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Der Onlinehandel kommt ins Schwitzen: Die Suche nach digitalen Talenten, ohne klare Vorstellung

Die Digitalisierung bringt neue Jobprofile. Aber Unternehmen müssen zittern, weil sie keine Talente finden

Der Bedarf an neuen Mitarbeitern mit digitalen Qualifikationen in der E-Commerce-Branche ist riesengroß. Zugleich besitzen viele Unternehmen aber keine klaren Vorstellungen, welche fachlichen und persönlichen Qualifikationen die Kandidaten mitbringen sollen. Ein Dilemma, in dem nicht nur Unternehmen stecken.

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Rund 80 Prozent der befragten Recruitingspezialisten erleben eine steigende Nachfrage nach digitalen Talenten bei ihren Klienten im E-Commerce, ein Viertel von ihnen bezeichnete das Wachstum als stark. Das Problem ist aber: Die Unternehmen besitzen häufig nur ein diffuses Anforderungsprofil im Hinblick auf Position und Mitarbeiter, sagt knapp die Hälfte der befragten Personalberater. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Online-Befragung des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) und des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V.

Zu allgemeine Jobbezeichnungen

Häufig werden zum Beispiel ganz allgemein Kandidaten mit Führungserfahrung und Erfahrung im Umgang mit digitalen Technologien gesucht. BDU-Vizepräsidentin und Personalberaterin Dr. Regina Ruppert sieht einen hohen digitalen Analyse- und Strategiebedarf bei den Unternehmen: „Viele Unternehmen haben zwar verstanden, dass die Digitalisierung sie zu Veränderungen bei Strategie und Geschäftsmodellen zwingt. Die Anforderungsprofile und die Recruiting-Aktivitäten hinken aber oft noch den erforderlichen Qualifikationen für neue Mitarbeiter hinterher.“ Anders, als in traditionellen Branchen, fehlen für die Qualifikation von Fachkräften im E-Commerce noch einheitliche Standards und Abschlüsse. „So überrascht uns das Ergebnis der Umfrage nicht, sondern zeigt, wie wichtig der mit von uns initiierte neue Ausbildungsberuf der ‚Kaufleute im E-Commerce‘ und im akademischen Bereich unser Projekt des ‚bevh-Hochschulatlas‘ sind.“, so Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh.

Was suchen Personaler?

Für Führungspositionen in den digitalen Geschäftsfeldern suchen die Personalberater für ihre Klienten aktuell besonders Informatiker und Wirtschaftsinformatiker. Hinsichtlich der Anforderungen an Arbeitsmethoden im digitalen Umfeld bleien noch zu viele Unternehmen vage. Nur knapp die Hälfte fordert von den Kandidaten typische Arbeitsweisen und -methoden, wie zum Beispiel Scrum. Weiterhin erwarten die beauftragenden Unternehmen aus der E-Commerce-Branche von Führungskräften in digitalen Geschäftsfeldern einen Master-Abschluss. Dieser Ansicht sind knapp 60 Prozent der Personalberater. Knapp ein Viertel der Recruitingspezialisten erlebt in seiner beruflichen Praxis, dass Kandidaten mit einem Bachelor-Abschluss gewünscht werden.

Zur Studie: An der gemeinsamen Online-Befragung von Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) und Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) haben 49 Personalberater, mit einem Schwerpunkt bei der Personalsuche auf E-Commerce, teilgenommen. Die Befragung erfolgte im Zeitraum Juli/August 2017.

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