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Der Opel-Blitz soll wieder strahlen

Tina Müller, seit 1. August dieses Jahres Mitglied im Opel-Vorstand und für die Marke zuständig, hat den ersten nach eigenem Bekunden äußerst bewegten Monat hinter sich gebracht. Das ist nicht weiter verwunderlich: Denn Opel ist nach Meinung von Branding-Experten eine Marke, die über Jahre heruntergewirtschaftet wurde und derzeit eher ein Problemfall ist. Umso erstaunlicher ist es, dass die erfolgsverwöhnte Managerin, die bei Henkel unter anderem die Hairstyling-Marke Syoss einführte, die Branche gewechselt und einen der schwierigsten Jobs der Republik angetreten hat.

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Frau Müller, wie bereitet man sich als CMO und Marketing-Vorstand auf eine Herausforderung vor, die in einer völlig neuen Branche liegt? Wie arbeiten Sie sich derzeit in die neue Aufgabe ein?

TINA MÜLLER: Ich habe bei Opel eine sehr professionelle Marktforschung vorgefunden. Der Vorteil in der Autoindustrie ist, dass Daten, die regelmäßig in kurzen Abständen gemeinsam von der Industrie erhoben werden, extrem schnell zu Verfügung stehen. Es gibt zum Beispiel ein permanentes Imagetracking, Studien über die Einstellungen von Erstkäufern der jeweiligen Marken und ein professionelles Werbetracking. Dank dieser hervorragenden Datenlage konnte ich einen schellen und detaillierten Überblick über die Situation der Marke erhalten und entsprechend strategisch planen.

Wo liegen für Sie Inspirationsquellen, die Sie in Ihrem Marketing- oder vielleicht besser Kundenverständnis weiterbringen?

MÜLLER: Seit Antritt meiner Tätigkeit am ersten August versuche ich, meine Zeit in drei Schwerpunkte aufzuteilen. Einarbeitung in die Industrie und das Unternehmen Opel, strategische Markenüberlegungen und das Tagesgeschäft. Ich versuche mit so vielen Kollegen und Mitarbeitern wie möglich zu sprechen, um alles aufzunehmen und mich inspirieren zu lassen. Darüber hinaus habe ich jedes Auto des Opel Portfolios selbst gefahren und mir die technischen Aspekte intensiv erklären lassen. Ebenfalls wurden die jeweiligen Wettbewerber unter die Lupe genommen. Nach sechs Wochen fühle ich mich in der Branche schon ganz gut zu Hause. Und wie bei jedem Branchenwechsel ist das Wichtigste, eine große Offenheit allem Neuen entgegenzubringen und sich auf die Themen einzulassen.

Gab es Menschen, die Sie in den letzten Jahren begeistert und inspiriert haben?

MÜLLER: Inspirationsquellen sind vor allem die Menschen, die tagtäglich mit unseren Produkten umgehen und sie weiterentwickeln. Das sind Kollegen und Mitarbeiter im Unternehmen, Händler und Partner, die uns beim Wiederaufbau der Marke professionell begleiten, sowie vor allem Kunden, die unsere Autos fahren. Das Schöne ist, dass zum Thema Auto jeder etwas zu sagen hat und viel darüber geschrieben wird. Das Internet ist zum Beispiel eine unendliche Quelle von Expertenmeinungen als auch Kundenmeinungen. Ich nehme mir immer am Sonntag ein bis zwei Stunden Zeit und surfe zum Thema Auto durchs Internet und lasse mich völlig spontan von Seite zu Seite tragen. Was ich dort an Kommentaren, Meinungen, aber auch Daten und Fakten aufnehme, das schärft meinen Blick für die Markenarbeit.

Was hat Sie an der zugegebenermaßen schwierigen Aufgabe bei Opel gereizt?

MÜLLER: Mich hat die Möglichkeit gereizt, an einem der größten Marken-Comebacks der deutschen Markenartikel-Industrie mitzuwirken und ich bin sehr zuversichtlich, dass es uns im Team gelingen wird, den Opel-Blitz wieder zum Blitzen zu bekommen.

Die Fragen stellte Christian Thunig.

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