anhaltende Schuldenkrise in Südeuropa und tendenziell schwächeres Wachstum in China und Indien erschweren in diesem Jahr Umsatz- und Gewinnsteigerungen. Mehrheitlich bewerten die Unternehmen ihre Geschäftsaussichten im ifo-Geschäftsklimaindex weiterhin als gut. Dennoch sind sie aber im 1. Quartal 2013 zurückhaltender als noch zuvor. Studienleiter Alexander Thöle erklärt: „Kosten kann man irgendwann nicht mehr senken, ohne dass Wachstum und Innovation darunter leiden. Preiserhöhungen steigern den Gewinn wesentlich stärker als Kostenreduktionen oder der Zuwachs von Marktanteilen. Das hat sich nicht geändert.“

So könnten laut Analyse mehr als 80 Prozent der untersuchten Unternehmen bei einer beispielhaften Preiserhöhung von nur zwei Prozent mit einem Gewinnwachstum mindestens im zweistelligen Prozentbereich rechnen. „Versuchen Sie das mal mit Kostensenkungen! Im Prinzip kann jeder sein Pricing um zwei Prozent verbessern – und das mit einfach implementierbaren Sofortmaßnahmen“, sagt Thöle. Viele Unternehmen würden ihre Preis- und Margensteuerung allerdings wenig professionell handhaben und verschenkten damit leichtfertig Gewinne.

Alle Branchen profitieren

Laut Analyse verfügen die Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Verkehr, Touristik mit 367 Prozent sowie Print, Medien und Werbung mit 106 Prozent über den durchschnittlich höchsten Gewinnhebel. Bei der herstellenden Industrie zeigen sich deutliche Unterschiede. Unternehmen mit niedrigen Umsatzrenditen – die Berater nennen beispielhaft die Firmen SGL Carbon, MAN und die Hansa Group – könnten ein prozentuales Gewinnwachstum bis zu Werten im dreistelligen Bereich erzielen. Aber auch Firmen mit hohen Umsatzrenditen wie Linde oder Infineon könnten noch deutlich zulegen. Zwölf der Unternehmen, die aktuell Verluste schreiben, würden durch eine zweiprozentige Preiserhöhung sogar die Gewinnschwelle erreichen. (Simon-Kucher & Partners / asc)

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